Zurück

Nachhaltiges Bauen im Trend

29.06.2017 - Infodienst Bauen und Finanzieren

Nachhaltiges Bauen im Trend

Schadstoffe reduzieren, Luftqualität verbessern – an diesem Ziel arbeitet die Bundesregierung seit vielen Jahren. Auch Immobilienbesitzer können ihren Beitrag leisten, die Belastungen zu verringern. Etwa mit einer nachhaltigen Modernisierung.

Für Deutschland war 2016 das Jahr mit der niedrigsten Feinstaubbelastung seit 2000. Und dennoch: Die von der WHO (World Health Organisation) empfohlenen Werte für Ozon und Feinstaub wurden deutlich überschritten. Aktuelle Auswertungen des Umweltministeriums zeigen: In fast allen deutschen Großstädten lagen die Messungen für Stickoxide, die ebenfalls zur Feinstaubbelastung beitragen, zum Teil stark über dem zugelassenen Grenzwert.

Zwar liegt die Hauptursache der schlechten Luftqualität im Straßenverkehr, doch auch Hausbesitzer können zur Reduzierung der Belastungen beitragen, etwa durch „grünes Bauen“. Begrünte Dächer und bewachsene Fassaden liegen derzeit im Trend – und leisten gleichzeitig etwas für die Umwelt. So kann ein Bewuchs aus Moos und Flechten einen großen Teil des Feinstaubs verstoffwechseln. Laut einer Forsa-Umfrage würde die Mehrheit der Deutschen energieeffizient und nachhaltig bauen – also ressourcenschonend, kosteneffizient und gesundheitsfördernd. Dabei haben sie in erster Linie die Kosten im Blick: 94 Prozent der Befragten versprechen sich davon langfristig niedrige Kosten für Energie und Instandhaltung. Die geringeren Betriebskosten sind allerdings nur ein Vorteil eines nachhaltig gebauten Heims. Eigentümer steigern damit auch den Wert ihrer Immobilie und werden mit besseren Standards den steigenden klimapolitischen Anforderungen gerecht.

Bestehende Objekte können mit Modernisierungsmaßnahmen dem aktuellen Standard angepasst werden, etwa durch Wärmedämmungen oder ein modernes Heizungssystem. „Wer sich über den energetischen Zustand und Verbrauch seiner Immobilie informieren möchte, dem hilft ein Blick in den Energieausweis“, rät Sabine Schmitt von der LBS. „In einem bedarfsorientierten Ausweis finden Hausbesitzer zudem eine kurzgefasste Empfehlung zur energiesparenden Modernisierung beziehungsweise Sanierung ihrer Immobilie.“


29.06.2017 - Infodienst Bauen und Finanzieren

Das Eigentum aufwerten

Eine energetische Modernisierung des Eigentums senkt nicht nur die Nebenkosten, sondern wertet die Immobilie auch auf. Die Investition lohnt sich also durchaus. Der passende Tarif für die persönlichen Modernisierungs-Bedürfnisse lässt sich einfach berechnen – etwa mit dem LBS-Finanzierungsrechner auf www.lbs.de/modernisieren.

Besonders für Vermieter interessant: Mieter dürfen an den Kosten für die Umbaumaßnahme beteiligt werden – bis zu elf Prozent der reinen Baukosten (ohne Finanzierungskosten und Fördermittel) können auf die Jahresmiete umgelegt werden. Voraussetzung ist, dass die Modernisierung spürbar den Wohnwert verbessert oder nachhaltig Energie oder Wasser einspart. Dazu zählen beispielsweise eine Verbesserung der Wärmedämmung, die Installation einer Solaranlage oder der Einbau eines Aufzugs. Ebenfalls wichtig: Der Vermieter muss seine Mieter spätestens drei Monate vor Beginn der Bauarbeiten ausführlich über die geplanten Maßnahmen, die Höhe des Mietanstiegs sowie über mögliche Auswirkungen auf die Nebenkosten informieren.


29.06.2017 - Infodienst Bauen und Finanzieren

Altbausanierung - Das sollten Sie beachten

Eigentümer, die ein altes Gebäude sanieren, sollten darauf achten, dass sie ihren Anspruch auf Bestandsschutz nicht verlieren. Der Bestandsschutz ist ein rechtlicher Schutz für Gebäude gegenüber nachträglichen staatlichen Anforderungen. Auch dann, wenn ein Gebäude nicht mehr den derzeitigen Bauvorschriften entspricht.

  • Formen des Bestandsschutzes: Der passive Bestandsschutz garantiert das Recht, ein Gebäude im damals genehmigten Zustand zu unterhalten und zu nutzen – auch dann, wenn es nach den heute geltenden gesetzlichen Vorschriften so nicht mehr erbaut werden dürfte. Der sogenannte aktive oder überwirkende Bestandsschutz ermöglichte zudem Modernisierungen und Erweiterungen eines Gebäudes. Der aktive Bestandsschutz wird von der höchstrichterlichen Rechtsprechung nicht mehr anerkannt. Gebäude sind heute nur noch über den passiven Bestandsschutz geschützt.
  • Passiver Bestandsschutz: Eigentümer, die sich auf den passiven Bestandsschutz berufen, sollten einige Punkte beachten: Der Bestandsschutz umfasst zwar Reparaturen und Instandhaltungsarbeiten, jedoch keine Bestands- oder Funktionsänderungen sowie baulichen Erweiterungen oder einen Ersatzbau. Als Instandhaltung gilt das Wiederherrichten zerstörter oder schadhafter Bauteile und das Beseitigen von Mängeln und Schäden. Diese Maßnahmen müssen den bisherigen Gebäudezustand im Wesentlichen unverändert lassen oder diesen wiederherstellen und erhalten. Wichtig ist, dass dabei die Identität des Bauwerks gewahrt bleibt. Das bedeutet, dass das Volumen nicht erweitert werden darf und die erforderlichen Instandhaltungsmaßnahmen nicht denen für einen Neubau gleichkommen dürfen. Diese Arbeiten dürfen also keine statische Neuberechnung erfordern.
  • Ende des Bestandsschutzes: Der Bestandsschutz bleibt nicht dauerhaft bestehen, sondern kann auch verfallen. Zum Beispiel, wenn das geschützte Gebäude nicht mehr vorhanden ist. Außerdem ist ein Gebäude nicht mehr bestandsgeschützt, wenn es bereits so verfallen ist, dass die Instandsetzungsarbeiten denen für einen Neubau nahezu gleichkommen würden. Werden moderne Materialien zur Wiederherstellung verwendet, die die Bausubstanz verändern, verfällt der Bestandsschutz ebenfalls. Ein weiterer Grund für das Ende des Bestandsschutzes liegt in der Nutzung. Etwa, weil die Anlage nicht mehr für den ursprünglich genehmigten Zweck genutzt wird.


29.06.2017 - Infodienst Bauen und Finanzieren

Steuervorteil durch Denkmal

Besitzer eines denkmalgeschützten Gebäudes können bei einer Sanierung auf staatliche Unterstützung zählen. Die sogenannte „Absetzung für Abnutzung“ – auch Denkmal-AfA genannt – fördert den Erhalt schützenswerter Immobilien. Eigentümer haben die Möglichkeit, die Sanierungskosten über mehrere Jahre verteilt steuerlich abzusetzen. Wer sein Denkmal selbst bewohnt, darf über zehn Jahre insgesamt 90 Prozent dieser Ausgaben bei der Einkommensteuer geltend machen, Kapitalanleger verteilt über zwölf Jahre sogar 100 Prozent. Eigentümer sollten dabei immer im Blick behalten, dass sie bei Renovierungen und Umbauten nicht so frei agieren können, wie ohne Denkmalschutz. Denn es dürfen nur die Kosten geltend gemacht werden, die laut Gesetz der Erhaltung und sinnvollen Nutzung als Baudenkmal dienen. Absetzbar sind etwa der Einbau neuer Fenster oder einer Heizung sowie Dach- und Fassadensanierungen. Anbauten, Außenanlagen oder Garagen zählen nicht dazu. Gleichzeitig müssen Eigentümer vor der geplanten Sanierung die Maßnahmen mit der Denkmalschutzbehörde abstimmen und eine denkmalrechtliche Genehmigung einholen. Nach fertiger Modernisierung erhalten sie eine Bescheinigung zur Vorlage beim Finanzamt.


Material zum Download

Infodienst Bauen und Finanzieren

Kontakt

LBS Landesbausparkassen
Kathrin Hartwig

Telefon: 0711 183-2377

kathrin.hartwig@LBS-SW.de