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Zwei von fünf Kindern wird die Unterrichtsstunde zu lang

02.10.2015 - LBS Kinderbarometer

34 Prozent der Mädchen empfinden die Unterrichtsstunde als "zu lang", bei den Jungen sind es 42 Prozent. Die Hälfte der Kinder empfindet die Zeit in der Schule insgesamt als zu lang.

Berlin, 2 Oktober 2015 – Eine Unterrichtsstunde dauert an deutschen Schulen in der Regel 45 Minuten. Nicht zuletzt durch die G8-Reform, das achtjährige Gymnasium, wird die Länge der Schulstunden von Bildungspolitikern, Lehrern und Eltern heiß diskutiert. Das LBS-Kinderbarometer hat 11.000 neun- bis 14-jährige Schüler nach ihrer eigenen Meinung befragt: 60 Prozent der Kinder empfinden die Länge einer Unterrichtsstunde als genau richtig, für 38 Prozent sollte sie kürzer sein. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede bei den Geschlechtern: nur 34 Prozent der Mädchen empfinden die Unterrichtsstunde als "zu lang", bei den Jungen sind es dagegen 42 Prozent.

Auch in den einzelnen Bundesländern ist das Zeitempfinden sehr differenziert: Lediglich 21 Prozent der Hamburger Schüler beurteilen den Unterricht als zu lang, in Thüringen, Sachsen-Anhalt und im Saarland sind es mit 46 Prozent mehr als doppelt so viele. Dazwischen liegen Hessen (28 %), Schleswig Holstein (30 %), Berlin und Rheinland-Pfalz (35 %), Bremen (34 %), Nordrhein-Westfalen (37 %), Brandenburg (38 %), Niedersachsen (39 %), Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern (40 %), Sachsen (41 %), und Bayern (42 %).

Wird nach der Zeit insgesamt gefragt, die die Kinder in der Schule verbringen, ergibt sich ein anderes Bild: 50 Prozent empfinden diese Zeit als zu lang, 47 Prozent als genau richtig und nur 2 Prozent würden sich gern länger in der Schule aufhalten.

Insgesamt liegt das schulische Wohlbefinden der befragten Kinder und Jugendlichen im Bereich "eher gut", wobei sich ein deutlicher Alterseffekt zeigt. "Mit zunehmendem Alter fühlen sich die Befragten in der Schule weniger wohl, dies zeigt sich zudem daran, dass die Unterrichtsstunden und die gesamte Zeit in der Schule den älteren Kindern und Jugendlichen häufiger zu lang werden", bekräftigt Dr. Kathrin Müthing vom PROSOZ Institut für Sozialforschung.

Bildmaterial und die Pressemitteilung können Sie hier herunterladen:

www.lbs.de/presse/initiativen/kinderbarometer

Über das LBS-Kinderbarometer

Gefördert von der LBS-Gruppe und durchgeführt vom PROSOZ Institut für Sozialforschung liefert das LBS-Kinderbarometer seit 1997 Ergebnisse zum Wohlbefinden der Kinder zunächst in Nordrhein-Westfalen, 2007 wurde es auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet. Das LBS-Kinderbarometer folgt Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention und berücksichtigt gezielt den Kinderwillen, um diejenigen zu Wort kommen zu lassen, die an gewöhnlichen Partizipationsmöglichkeiten nicht teilnehmen können. Damit liegt der Fokus der Untersuchung auf dem aktuellen Wohlbefinden der Kinder und nicht auf ihrem instrumentellen Wert als zukünftige Erwachsene. Regelmäßig befragt werden fast 11.000 Kinder zwischen 9 und 14 Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet. Die Verteilung zwischen den Bundesländern sowie zwischen Jungen und Mädchen folgt den demografischen Statistiken des Bundes.


Material zum Download

Kinderbarometer-Bericht (PDF 0,273 MB)

Kontakt

LBS Landesbausparkassen
Dr. Christian Schröder

Telefon: 0251 412-5125

christian.schroeder@lbswest.de