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Das Eigenheim der Zukunft

05.04.2017 - Infodienst Bauen und Finanzieren

Das Eigenheim der Zukunft

Immobilienbesitzer spielen eine wichtige Rolle, die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen. Bereits heute müssen Bauherren hohe energetische Anforderungen einhalten. Wer für die Zukunft gerüstet sein will, sollte sich aber an den Standards von morgen orientieren.

Mit ihrer Klimastrategie will die Bundesregierung die Emissionen von Treibhausgasen in Deutschland erheblich senken. Ein großer Schritt ist bereits getan: Bis 2014 konnte Deutschland seine Treibhausgas-Emissionen um knapp 28 Prozent gegenüber 1990 verringern. Bis zum Jahr 2020 sollen es 40 Prozent sein, bis 2050 sogar 80 bis 90 Prozent. Damit wäre der Gebäudebestand nahezu klimaneutral.

Um dieses Ziel zu erreichen, muss sich die Bundesregierung anstrengen. Erst 2016 hat sie den Höchstwert für den jährlichen Primärenergiebedarf eines Neubaus um 25 Prozent gesenkt. Denn der Wohnungs- und Eigenheimsektor trägt einen Großteil zum Erreichen der Klimaschutzziele bei: Rund ein Drittel der CO2-Emissionen in Deutschland entfallen laut Umweltbundesamt auf Gebäude. Zudem ist der Gebäudesektor verantwortlich für etwa 40 Prozent des Energieverbrauchs. Immobilienbesitzer können durch energieeffiziente Maßnahmen also nicht nur das Klima, sondern auch den eigenen Geldbeutel schonen.

Schon jetzt ist energiesparendes Bauen in Deutschland längst Standard. Wer neu baut, muss sich an die aktuelle Energieeinsparverordnung (EnEV) halten. Diese legt die energetischen Mindestanforderungen des Gebäudes fest, vor allem hinsichtlich der Wärmedämmung sowie der Heizungs- und Klimatechnik. Zudem sind Bauherren durch das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) seit 2009 verpflichtet, den Wärmeenergiebedarf des Eigenheims anteilig mit erneuerbaren Energien wie Solarthermie oder Biomasse zu decken.

„Die gesetzlichen Standards werden immer höher angesetzt. Bereits ab dem Jahr 2021 sollen die europaweiten Neubaustandards weiter angehoben werden“, sagt Sabine Schmitt von der LBS. Passivhäuser benötigen kaum Energie zum Heizen (rund 15 kWh/m² pro Jahr). Die Baustandards der Zukunft gehen sogar noch weiter: Nullenergiehäuser produzieren genauso viel Energie, wie sie verbrauchen. Plusenergiehäuser können sogar energiegewinnend sein.


05.04.2017 - Infodienst Bauen und Finanzieren

Bausparen vielseitig nutzen

Der Traum von den eigenen vier Wänden lässt sich mit einem Bausparvertrag besonders günstig realisieren. Damit sichern sich Bauherren ein günstiges Bauspardarlehen mit den niedrigen Zinsen von heute über die gesamte Laufzeit und können zusätzlich von staatlichen Zuschüssen profitieren. Dabei muss der Vertrag nicht zwangsläufig für den Bau oder Erwerb des Eigenheims genutzt werden. Auch Modernisierungen wie zum Beispiel energetische Umbaumaßnahmen lassen sich mit Bausparen günstig finanzieren. Bausparer bleiben also flexibel.


05.04.2017 - Infodienst Bauen und Finanzieren

Passivhaus, Nullenergiehaus oder Plusenergiehaus - was steckt dahinter?

Unter den „Energiesparern“ sind Passivhäuser derzeit die am weitesten verbreitete Bauform. Die Häuser der Zukunft sind aber Nullenergie- oder Plusenergiehäuser. So unterscheiden sich die Gebäudestandards.

Passivhaus
Das Passivhaus verbraucht fast drei Viertel weniger Heizwärme als ein durchschnittlicher Neubau, der den derzeitigen, gesetzlich vorgegebenen Energiestandards entspricht. Für diese enorme Energieeinsparung sorgen besonders energieeffiziente Bauelemente sowie eine spezielle Lüftungstechnik. So halten dreifach- und wärmeschutzverglaste Fenster sowie eine hochwirksame Dämmung in Außenwänden, Dach und Bodenplatte die Wärme im Haus. Die Lüftungsanlage sorgt für gleichbleibend frische Luft. Zum Heizen nutzen Passivhäuser die im Inneren des Hauses vorhandenen Energiequellen – beispielsweise die Körperwärme von Personen oder einfallende Sonnenwärme.

Nullenergiehaus
Eine Weiterentwicklung des Passivhauses ist das Nullenergiehaus. Es verbraucht nur so viel Energie, wie es selbst auch produziert. Das bedeutet, dass keine Fremdenergie für Warmwasser, Kühlung oder Heizung benötigt wird. Der Stromverbrauch für Licht, Geräte oder Maschinen wird dabei allerdings nicht berücksichtigt. Ein Nullenergiehaus nach aktuellem Standard funktioniert also nicht komplett autark: Während die Sonne im Sommer zur Energiegewinnung genutzt werden kann, fällt diese Möglichkeit im Winter weg. Nullenergiehäuser sind daher an das allgemeine Stromnetz gekoppelt. Das heißt, sie können überschüssige Energie in das Stromnetz einspeisen, im Winter dafür Energie aus dem Netz beziehen. Nullenergiehäuser gelten aber dennoch als energieneutral, weil sie auf das Jahr gerechnet genau die Energiemenge produzieren, die gebraucht wird.

Plusenergiehaus
Plusenergiehäuser gelten als die bislang am weitesten entwickelte Form eines energieeffizienten Gebäudes. Ein Plusenergiehaus produziert mehr Energie als seine Bewohner verbrauchen und ist emissionsfrei. Erreicht wird dieser Standard unter anderem durch eine hocheffiziente Anlagentechnik und eine komplett regenerative Energieversorgung. Zusätzlich erzeugt eine Photovoltaikanlage Solarstrom. Die überschüssige, nicht genutzte Energie kann beispielsweise in das öffentliche Netz eingespeist oder zum Aufladen eines Elektroautos genutzt werden. Häuser, die einen Energieüberschuss produzieren und diesen auch speichern können, sind energieautark.


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Energieeffizient umbauen - diese Fördermittel gibt es

Wer in einem energieeffizienten Eigenheim leben möchte, muss nicht gleich neu bauen. Auch Bestandsimmobilien lassen sich energetisch sanieren. Dafür erhalten Eigenheimbesitzer Unterstützung vom Staat. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergibt im Rahmen ihrer Förderprogramme Darlehen von bis zu 100 000 Euro für Sanierungen zum KfW-Effizienzhaus und bis zu 50 000 Euro für energetische Einzelmaßnahmen. Wer seine Heizungsanlage auf erneuerbare Energien umstellt, kann zudem einen Kredit bis zu 50 000 Euro beantragen. Für eine besonders günstige Finanzierung können diese Förderdarlehen mit einem Bausparvertrag kombiniert werden. Weitere Informationen dazu gibt es auf: https://www.lbs.de/finanzieren. Auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unterstützt beim Modernisieren. Es bezuschusst Solaranlagen sowie Biomasseanlagen, zum Beispiel Holzpelletkessel und Wärmepumpen.


Material zum Download

Infodienst Bauen und Finanzieren (PDF 0,084 MB)

Kontakt

LBS Landesbausparkassen
Kathrin Hartwig

Telefon: 0711 183-2377

kathrin.hartwig@LBS-SW.de