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27.03.2018
LBS Landesbausparkassen
Infodienst Bauen und Finanzieren

Eigenheim: Regelmäßige Pflege zahlt sich aus

Modernisierungsmaßnahmen steigern den Wert, verbessern die Wohnqualität und können zum Klimaschutz beitragen.

Regelmäßige Pflege

Eigenheim: Regelmäßige Pflege zahlt sich aus

56 Prozent der Wohnungen in Deutschland wurden zwischen 1949 und 1990 erbaut. Rund ein Viertel der fast 40 Millionen Wohnungen ist sogar noch älter. Grundsätzlich benötigen Bestandsbauten eine regelmäßige Pflege und Instandhaltung – je älter das Baujahr, desto umfassender die Maßnahmen. Modernisierungen steigern den Wert der Immobilie, verbessern die Wohnqualität und können zum Klimaschutz beitragen.

Eine Bestandsimmobilie entspricht häufig nicht mehr den heutigen energetischen Standards. Das belastet nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel der Eigentümer. Durch gezielte Modernisierungsmaßnahmen sparen sie Energie und senken ihre Nebenkosten. So lässt sich der Energieverbrauch durch den Austausch der Heizung um bis zu 30 Prozent reduzieren. Doch eine moderne Heizungsanlage nützt nichts, wenn die Wärme wieder nach draußen entschwindet. Mit einer zeitgemäßen Dämmung der Gebäudehülle und dem Einbau von Isolierglasfenstern kann weitere Energie eingespart werden.

Ein Umbau wirkt sich auch auf die Wohnqualität aus: Wer zum Beispiel Trennwände entfernt und damit großzügigere Räume schafft oder sich für einen Anbau entscheidet, wohnt moderner, steigert den Wohnkomfort und plant vorausschauend für neue Lebensabschnitte – sei es für barrierefreies Wohnen im Alter oder mehr Platz für den Nachwuchs. Grundsätzlich gilt: Eine regelmäßige Instandhaltung zahlt sich aus, denn sie beugt auch Schäden am Gebäude vor. „Heizungsanlagen haben eine Lebensdauer von rund 15 Jahren. Nach 20 bis 30 Jahren sollten Elektrik, Bodenbeläge und das Dach erneuert werden,“ sagt Albrecht Luz von der LBS. „Eine umfangreiche Modernisierung nach solch einem Zeitraum ist sinnvoll und steigert den Wert der Immobilie.“

Mit einem Bausparvertrag können Eigenheimbesitzer schon frühzeitig für eine Sanierung vorsorgen und sich die heutigen niedrigen Zinsen langfristig sichern. „Sinnvoll ist, je nach Alter und Zustand der Immobilie jährlich rund 10 Euro pro Quadratmeter als Instandhaltungsrücklage anzusparen. Sobald der Vertrag zuteilungsreif ist, können Bausparer ihr Guthaben und das zinsgünstige Bauspardarlehen nutzen, um mit dem Umbau loszulegen“, sagt Luz. „Mein Tipp: Modernisierer benötigen häufig kleine bis mittlere Kreditsummen. Viele Bausparkassen bieten Darlehen bis 30.000 Euro – sogenannte Blankodarlehen – auch ohne Eintragung einer Grundschuld an. So spart der Eigentümer Notar- und Grundbuchgebühren.“

Energieausweise neu beantragen

Energiesparendes Bauen ist in Deutschland längst Standard. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) legt dazu energetische Mindestanforderungen an das Gebäude fest, vor allem hinsichtlich der Wärmedämmung sowie der Heizungs- und Klimatechnik. Bereits seit Juli 2008 müssen Eigentümer interessierten Käufern und neuen Mietern den Energieausweis der Immobilie vorlegen. Hausbesitzer aufgepasst: Energieausweise, die im Jahr 2008 für bis 1966 errichtete Wohngebäude ausgegeben wurden, verlieren in diesem Jahr nach zehn Jahren ihre Gültigkeit. Eigentümer solcher Immobilien müssen daher einen neuen Ausweis beantragen, wenn sie in Zukunft vermieten, verkaufen oder verpachten möchten. Dazu können sie sich an einen qualifizierten Energieberater wenden. Unter www.energie-effizienz-experten.de stellt etwa die Deutsche Energie-Agentur eine Liste mit Beratern zur Verfügung. Gebäude mit Baujahr nach 1966 benötigen ab 2019 einen neuen Energieausweis, da er erst ab 2009 verpflichtend wurde.

Sanierung: Auf das Baujahr kommt es an

Nach dem Kauf einer Bestandsimmobilie steht häufig eine Sanierung auf dem Plan. Wie umfangreich diese ausfällt, hängt auch von der Immobiliengeneration ab. Denn jede Bauepoche hat ihre typischen Schwachstellen.

vor 1970
Bei Häusern, die vor 1970 erbaut wurden, herrscht häufig umfassender Sanierungsbedarf, vor allem mit Blick auf den Wärmeschutz. Denn die erste Wärmeschutzverordnung wurde in Deutschland erst 1977 eingeführt, einen Grenzwert für den Energieverbrauch in Wohngebäuden gab es bis dahin nicht. Das zeigt sich auch in den damals verwendeten Baumaterialien: Sehr dünne Innenwände (6 bis 11,5 cm) sind für Altbauten dieser Zeit typisch. Zudem sollten einfachverglaste Fenster und Elektroinstallationen ausgetauscht werden. Bei Häusern aus den 1960er Jahren lohnt sich ein genauer Blick auf das Dach, insbesondere bei für diese Zeit modernen Flachdächern – diese könnten undicht werden.

1970 – 1990
Trotz der ersten Wärmeschutzverordnung und einem damit einhergehenden sinkenden Energieverbrauch sind viele Gebäude aus diesen Jahrzehnten heute energetisch veraltet. So sollten auch hier unzureichend gedämmte Fassaden verstärkt und die Verglasung der Fenster an heutige Standards angepasst werden. Außerdem empfiehlt es sich, überholte Heizungsanlagen auszutauschen, ebenso unwirtschaftliche Warmwasserbereiter wie Gasdurchlauferhitzer oder Warmwasserspeicher. Käufer, die sich für eine Immobilie aus dieser Bauepoche interessieren, sollten das Haus zudem gründlich auf Schadstoffe überprüfen lassen: Vor allem Bauteile aus den Siebzigern und Achtzigern können gesundheitsschädliche Werkstoffe wie Asbest enthalten.

nach 1990
Ab den 1990er Jahren setzte sich die Niedrigenergiebauweise durch. Mit wachsenden Anforderungen an die Nachhaltigkeit von Wohngebäuden entwickelten sich die gesetzlich vorgegebenen Energiestandards allerdings schnell weiter. Daher kann es sein, dass auch bei jüngeren Gebäuden nachgebessert werden muss – etwa bei der Dachdämmung oder der Heizungsanlage. So ist möglicherweise die Umstellung von einer klassischen Öl- oder Gasheizung auf regenerative Energieträger wie zum Beispiel eine Holzpelletheizung oder eine Wärmepumpe sinnvoll. Außenwände sollten auf Wärmebrücken und Schimmelbefall in den Ecken, die Fenster auf ausreichenden Schall- und Wärmeschutz hin überprüft werden.

Gut zu wissen

Unter www.lbs.de/modernisieren finden Haus- und Wohnungsbesitzer viele Informationen zum Thema Modernisierung inklusive deren Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten. So können sie mit dem LBS-Renovierungskosten-Rechner vorab die Kosten der geplanten Maßnahmen berechnen und herausfinden, wie viel Energie sie dadurch einsparen können. Der Modernisierungsrechner zeigt die passende Finanzierung für das Projekt auf.

Kontakt

Ihr Pressekontakt
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Kathrin Hartwig
Tel.: 0711 183-2377
E-Mail: kathrin.hartwig@LBS-SW.de