Umbau eines Siebzigerjahrehauses: Wir zeigen den Vorher-Nachher-Vergleich

Schmaler Grundriss, wenig Licht und piefiges Interior: Nach dem Umbau ist dieses Reihenmittelhaus modern und hell

Nicola Enderle

Manchmal muss man die guten alten Zeiten hinter sich lassen – besonders, wenn man mit ihnen wohnt und das schon lange nicht mehr schön aussieht. Nachdem die Bauherrin das alte Münsteraner Reihenmittelhaus ihrer Eltern geerbt hatte, musste der Mief aus den Siebzigern hellen und modernen Einbauten weichen. Mit der ortsansässigen Innenarchitektin Esther Strohecker ging es ans Werk, um das geliebte Erbstück ins 21. Jahrhundert zu holen.

Auf einen Blick

Hier wohnt: eine Frau Mitte fünfzig

In: Münster, Nordrhein-Westfalen

Auf: 114 Quadratmetern

Umbaukosten: etwa 130.000 Euro

Expertin: Innenarchitektin Esther Strohecker

Fotos: Hartwig Wachsmann/privat


© Esther Strohecker Innenarchitektur

Als Kind lebte die Bauherrin selbst in dem Reihenmittelhaus im Norden von Münster. "Als sie es dann irgendwann von ihren Eltern erbte, wollte sie wieder darin wohnen", sagt Innenarchitektin Esther Strohecker. "Ihr Wunsch war es nun, die gute alte Zeit hinter sich zu lassen und ein frisches, modernes Zuhause zu schaffen. Im Haus herrschte überall noch den Geist der Entstehungszeit: dunkle Fliesen oder Hölzer an Wand und Boden, dazu viel zu kleine Räume und dunkle noch dazu", sagt Strohecker. "Da gab es einiges zu tun."

Die L-förmige Küche befindet sich gleich neben dem Eingang und ist heute hell und modern – weißen, maßgefertigten Hochglanzfronten und einem Spritzschutz aus Glas in Grün sei Dank. Doch das war nicht immer so …


© Esther Strohecker Innenarchitektur Münster

VORHER: Wenn man sich eine in die Jahre gekommene Küche vorstellt, dann wohl in etwa so. Seit über 40 Jahren wurde hier nichts mehr verändert. Dunkles Holz und ein altbackener Fliesenspiegel luden nicht zu geselligen Kochstunden ein. Die ohnehin kleine Küche wirkte durch den Esstisch noch gedrungener.


© Esther Strohecker Innenarchitektur

Am liebsten kocht die Hausherrin jetzt Fisch und andere Köstlichkeiten aus der maritimen Küche. "Das Bullauge und der Oktopus auf der farbenfrohen Tapete bilden den Bezug zu den Kochkünsten der Bewohnerin. Der Raum ist jetzt ihre Kochkombüse", sagt Strohecker lachend.

Statt eines richtigen Esstisches steht hier nur noch ein kleiner Beistelltisch – für das schnelle Frühstück am Morgen oder wenn sich Besuch zum Plaudern beim Kochen dazugesellen möchte.


© Esther Strohecker Innenarchitektur Münster

VORHER: Vor allem der Flur machte der Bauherrin Sorgen: Seit den Siebzigern nicht mehr renoviert, war das Entree düster und überhaupt nicht einladend.


© Esther Strohecker Innenarchitektur

NACHHER: Neben einem neuen hellen Bodenbelag aus Steinzeugfliesen und einem modernen Einbauschrank hängt ein raumhoher Spiegel im renovierten Flur. Schiebt man die Küchentür zur Seite, wird er fast vollständig verdeckt, aber "das Bullauge gibt noch genug Blick frei, um Haare oder Make-Up vor dem Verlassen des Hauses zu prüfen", so Strohecker. Außerdem wird durch den Spiegel jederzeit das Tageslicht in alle Ecken des recht dunklen Flurs gelenkt. Die Garderobentür ist von Abet Laminati und aus einer HPL-Platte, die mit einer ausgestanzten Alu-Fläche bezogen wurde. "Ein nettes Spiel mit Kreisen im Flur", sagt die Innenarchitektin.

Weitere inspirierende Ideen zu Fluren

Die Holztreppe ist geblieben, nur das Geländer wurde mit einem weißen Anstrich versehen. "Die Treppe ist sozusagen das letzte bauliche Zitat des alten Hauses."

Durch das Bullauge in der Schiebetür zum Flur sind außerdem Einblicke in die Küche und umgekehrt möglich. "Lange, schmale Grundrisse sind für viele Reihenmittelhäuser typisch. Aber mit solchen Durchblicken oder den Möglichkeiten einer Schiebetür kann man beengte Raumsituationen gut auflockern", so die Innenarchitektin.


© Esther Strohecker Innenarchitektur Münster

VORHER: Die Eltern der Bauherrin fühlten sich in ihrem alten Interieur wohl. Von modernem Stil war hier aber längst nicht mehr die Rede. "Jede Etage ist nur knapp 57 Quadratmeter groß", sagt Strohecker. "Um das Wohnzimmer offen und modern zu gestalten, mussten wir neben dem Interieur also auch etwas am Grundriss ändern."


Lesen Sie den vollständigen Artikel auf Houzz .