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19.12.2017
LBS Landesbausparkassen
Infodienst Bauen und Finanzieren

Mit dem Eigenheim der Zinsflaute trotzen

Die Niedrigzinsphase macht die selbstgenutzte Immobilie als Vermögensanlage bei den Deutschen besonders beliebt

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Die selbst genutzte Immobilie ist die beliebteste Vermögensanlage der Deutschen. Viele sehen sie als sicheres Fundament – gerade in der Niedrigzinsphase. Den Erwerb von Wohneigentum planen derzeit vor allem junge Familien.

Ob als Geldanlage oder als Altersvorsorge: Die Mehrheit der Deutschen setzt auf die selbst genutzte Immobilie, um der Zinsflaute zu trotzen. Für 54 Prozent der Bundesbürger ist sie die beste Anlageform. Das ist ein Ergebnis des diesjährigen Vermögensbarometers des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). Während sich Sparer immer schwerer tun, zu auskömmlichen Renditen Geld anzulegen, können sich Immobilienerwerber über die günstigen Zinsen freuen, die für niedrige Tilgungsraten sorgen. Entsprechend stehen Sachwerte hoch im Kurs.

Gefragt ist Wohneigentum vor allem bei jungen Familien: Rund 30 Prozent von ihnen würden gerne eine Immobilie erwerben oder bauen – die meisten, um selbst darin zu wohnen. Das wünschen sich 64 Prozent. Ebenfalls hoch ist die Bereitschaft, für den Erwerb eines Eigenheims einen Kredit aufzunehmen. Während sich dies 75 Prozent der Gesamtbevölkerung vorstellen können, sind es bei den jungen Familien sogar 88 Prozent. Wichtig ist ihnen eine stabile Eigenkapitalbasis: Die Hälfte will sich maximal 60 Prozent des Kaufpreises leihen.

„Ausreichend Eigenkapital ist eine wesentliche Voraussetzung für den Sprung in die eigenen vier Wände. Je mehr, desto besser. Idealerweise sollten zusätzlich zu den Erwerbsnebenkosten mindestens 20 Prozent des Kaufpreises vorhanden sein“, empfiehlt Albrecht Luz von der LBS. Für den restlichen Betrag ist eine solide Finanzierung wichtig. „In Zeiten niedriger Zinsen sollten Bauherren sich die günstigen Konditionen langfristig sichern“, rät Luz. Mit einem Bausparvertrag bauen künftige Eigentümer nicht nur in der Ansparphase Eigenkapital auf, sie sichern sich auch das zinssichere Bauspardarlehen für die spätere Finanzierung. Mit einem Wohn-Riester-Bausparvertrag können sie zusätzlich von staatlicher Förderung profitieren. „Das lohnt sich. So können sich die Zulagen bei einer Familie mit zwei Kindern derzeit auf bis zu 908 Euro pro Jahr summieren.“

Gut zu wissen

Günstiger finanzieren dank Niedrigzins

Der Niedrigzins macht’s möglich: Nach jüngsten Berechnungen des Forschungsinstituts empirica haben sich die Zins- und Tilgungsaufwände für Wohneigentumsfinanzierungen zwischen 1991 und 2015 mehr als halbiert – von rund 10 Prozent der Darlehenssumme kurz nach der Wiedervereinigung auf nur noch knapp 4,5 Prozent. Diese günstigen Zinsbedingungen gleichen die in diesem Zeitraum teilweise stark gestiegenen Kaufpreise in den meisten deutschen Städten aus – selbst bei höherer Tilgungsrate liegt die Kreditbelastung dort langfristig unter der Mietbelastung.

Service

Sparen fürs Eigenheim – wie der Staat dabei hilft

Ein Bausparvertrag ist für viele Menschen der erste Schritt in den Vermögensaufbau und später in die eigenen vier Wände. Der Staat unterstützt dabei mit verschiedenen Förderungen.

Wohn-Riester
Mit dem Wohn-Riester fördert der Staat selbst genutztes Wohneigentum als Altersvorsorge. Jeder förderberechtigte Erwachsene bekommt momentan eine Grundzulage von bis zu 154 Euro, ab 2018 steigt diese sogar auf maximal 175 Euro. Für den Nachwuchs zahlt der Staat extra: Bis zu 300 Euro jährlich für jedes kindergeldberechtigte Kind. Für die vor 2008 Geborenen gibt es 185 Euro. Die volle Förderung erhalten Riester-Sparer, wenn sie pro Jahr vier Prozent ihres Vorjahresbruttoeinkommens inklusive Zulagen einzahlen. Gefördert werden maximal 2.100 Euro pro Jahr. Der Mindestbeitrag liegt bei 60 Euro jährlich. Im Unterschied zu anderen Förderungen gelten keine Einkommensgrenzen. Das Besondere: Bausparer erhalten die staatlichen Zulagen sowohl in der Spar- als auch in der Darlehensphase ihres Wohn-Riester-Bausparvertrags.

Wohnungsbauprämie
Von der Wohnungsbauprämie profitieren vor allem Auszubildende und Berufseinsteiger: Beschäftigte, deren Jahreseinkommen 25.600 Euro (Alleinstehende) beziehungsweise 51.200 Euro (Ehepaare) nicht übersteigt, erhalten den staatlichen Zuschuss in Höhe von 8,8 Prozent ihrer Sparrate. Gefördert werden Einzahlungen zwischen 50 und 512 Euro pro Jahr. Das geförderte Guthaben können Bausparer für den Bau, Kauf oder die Modernisierung der eigenen vier Wände verwenden. Junge Sparer, die bei Vertragsabschluss unter 25 Jahre alt sind, dürfen die aus den Beiträgen und der Prämie angesparte Summe nach sieben Jahren frei nutzen.

Arbeitnehmersparzulage auf vermögenswirksame Leistungen (vL)
Die Arbeitnehmersparzulage erhalten Bausparer, wenn sie die vermögenswirksamen Leistungen (vL) ihres Arbeitgebers in einen Bausparvertrag einzahlen. Das können bis zu 40 Euro im Monat sein. Die Einzahlungen fördert der Staat mit bis zu 43 Euro im Jahr für Alleinstehende mit einem maximalen Jahreseinkommen von 17.900 Euro. Ehepaare erhalten bis zu 86 Euro jährlich. Für sie gilt eine Einkommenshöchstgrenze von 35.800 Euro. Auch wer von seinem Arbeitgeber keine vermögenswirksamen Leistungen erhält, kann von der Arbeitnehmersparzulage profitieren. Dazu muss er sich bis zu 40 Euro seines Gehalts direkt vom Arbeitgeber auf den Bausparvertrag überweisen lassen.

Tipp

Staatliche Zulagen rechtzeitig beantragen

Noch bis zum 31.12.2017 können Bausparer rückwirkend Riester-Zulagen für das Jahr 2015 beantragen. Wer einen Dauerzulagenantrag gestellt hat, muss sich um nichts mehr kümmern – dann werden die Zulagen jedes Jahr automatisch beantragt. Ändert sich allerdings das Einkommen, die Zahl der Kinder oder der Familienstand, sollten Sparer dies ihrem Berater immer direkt mitteilen, denn die Änderungen wirken sich auf die Förderung aus.

Kontakt

LBS Landesbausparkassen

Kathrin Hartwig
Tel.: 0711 183-2377
E-Mail: kathrin.hartwig@LBS-SW.de