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In 15 Sekunden ins fremde Heim

16.08.2016 - Infodienst Bauen und Finanzieren

In 15 Sekunden ins fremde Heim

Die Anzahl der Wohnungseinbrüche steigt seit einigen Jahren kontinuierlich. Im vergangenen Jahr wurden rund ein Drittel mehr Einbrüche gemeldet als noch vor fünf Jahren. Die Täter machen sich dabei häufig mangelnde Sicherheitstechnik zunutze.

Der Sommer ist Haupturlaubszeit. Viele Deutsche genießen die freien Tage in der Ferne, Haus oder Wohnung stehen dann leer. Einbrecher haben in dieser Zeit Hochkonjunktur. Die Zahl der Einbrüche stieg im vergangenen Jahr auf rund 160.000 an – das sind etwa 33 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. Das zeigt der Einbruch-Report 2016 der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Nur 15 Sekunden reichen einem Einbrecher durchschnittlich, um in ein Haus oder eine Wohnung einzudringen. Die Täter nutzen typische Schwachstellen. So ist zum Beispiel die in Fenstern und Türen verbaute Sicherheitstechnik häufig veraltet: Zylinderschlösser an Haustüren und einfache Rollzapfenverschlüsse an Fenstern sind für Täter kein Hindernis.

Der materielle Schaden, der den Haus- oder Wohnungsbewohnern entsteht, ist enorm. Im Schnitt beträgt er 3.250 Euro pro Einbruch. Ein einfaches Sicherheitspaket inklusive einbruchhemmender Wohnungstür und Fenster gibt es hingegen je nach Größe des Hauses für zusätzliche 1.500 und 2.500 Euro zur Standardausstattung. „Ein Großteil der Schäden könnte vermieden werden, wenn Haus- und Wohnungseigentümer ihre veraltete Sicherheitstechnik aufrüsten und modernisieren“, sagt Thomas Thiet von der LBS.

„Wer neu baut oder sein Haus ohnehin auf Vordermann bringt, sollte die Kosten für moderne Sicherheitstechnik von vornherein in die Gesamtfinanzierung einplanen“, rät der LBS-Experte. Momentan sind die Zinsen so günstig wie nie zuvor und die Investition lohnt sich. Laut Kriminalstatistik der Polizei scheitern knapp 40 Prozent aller Einbrüche dank vorhandener Sicherung.


16.08.2016 - Infodienst Bauen und Finanzieren

Initiative K-Einbruch

Alle zwei Minuten – so oft findet in Deutschland ein Einbruchversuch statt. Darum hat die Polizei 2012 die Initiative „K-Einbruch“ ins Leben gerufen. Die Sparkassen-Finanzgruppe unterstützt die Aktion. Das Ziel: Ein Rückgang der Einbruchskriminalität. Der Weg: Menschen für eine eigenverantwortliche Einbruchsvorsorge sensibilisieren. Teil der Kampagne ist der jährlich stattfindende „Tag des Einbruchschutzes“. Deutschlandweit informiert die Polizei Mieter und Hauseigentümer über Einbruchschutz und gibt Sicherheitsempfehlungen für den Alltag. Der nächste „Tag des Einbruchschutzes“ findet am 30. Oktober 2016 statt. Mehr Infos zu der Initiative „K-Einbruch“ finden Sie unter: www.k-einbruch.de


16.08.2016 - Infodienst Bauen und Finanzieren

Keine Chance für Einbrecher

Wer glaubt, dem Einbruchrisiko hilflos ausgeliefert zu sein, liegt falsch. Durchschnittlich vier von zehn Einbruchversuchen können dank moderner Sicherheitstechnik verhindert werden. In mechanische Sicherungen wie Tür- und Fensterverriegelungen oder elektronische Überwachungssysteme zu investieren, lohnt sich also. Vor allem in der Ferienzeit ist Vorsicht geboten: Einbrecher sollten auf keinen Fall erkennen, dass Wohnungen oder Häuser leer stehen.

Mechanische Sicherung
Gerade Fenster und Türen erweisen sich häufig als Sicherheitslücke. Mit wenigen Maßnahmen können Sie Einbrechern den Weg ins Eigenheim aber erschweren. Bei einem Neubau empfiehlt es sich, direkt eine einbruchhemmende Tür einzubauen. Bereits vorhandene Türen können durch Schutzbeschläge, Sperrbügel und Querriegelschlösser nachgerüstet werden. Fenster können mit Zusatzschlössern abgesichert werden. Das erschwert ein Aufhebeln. Weiteren Schutz bieten Fenster mit bruchsicherem Glas oder einer durchwurfhemmenden Sicherheitsfolie.

Elektronische Sicherung
Zum zusätzlichen Einbruchschutz kann eine geprüfte und zertifizierte Alarmanlage installiert werden, die im Falle eines Einbruchs ein Signal an eine Notrufzentrale weiterleitet. Ebenfalls hilfreich: Überwachungskameras können bei der späteren Aufklärung helfen und dienen zudem als Täterabschreckung. Doch Vorsicht – die Kameras könnten dem Täter auch signalisieren: „Hier gibt es etwas zu holen“. Zur doppelten Absicherung sollten Bewegungsmelder angebracht werden. Sie beleuchten den Außenbereich, sobald sich ein Einbrecher nähert.

Einbruchschutz während des Urlaubs
Wer bei seiner Rückkehr aus dem Urlaub keine böse Überraschung erleben möchte, sollte Folgendes beachten: Wenn Familienmitglieder oder Nachbarn den Briefkasten regelmäßig leeren, signalisiert das Anwesenheit. Die Tageszeitung sollte für die Urlaubszeit ebenfalls abbestellt werden. Licht kann über eine Zeitschaltuhr reguliert werden und lässt das Haus bewohnt erscheinen. Im Außenbereich sollte darauf geachtet werden, dass keine Kletterhilfen wie Leitern oder Gartenstühle herumliegen, die den Einstieg ins Haus oder in die Wohnung unnötig erleichtern. Besonders gefährlich sind außerdem Urlaubsankündigungen auf Social Media Kanälen wie Facebook oder Twitter. Sie verbreiten sich schnell und sind eine öffentliche Einladung für Einbrecher.


16.08.2016 - Infodienst Bauen und Finanzieren

Staatliche Förderung von Einbruchschutz

Das Bundesbauministerium (BMUB) unterstützt im Rahmen von Förderprogrammen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Investitionen zum Einbruchschutz. Private Eigentümer und Mieter können bis 2017 Zuschüsse beantragen.

- Je nach Höhe der Investitionskosten reichen die Zuschüsse von mindestens 200 Euro bis maximal 1.500 Euro

- Die Förderung beinhaltet unter anderem den Einbau von Alarm- und Gegensprechanlagen, sowie die Nachrüstung einbruchhemmender Türen und Fenster

- Wer zusätzlich Barriere reduzierende Maßnahmen umsetzt, erhält einen erhöhten Zuschuss von maximal 6.250 Euro

- Der Mindestinvestitionsbetrag für alle Maßnahmen liegt bei 2.000 Euro

- Um die Voraussetzung für eine Förderung zu erfüllen, müssen die Maßnahmen von einem Fachunternehmen des Handwerks durchgeführt werden


Material zum Download

Infodienst Bauen und Finanzieren (PDF 0,173 MB)

Kontakt

LBS Landesbausparkassen
Kathrin Hartwig

Telefon: 0711 183-2377

kathrin.hartwig@LBS-SW.de