Zurück

Die Belege der Nachbarn

04.06.2018 - Infodienst Recht und Steuern

Mieter setzte sein Recht auf umfassende Einsicht in Betriebskostenabrechnung durch

Dass ein Mieter Anspruch darauf hat, die vollständigen eigenen Belege der Nebenkostenabrechnung einzusehen, ist keine Neuigkeit. Nun aber stellte die höchste Revisionsinstanz nach Information des Infodienstes Recht und Steuern der LBS fest, dass auch die Einsicht in die Einzelverbrauchsdaten der anderen Nutzer eines Mietshauses angemessen und erforderlich sein kann.

(Bundesgerichtshof, Aktenzeichen VIII ZR 189/17)

Der Fall: Ein Mieter einer 94 Quadratmeter großen Wohnung sollte für zwei Abrechnungsjahre eine Nachzahlung in Höhe von mehr als 5.000 Euro leisten. Das schien ihm nicht plausibel. Er merkte an, die Summe entspreche umgerechnet nicht im Geringsten seinem Anteil an der Wohnflächenverteilung in dem Haus mit insgesamt 720 Quadratmetern Wohnfläche. Deswegen forderte er Einsicht in die Ablesebelege der anderen Einheiten. Der Eigentümer verweigerte dies.

Das Urteil: Die Richter des Bundesgerichtshofes stellten fest, „zur sachgerechten Überprüfung der Nebenkostenabrechnung oder zur Vorbereitung etwaiger Einwendungen“ sei die Einsichtnahme in die Abrechnungsunterlagen anderer Nutzer erforderlich gewesen. Bei derartig hohen Nachforderungen müsse ein Mieter nachprüfen können, ob die gegen ihn gerichteten Forderungen plausibel sind oder Bedenken gegen die Kostenverteilung bestehen.


Material zum Download

Kontakt

Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen - Referat Presse

Friedrichstraße 83
10117 Berlin

Telefon: Sekretariat 030 20225-5386
Fax: 030 20225-5395


Dr. Ivonn Kappel

Telefon: 030 20225-5398

Ivonn.Kappel@dsgv.de

Martina Haß

Telefon: 030 20225-5384

martina.hass@dsgv.de