Bach Jazz

Kardinal Lehmann hat ihm für Freitag abend frei gegeben, sagt Thomas Gabriel augenzwinkernd und legt los: Bach, lebendiger denn je, als „Nachdichtung in der Jazzsprache“ interpretierte sein Trio beim jüngsten Konzert der LBS-Reihe „Jazz im Himmelreich“. Und gut 300 Zuhörer registrieren erstaunt, wie aktuell die Werke des Barockmeisters sind.

Mit „Bach Jazz“ stellt das Thomas Gabriel Trio eine Verknüpfung zwischen Barockmusik und Jazz her. Ob die „ernste“ Musikwelt wohl diese Interpretationen gut findet? Darf Bach Spaß machen? Darf bei Bach gar der Fuß im Takt wippen? Bach selbst hätte das vermutlich auch getan. Die zahlreichen Auftritte und CD-Verkäufe des Thomas Gabriel Trios zeigen jedenfalls, dass aufgeschlossene Musikliebhaber diese ungewöhnliche Mischung sehr genießen.

Die Bearbeitungen des Trios zeichnen sich durch sensible Ausgewogenheit zwischen der Musik Johann Sebastian Bachs und den Improvisationen der Musiker aus. Die Arrangements erstrecken sich immer über die gesamte Originalkomposition und die Vorlage bleibt immer durchhörbar.

Das Thomas Gabriel Trio sind Thomas Gabriel, Gunnar Polansky und Martin Klusmann in der klassischen Triobesetzung (Klavier, Baß, Schlagzeug). Sie gastierten bereits mehrfach erfolgreich im In- und Ausland, unter anderem bei Festival Internationale die Musica da Camera Cervo, Haller Bachtage, Liszt-Festival Weimar, Münchner Bachkonzerte und vielen mehr. Das Trio ist Kulturpreisträger der Stadt Essen und weist mehrere Rundfunkproduktionen und Tonträger vor.

Außerdem freute sich die LBS über einen Nachbarschaftsbesuch beim Konzert – es kam die Big Band der Westfälischen Schule für Musik. Beide Häuser sind nur wenige Schritte voneinander entfernt. Trotzdem waren die jungen Musiker von nebenan noch nie bei der LBS und somit war ihr Auftritt eine Premiere. Klassischer Big Band Sound im Vorprogramm – das hätte den alten Bach gefreut.

Die Big Band der Westfälischen Schule für Musik wurde 1997 unter der Leitung von Lars Motel gegründet. Es folgten zahlreiche Auftritte, unter anderem beim Westfälischen Musikfestival, bei den Jazztagen des Jazz-Clubs Münster e. V., beim Ems-Festival in Rheine. Im Jahr 2000 unternahm die Big Band ihre erste Konzertreise nach Tunesien. Sie hat bereits zwei CDs eingespielt: „Nights in Tunesia“ und „Going Vocal“ mit der amerikanischen Sängerin Stephanie Klco-Brosius. Zum Repertoire des ambitionierten Ensembles zählen klassische Big-Band-Kompositionen, wie beispielsweise Highlights aus der Zeit der Golden-Swing-Ära, aber auch viele Werke moderner Stilrichtungen.

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