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10 Fragen, 10 Antworten

Was die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank für Bausparer bedeutet

Das Zinstief hat weitreichende Folgen für Vermögensaufbau, Altersvorsorge und Immobilien-Finanzierung. Gerade für Bausparer stellen sich in diesem Umfeld wichtige Fragen. Hier geben wir Antworten.


Bausparen ist das klassische Instrument, um sich das aktuelle Zinsniveau langfristig zu sichern. Diese Zinssicherung bis zur letzten Rate ist angesichts historisch niedriger Zinsen so wertvoll wie nie zuvor. Auch wer erst in einigen Jahren eine Immobilienfinanzierung plant, kann sich mit einem Bausparvertrag jetzt schon niedrige Zinsen für die Zukunft sichern. Zusätzlich können Bausparer von attraktiver staatlicher Förderung profitieren. Dazu zählen die Wohnungsbauprämie, vermögenswirksame Leistungen mit Arbeitnehmersparzulage und Wohn-Riester. Das sind Vorteile, die in dieser Form nur das Bausparen bietet.


Niemand weiß, wie sich die Zinsen in den nächsten fünf oder zehn Jahren entwickeln werden. Aus der Europäischen Zentralbank waren auch schon Stimmen zu hören, die eine Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik zumindest mittelfristig möglich erscheinen lassen. Viele Politiker in Deutschland halten einen solchen Strategiewechsel aus einer Reihe volkswirtschaftlicher Gründe für dringend geboten. Bausparer können in jedem Fall gelassen bleiben. Denn sie haben das historisch niedrige Zinsniveau für sich fixiert und sind damit vor steigenden Zinsen geschützt.

Den großen Stellenwert von langfristiger Zinssicherung betont auch die Zeitschrift "Finanztest" (Ausgabe 2/2015): "Bausparen ist und bleibt eine prima Idee für Sparer, die in Zukunft eine Immobilie bauen oder kaufen wollen. Sie sparen einige Jahre bei der Bausparkasse und bekommen dann ihr Erspartes und ein günstiges Darlehen ausgezahlt."


Bausparen ist schon systembedingt sehr sicher. Es beruht auf dem Kollektivgedanken. Zunächst wird gespart und so ausreichend Eigenkapital für eine solide Eigenheimfinanzierung angesammelt. Dann gibt es ein günstiges Bauspardarlehen mit festen Zinsen bis zur letzten Rate. Beide Seiten gehören untrennbar zusammen: diejenigen, die mit ihren Sparbeiträgen ins Bausparkollektiv einzahlen; und diejenigen, die aus diesen Mitteln ein Darlehen erhalten. Zusammen bilden sie die Gemeinschaft der Bausparer.

Bausparen steht für einen gesunden Eigenkapitalanteil und langfristige Zinssicherung. Es trägt dazu bei, dass Immobilienfinanzierungen in Deutschland ein viel geringeres Ausfallrisiko haben als in vielen anderen Ländern der Welt, die vom Platzen gigantischer "Immobilienpreisblasen" erschüttert wurden. Dieses grundsolide, krisenvorbeugende System wird von der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank belastet. Denn die Bausparkassen müssen Spargelder, die sie nicht als Darlehen vergeben, nach den Vorgaben des Bausparkassengesetzes in risikoarme Wertpapiere anlegen, die aufgrund der EZB-Politik kaum noch Rendite erbringen.

Gleichzeitig gibt es Bausparer, die nicht mehr an einem Bauspardarlehen interessiert sind, sondern so lange wie möglich von der für heutige Verhältnisse hohen Guthabenverzinsung ihrer alten Verträge profitieren möchten – auch weil in dieser unnatürlichen Zinssituation Anlage-Alternativen fehlen. Das ist aus Sicht dieser Kunden verständlich, widerspricht aber dem Kerngedanken des Bausparens: dem Sparen in der Gemeinschaft zur Erreichung eines zinsgünstigen Darlehens.

Bausparkassen müssen in dieser Ausnahmesituation gegensteuern. Sie haben dafür zu sorgen, dass das Gleichgewicht zwischen Spar- und Darlehensseite im Bausparsystem auch bei extrem niedrigen Zinsen gewährleistet bleibt. Zu diesem Zweck bieten sie Kunden mit älteren Verträgen Alternativen an (mehr Informationen: Was tun mit dem alten Bausparvertrag?). Sie müssen aber auch Optionsrechte nutzen, die sie in der Vergangenheit nie in Anspruch nehmen mussten. Dazu zählt auch die Kündigung von – meist jahrzehntealten – Bausparverträgen, für die das Darlehensziel entfallen ist. Bei den gekündigten Verträgen haben die Kunden bereits außerordentlich lange von (aus heutiger Perspektive) hohen Zinsen profitiert. Ein Bausparvertrag ist aber keine zeitlich unbegrenzte Kapitalanlage. Vielmehr trägt die Bausparkasse dafür Verantwortung, dass in einer Gesamtschau die Vorteile des Produkts Bausparvertrag erhalten bleiben.


Je nach Bedarf gibt es unterschiedliche Angebote, um zu einer für den Kunden sinnvollen Lösung zu kommen. Dazu zählt der Umstieg in andere Tarife mit niedrigeren Darlehenszinsen, aber auch Vorfinanzierungen, mit denen sich Zinssicherheit über einen langen Zeitraum zu attraktiven Konditionen realisieren lässt. Mehr Informationen: Was tun mit dem alten Bausparvertrag?


Bausparkassen kündigen ältere Verträge, bei denen der Zweck des Bausparens keine Rolle mehr spielt. Dadurch wahren sie die Balance zwischen Guthaben- und Darlehenszinsen im Bausparsystem, die durch die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank erheblich beeinträchtigt wird.

Angesichts der kontinuierlichen Abwärtsentwicklung der Kapitalmarktzinsen verzichten manche Kunden auf das Bauspardarlehen und sparen stattdessen weiter, bis schließlich die volle Bausparsumme erreicht ist beziehungsweise kein Darlehensanspruch mehr besteht, um von den im Vergleich zum gegenwärtigen Zinsniveau deutlich höheren Guthabenzinsen der älteren Verträge zu profitieren. Gerichte, Ombudsleute und Verbraucherschützer sind sich einig, dass der Zweck eines Bausparvertrages damit hinfällig geworden und eine Kündigung zulässig ist.

Die Bausparkassen kündigen auch Verträge, die seit zehn Jahren zuteilungsreif sind und bei denen kein Bauspardarlehen in Anspruch genommen wurde. Dagegen gab es Klagen. In 90 Prozent der Fälle erklärten die Gerichte die Kündigungen für rechtmäßig. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat diese Rechtsprechung am 21. Februar 2017 höchstrichterlich bestätigt.


Bausparen bietet den Kunden viele Wahlmöglichkeiten. Unterschiedliche Tarifvarianten tragen verschiedenen Kundenwünschen Rechnung. Dazu zählen auch Tarife, die einen Zinsbonus gewähren, falls der Bausparer bei Vertragsabschluss noch unsicher ist über seine Ziele und schließlich im Laufe der Jahre die Option aufgibt, das Bauspardarlehen in Anspruch zu nehmen.


Das Zwecksparsystem Bausparen ist für die langfristige Sicherung eines günstigen Darlehenszinses ausgelegt. Ein Zinsanstieg würde zu einer stärkeren Inanspruchnahme von Bauspardarlehen führen und das derzeitige Übergewicht auf der Sparseite ausgleichen. Falls die Nachfrage nach Bauspardarlehen im Verhältnis zu den Bauspareinlagen extrem ansteigen würde, haben Bausparkassen geeignete Instrumente, dies aufzufangen.

Dazu gehört ein nach dem Bausparkassengesetz vorgeschriebener spezieller "Fonds zur bauspartechnischen Absicherung", der das Zwecksparsystem in einer solchen Situation zusätzlich stabilisieren würde.


Das Bausparsystem ist gesetzlich besonders geregelt. Bausparkassen nehmen Spargelder von Bausparern entgegen und vergeben daraus Bauspardarlehen. Spareinlagen, die vorübergehend nicht für Bauspardarlehen benötigt werden, muss die Bausparkasse risikoarm und sicher anlegen – das fordert das Bausparkassengesetz. Dadurch sind Einlagen schon systembedingt sehr sicher.

Bevor Bausparer ihr Darlehen in Anspruch nehmen können, müssen sie Eigenkapital ansparen. Gemeinsam mit der Bonitäts- und Beleihungsprüfung bei der Kreditvergabe sorgt dies für eine weitreichende Risikoabsicherung.

Über die gesetzlich vorgeschriebene Einlagensicherung hinaus gehören die Landesbausparkassen dem Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe an. Damit ist ein Höchstmaß an Sicherheit gegeben.


Bausparer haben viele Wahlmöglichkeiten. So können sie zum Beispiel mit Zustimmung der Bausparkasse von der Regelsparrate abweichen. Sie können sofort bei Erreichen der Zuteilungsreife ihr Darlehen in Anspruch nehmen, oder später, oder gar nicht. Und sie können ihr Bauspardarlehen durch außerplanmäßige Tilgungen jederzeit schneller zurückzahlen – kostenfrei!


Gerade angesichts niedriger Sparzinsen wirkt sich die staatliche Förderung besonders stark aus. Als effektive Starthilfe vor allem für junge Sparer gibt es die Wohnungsbauprämie und die Arbeitnehmersparzulage. Bei beiden Förderungen legt der Staat etwa neun Prozent auf die jährlich eingezahlten Sparbeiträge drauf. Noch höhere Summen sind mit Wohn-Riester möglich.


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