Fakt ist: jedes neunte Pärchen in Deutschland pendelt zwischen zwei Standorten. Ob die Distanz Köln-Amsterdam, Paris-Buxtehude oder Tansania-Bochum heißt – völlig egal, wer sich sehen will, muss regelmäßig fragen: Zu dir oder zu mir? Dann geht die Kilometerfresserei los. Viele Stunden verbringen Studentinnen und Studenten in Bus, Bahn und Flieger, gerade die Studienjahre bieten den „optimalen“ Rahmen für Liebe auf Distanz: daheim ausgezogen, aber noch keine Familie, flexibel, was Job und Wohnort angeht.
Zuhause ist da, wo der andere ist.
Den neuen Freund erst kürzlich im Snowboardkurs in der Schweiz kennen gelernt? Die neue Freundin im Online-Chat gefunden? Zuerst sind da Schmetterlinge im Bauch, klar! Dann stellt sich schnell die Frage: wie 300 Kilometer Luftlinie regelmäßig möglichst klein kriegen? Wichtig ist, dass sich beide in der Bleibe des anderen wohl fühlen. Idealzustand: die vier Wände des Partners am fremden Ort sind irgendwie auch für einen selbst ein „Zuhause“. So geht’s: ein paar Sachen von sich dort lassen, Zahnbürste in den Saugnapfhalter am Spiegel stecken, Lieblingsjacke an den Haken hängen. Die bekuschelt in einsamen Stunden vielleicht auch das neue Herzblatt... .
Spannend: Wohnen in der Multikulti-WG
Wohnen in zwei verschiedenen Städten oder gar Ländern ist nicht unbedingt teuer und anstrengend, sondern in erster Linie spannend und aufregend: alles ist neu, die Eindrücke, Kulturen, Sehenswürdigkeiten, Wohn- und Lebensstile, Menschen. Vielleicht gibt’s beim anderen ja eine Multikulti-WG? Oder der Mitbewohner des Liebsten kommt wenigstens von Sylt, während man selbst ein waschechter Schwabe ist. Da treffen Welten aufeinander, sicherlich auch in Bezug auf den Wohnstil.
Mediterran in Köln, puristisch in München?
Sind zwei schon seit länger ein Paar und einer zieht weg, tun sich neue Möglichkeiten auf: Das Einrichten der neuen Bleibe mit witzigen Sachen ist ein schönes Projekt, das auch zusammenschweißt. Gemeinsames Stöbern auf Antik- und Flohmärkten an den Wochenenden abwechselnd mal hier und mal dort, surfen nach dem passenden Schränkchen fürs Bad im Internet , abklappern von Freunden und Bekannten im Doppelpack auf der Suche nach brauchbaren Möbelstücken. Vielleicht hatte die gemeinsame Wohnung einen eher coolen Stil und man nutzt jetzt die neue Zweitwohnung als Kontrastprogramm und setzt auf mediterrane Möbel, Kissen, Accessoires?
Gemeinsame Wohnung als Zukunftsprojekt
Auch wenn das Pendeln und die ständigen Standort-Wechsel die Beziehung pushen können – Dauerzustand sollte das nicht werden. Zu anstrengend, schulssendlich doch zu teuer, zu sehnsuchtslastig. Besser: ein gemeinsames Zukunftsprojekt planen, darüber nachdenken, wie und wo sich gemeinsames Wohnen und Leben realisieren lässt nach der „Pendelphase“. Träumen darf man ja, warum nicht davon, wie das gemeinsame Liebesnest aussehen soll? Hilfreich dabei: schon vorab „stilbildende Maßnahmen“ ergreifen, in Wohnzeitschriften schmökern, sich für Architektur interessieren, sich über Finanzierungsmöglichkeiten (Eigentumserwerb, Bausparvertrag, Kredite...) informieren.
Tipp
Wer die Woche über für den Job unterwegs ist, quasi aus dem Koffer lebt, muss in einer Fernbeziehung Wünsche an eine Partnerschaft in zwei Wochenend-Tage quetschen. Die Gefahr: beide wollen zu viel, stopfen die gemeinsame Zeit mit Unternehmungen und Dates mit Freunden zu. Lieber nicht zu viel vornehmen, Zeit zu zweit in Ruhe Zuhause verbringen, es sich mit Kerzen, gutem Essen, Musik und Gesprächen gemütlich machen!
Buchtipp: http://www.gelingende-fernbeziehung.de/


