Ein Kommen – und Gehen
– Ältere Menschen zieht es aufs Land, viele gehen aber auch den umgekehrten Weg –
02.02.2010, Münster (LBS). Die neue Lust aufs Land oder doch ein anhaltender Zustrom in die Stadt? Die öffentlichen Aussagen über die Wohnwünsche älterer Menschen differieren. Die Wahrheit liegt in der Mitte, heißt es – und so ist es auch in dieser Frage: Beides stimmt – mit einer Tendenz zugunsten des Landes.
Betrachtet man die Wanderungsbewegungen der Menschen in den Städten und Dörfern herrscht ein stetes Kommen und Gehen – in den Städten mehr, in den Dörfern weniger. Die Wanderungsgewinne der urban verdichteten Wohnräume in NRW gehen dabei in der Regel auf das Konto der jüngeren Generation zwischen 20 und 30 Jahren zurück. Ältere Menschen meiden die belebten Innenstadtlagen der Großstädte lieber. 70 Prozent der Menschen über 50 Jahren leben zwar in städtischen Strukturen, ziehen die Kleinstadt aber der Großstadt als Wohnort vor. Auch im Falle eines Umzuges mag es diese Generation gerne überschaubar. Nach einer Untersuchung des Berliner Forschungsinstituts empirica im Auftrag der LBS wechseln in der Altersgruppe 50+ jährlich rund 800.000 Menschen in Deutschland ihre Bleibe.
Ein Streben „in Richtung Land“
Von den über 50-Jährigen, die vor ihrem Umzug im Zentrum einer Großstadt lebten, strebten 70 Prozent „in Richtung Land“ (siehe Grafik). Selten allerdings suchten sie tatsächlich die dörfliche Idylle: Die meisten bevorzugten ruhige Stadtrandlagen oder die Kleinstadt als neuen Wohnstandort. Die ehemaligen Bewohner der städtischen Peripherie zogen in 30 Prozent der Fälle ein Leben in einem Vorort, der Kleinstadt oder einem Dorf ihrem bisherigen Wohnumfeld vor. Nur acht Prozent der Menschen über 50 Jahren verlegten ihre Wohnung dagegen vom Stadtrand näher zum Zentrum.
Anders sah es bei den über 50-Jährigen aus, die vor ihrem Umzug in einem Vorort wohnten: 39 Prozent von ihnen zog es weiter rein in die Stadt, nur 23 Prozent noch weiter raus aufs Land.
Dörfler bleiben Wohnort treu
Von den umzugswilligen Dörflern veränderten sich 27 Prozent in Richtung Stadt. Die überwiegende Mehrheit mit mehr als 70 Prozent blieb ihrem Wohnort dagegen treu. Für City-Bewohner einer Großstadt galt dies nur in 30 Prozent der Fälle.
Allen Umzüglern über 50 ist eines gemeinsam: Sie möchten vorrangig ihre Wohnsituation fürs Alter verbessern. Ein altersgerechter Standort bzw. Ausstattung der Wohnung, Nähe zu Dienstleistern im Fall der Pflegebedürftigkeit, die Erfüllung von Wohnwünschen und die Nähe der Familie spielen hierbei eine wichtige Rolle. Die meisten Umzügler ziehen zudem innerhalb ihres gewohnten Alltagsradius um.
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