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Kinder kritisieren: Es gibt zu wenige attraktive Spielplätze

15.09.2014 - LBS Kinderbarometer

LBS-Kinderbarometer: Weniger als die Hälfte aller Kinder findet in der Wohnumgebung interessante Spiel- und Freizeitplätze, gegenüber 2011 hat sich die Situation verschlechtert - Lärm und Gerüche im Wohnumfeld belasten dagegen nur wenig

Berlin, 15.09.2014 – Jedes dritte Kind in Deutschland findet keine oder nur wenige interessante Spielplätze und Treffpunkte in seinem Wohnumfeld. Insgesamt sind nur knapp die Hälfte der 9- bis 14-Jährigen "sehr" oder "ziemlich" zufrieden mit den Spielplätzen und Treffs ihrer Umgebung, hat das LBS-Kinderbarometer herausgefunden.

In den letzten drei Jahren hat sich die Situation deutlich verschärft. Die Aussage "In meiner Wohngegend können wir alle Spiele machen, auf die wir Lust haben", erzielte 2011 noch einen Mittelwert von 3,9 auf einer 5er-Skala, aktuell sind es nur noch 3,6. Jedes fünfte Kind gibt sogar an, in seiner Umgebung wenig oder gar nicht spielen zu können, wie es möchte. Dr. Christian Schröder, Sprecher des LBS-Kinderbarometers: "Hier macht sich offensichtlich die immer angespanntere finanzielle Lage unserer Kommunen bemerkbar, weil Spielplätze kaum noch gepflegt oder gleich ganz umgewandelt werden."

Für das aktuelle LBS-Kinderbarometer wurden 2013 knapp 11.000 Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren zu verschiedenen Aspekten ihrer Lebensqualität befragt, unter anderem zu den Spiel- und Freizeitplätzen ihres Wohnumfeldes. 33 Prozent stimmten dabei der Aussage "sehr" zu, dass sie in ihrer Wohnumgebung alle Spiele spielen können, die sie möchten, auf 28 Prozent traf dies noch "ziemlich" zu.

Zur Beurteilung der Plätze, an denen sich die Kinder am häufigsten aufhalten, wurden mehrere Aspekte herangezogen: 64 Prozent der Befragten erleben ihren liebsten Freizeitplatz als abwechslungsreich. Für 63 Prozent ist er fußläufig zu erreichen, 18 Prozent finden ihn allerdings häufig von anderen besetzt vor. 7 Prozent beschreiben ihn als schmutzig und 6 Prozent als kaputt.

Befragt wurden die Kinder auch nach Lärm und schlechten Gerüchen in ihrem Wohnumfeld. Zwei Drittel empfinden ihre Umgebung nicht als zu laut, 8 Prozent jedoch als "ziemlich" und "sehr" laut. Geruchsbelästigungen erleben nur wenige Kinder, 79 Prozent finden nicht, dass es dort schlecht riecht, weitere 12 Prozent antworten mit "wenig". Als "ziemlich" und "sehr" schlecht riechend empfinden jeweils 2 Prozent der Befragten ihr Umfeld. Bezüglich des Lärms wurden keine Veränderungen zu den Erhebungen von 2011 sichtbar, eine leichte Verbesserung zeigt sich bei der Bewertung des Geruchs.

Mehr zum Kinderbarometer finden Sie hier.

Aktuelles Hörfunk-Footage:
http://dhd-news.de/event/584/kinderbarometer-deutschland

Podcast zum Thema:
http://dhd-pr.de/pressemitteilungen-lbs-kinderbarometer

Über das LBS-Kinderbarometer

Gefördert von der LBS-Gruppe und durchgeführt vom PROSOZ Institut für Sozialforschung liefert das LBS-Kinderbarometer seit 1997 Ergebnisse zum Wohlbefinden der Kinder zunächst in Nordrhein-Westfalen, 2007 wurde es auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet. Das LBS-Kinderbarometer folgt Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention und berücksichtigt gezielt den Kinderwillen, um diejenigen zu Wort kommen zu lassen, die an gewöhnlichen Partizipationsmöglichkeiten nicht teilnehmen können. Damit liegt der Fokus der Untersuchung auf dem aktuellen Wohlbefinden der Kinder und nicht auf ihrem instrumentellen Wert als zukünftige Erwachsene. Regelmäßig befragt werden fast 11.000 Kinder zwischen 9 und 14 Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet. Die Verteilung zwischen den Bundesländern sowie zwischen Jungen und Mädchen folgt den demografischen Statistiken des Bundes.


Material zum Download

Kontakt

LBS Landesbausparkassen
Dr. Christian Schröder

Telefon: 0251 412-5125

christian.schroeder@lbswest.de