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Spielen ja, lernen nein – was Kinder von schulischen Nachmittagsangeboten halten

09.12.2013 - LBS Kinderbarometer

Über die Hälfte der Kinder interessieren sich sehr für schulische Nachmittagsangebote, nur jedes siebte lehnt sie ab - Sport- und Spielangebote sind bei den Befragten am beliebtesten

Berlin, 9.12.2013 – Die Spanne von Nachmittagsangeboten an Schulen wird immer breiter, doch welche empfinden die Kinder selbst als attraktiv? Das LBS-Kinderbarometer befragte 10.000 Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren zu diesem Thema. Das Ergebnis: Nachhilfe und die Vertiefung von Unterrichtsfächern treffen auf wenig Gegenliebe, Sport, Spiel und Zeit zum Ausruhen werden aber durchaus befürwortet.

Generell findet eine deutliche Mehrheit (55 %) Nachmittagsangebote an Schulen sehr interessant. Nur jedes siebte Kind (14 %) lehnt Aktivitäten am Nachmittag in der Schule ab. Am wenigsten wollen sich die Kinder mit Fächern aus dem Vormittag beschäftigen, 46 % mögen das gar nicht. Fast ebenso viele lehnen Nachhilfe (45 %) oder das Erlernen von zusätzlichem Unterrichtsstoff (42 %) völlig ab.

Hausaufgaben in der Schule nachmittags zu erledigen, stößt auf geteilte Begeisterung. Ein Viertel der Befragten findet dies nicht (17 %) oder wenig (9 %) gut, 40 % der Kinder können diesem Angebot viel oder sogar sehr viel abgewinnen. Viertklässler sind noch eher zum Erledigen der Hausaufgaben in der Schule zu bewegen als Siebtklässler.

Sport am Nachmittag wünschen sich die Kinder vor allem (56 %), nur 14 % lehnen das Angebot ab. Als fast ebenso wichtig wird Zeit zum Ausruhen und Entspannen empfunden, jeder zweite Kind möchte das. Das Spielen darf am Nachmittag nicht zu kurz kommen. Zwei Drittel der Kinder wollen am Nachmittag in der Schule spielen. Auch themenbezogene Projekte, die sich über eine längere Zeit erstrecken, sind attraktiv. Über die Hälfte der Kinder (59 %) lassen sich damit begeistern. Nachmittags in der Schule Probleme zu besprechen, finden dagegen nur 39 % gut.

Prof. Bernhard Kalicki vom Deutschen Jugendinstitut kommentiert: „Kinder wollen spielen und Spaß haben und sie brauchen Bewegung. Solche Angebote gemeinsam mit anderen Kindern in der Schule zu nutzen, macht ihnen große Freude. Auch Lernförderung ist sicher wichtig am Nachmittag, aber wir sollten es damit nicht übertreiben.“

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Über das LBS-Kinderbarometer

Gefördert von der LBS Initiative Junge Familie und durchgeführt vom PROSOZ Institut für Sozialforschung-PROKIDS aus Herten liefert das LBS-Kinderbarometer seit 1997 Ergebnisse zum Wohlbefinden der Kinder in Nordrhein-Westfalen. 2007 wurde es erstmals auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet. Schirmherrin ist die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Kristina Schröder. Das LBS-Kinderbarometer folgt Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention und berücksichtigt gezielt den Kinderwillen, um diejenigen zu Wort kommen zu lassen, die an gewöhnlichen Partizipationsmöglichkeiten nicht teilnehmen können. Damit liegt der Fokus der Untersuchung auf dem aktuellen Wohlbefinden der Kinder und nicht auf ihrem instrumentellen Wert als zukünftige Erwachsene. Befragt werden rund 10.000 Kinder zwischen 9 und 14 Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet. Die Verteilung zwischen den Bundesländern sowie zwischen Jungen und Mädchen folgt den demografischen Statistiken des Bundes.


Material zum Download

  1. Sport und Spiel gehört zum Alltag der Kinder und soll auch in den Schulen gefördert werden. Foto: LBS/Fotolia
Kinderbarometer zum Download (PDF 0,079 MB)

Kontakt

LBS Landesbausparkassen
Dr. Christian Schröder

Telefon: 0251 412-5125

christian.schroeder@lbswest.de