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Junge Auszubildende: Mehr Konsum, weniger Vorsorge

27.09.2016 - LBS Landesbausparkasse Südwest - Infodienst Bauen und Finanzieren

Junge Auszubildende: Mehr Konsum, weniger Vorsorge

In diesen Wochen haben wieder viele Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland ihre Ausbildung begonnen. Bundesweit sind es mehr als 500.000, die jedes Jahr in den Beruf starten und zum ersten Mal ihr eigenes Geld verdienen.

Im Schnitt 832 Euro brutto im Monat hat ein Lehrling in Westdeutschland im vergangenen Jahr verdient, in Ostdeutschland waren es 769 Euro. Das reicht zwar häufig noch nicht, um bei den Eltern auszuziehen, wohl aber, um regelmäßig ein paar Euro zurückzulegen, etwa für den Urlaub oder das erste Auto. Woran viele Berufsanfänger häufig jedoch noch nicht denken, ist die Altersvorsorge. Dabei steht jetzt schon fest, dass aufgrund des demografischen Wandels die staatliche Rente für die jungen Generationen künftig nicht mehr ausreichen wird.

Das ist den unter 30-Jährigen auch durchaus bewusst, gleichwohl nimmt ihre Sparneigung ab. Laut Vermögensbarometer 2014, einer Untersuchung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, bilden gut 50 Prozent der 24- bis 29-Jährigen keine Rücklagen für das Alter. Der Trend zur Vorsorge ist sogar rückläufig. Gleichzeitig steigt die Konsumlaune der Jugendlichen und jungen Erwachsenen: 15 Prozent der Befragten gaben an, mehr Geld ausgegeben zu haben als im Vorjahr; 18 Prozent wollten künftig sogar noch mehr ausgeben.

Dass es auch anders geht, zeigt die andere Hälfte der unter 30-Jährigen: Immerhin jeder zweite (47 Prozent) sorgt aktiv für das Alter vor oder beschäftigt sich zumindest mit dem Thema. „Wenn es um die Altersvorsorge geht, dann gilt im wahrsten Sinne des Wortes: ‚Zeit ist Geld‘“, sagt Monika Grave von der LBS. „Je früher junge Menschen mit der Vorsorge beginnen, desto leichter lässt sich schon mit kleinen Beiträgen über die Zeit ein solides finanzielles Fundament aufbauen.“

Angesichts der anhaltenden Niedrigzinsen lohnt es sich zum Beispiel, über Wohneigentum nachzudenken. Ein Tipp, der vielen entgegenkommen dürfte. Denn laut Trendindikator 2015, einer Untersuchung von TNS Infratest unter anderem im Auftrag der Landesbausparkassen, möchte jeder Dritte unter 30-Jährige in den nächsten zehn Jahren eine Immobilie kaufen oder bauen. 61 Prozent sehen Haus und Grundbesitz sogar als „beste Geldanlage“ an.


27.09.2016 - LBS Landesbausparkasse Südwest - Infodienst Bauen und Finanzieren

Die TOP 5 der Ausbildungsberufe

Astronaut, Lokführer oder Tierpfleger werden – davon träumen viele kleine Kinder. Die Berufsziele von Jugendlichen klingen da schon wesentlich weniger abenteuerlich. Auf Platz 1 der beliebtesten Ausbildungsberufe steht vermutlich auch in diesem Jahr wieder die/der Kauffrau/-mann im Einzelhandel. Im vergangenen Jahr begannen mehr als 30.000 junge Menschen ihre Ausbildung für diesen Beruf.

Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge 2015

Kauffrau/-mann Einzelhandel 30.474

Kauffrau/-mann Büromanagement 28.449

Verkäufer/in 24.027

Kraftfahrzeugmechatroniker/in 20.259

Industriekaumann/-frau 17.922

Quelle: Statistisches Bundesamt 2016


27.09.2016 - LBS Landesbausparkasse Südwest - Infodienst Bauen und Finanzieren

Mit Hilfe des Staates in die eigenen vier Wände

Wer die Schule abgeschlossen hat und seine Berufsausbildung startet, hat jede Menge Träume für die Zukunft. Knapp 50 Prozent der unter 30-Jährigen wünschen sich ein Eigenheim (siehe Grafik). Für den, der früh mit dem Sparen anfängt, muss das kein Wunschtraum bleiben. In vielen Fällen hilft der Staat beim Sparen für die eigenen vier Wände.

Wohnungsbauprämie für Bausparer
Bausparer ab 16 Jahren unterstützt Vater Staat mit der Wohnungsbauprämie. Sie ist vor allem für Auszubildende und Berufsstarter interessant, denn das jährlich zu versteuernde Einkommen darf 25.600 Euro nicht überschreiten (Ehepaare 51.200 Euro). Gefördert werden Einzahlungen zwischen 50 und 512 Euro pro Jahr mit 8,8 Prozent. Das macht rund 45 Euro im Jahr, für Ehepaare das Doppelte. Die Prämie gibt es allerdings nur, wenn das Guthaben wohnwirtschaftlich verwendet wird, also für den Bau, Kauf oder die Modernisierung einer Immobilie. Eine Ausnahme gibt es für junge Sparer: Wer bei Abschluss des Bausparvertrages unter 25 Jahre alt ist, darf nach sieben Jahren frei über das Guthaben inklusive Prämie verfügen – diese Gelegenheit gibt es für jeden Sparer jedoch nur einmal.

Arbeitnehmersparzulage nutzen
Viele Unternehmen zahlen ihren Mitarbeitern neben dem Gehalt sogenannte vermögenswirksame Leistungen (vL) – je nach Betriebsvereinbarung oder Tarifvertrag bis zu 40 Euro monatlich. Wer seine vL in einen Bausparvertrag einzahlt, kann zusätzlich von der staatlichen Arbeitnehmersparzulage profitieren. Das sind nochmal bis zu 43 Euro pro Jahr extra. Aber auch hier gelten Einkommensgrenzen: Bei unverheirateten Personen darf das jährlich zu versteuernde Einkommen maximal 17.900 Euro betragen, für Verheiratete liegt die Grenze bei 35.800 Euro. Tipp: Auch wer keine vL erhält, kann in den Genuss der Zulage kommen, indem er sich Teile seines Gehalts nicht bar auszahlen, sondern direkt auf das Bausparkonto überweisen lässt.

Wohn-Riester: Berufseinsteiger-Bonus für junge Erwachsene
Wer von einem Eigenheim träumt, für den lohnt sich auch das Riester-Bausparen. Denn damit sichern sich Sparer nicht nur die aktuell sehr niedrigen Bauspardarlehenszinsen für ihre künftigen eigenen vier Wände, sondern profitieren auch von staatlichen Zulagen: Förderberechtigte erhalten jährlich eine Grundzulage von maximal 154 Euro, pro Kind kommen noch einmal bis zu 300 Euro dazu. Für junge Erwachsene unter 25 Jahren gibt es zusätzlich einen einmaligen Berufsstarter-Bonus von bis zu 200 Euro. Damit summiert sich die Eigenheim-Förderung im ersten Jahr auf bis zu 354 Euro. Das Besondere am Riester-Bausparen: Die Zulagen fließen ab Vertragsbeginn sowohl in der Spar- als auch in der späteren Darlehensphase des Bausparvertrages. Zudem gelten – anders als bei anderen Förderungen – bei Wohn-Riester keine Einkommensgrenzen.


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Wie sparen junge Menschen?

Bausparen ist nur was für Spießer? Das sieht die sogenannte „Generation Y“ ganz anders. Tatsächlich liegt der Bausparvertrag nach einer Befragung von 2500 Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 17 und 27 Jahren auf Platz 2 der beliebtesten Anlageformen (TNS Infratest, 2015). Demnach haben 56 Prozent der jungen Menschen einen Bausparvertrag abgeschlossen. Auf Platz 1 stehen das Sparbuch, Festgeld und festverzinsliche Wertpapiere, die 60 Prozent der Befragten für das Sparen nutzen. Weit abgeschlagen mit 16 Prozent sind Aktien und Aktienfonds.


Material zum Download

Infodienst Bauen und Finanzieren (PDF 0,121 MB)

Kontakt

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