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20.09.2018
LBS Landesbausparkassen
LBS-Faktencheck

Faktencheck: Was ist der Fonds zur bauspartechnischen Absicherung (FbtA)?

Nach der Novellierung des Bausparkassengesetzes im Jahr 2015 rückt der sogenannte. „Fonds zur bauspartechnischen Absicherung“ („FbtA“) immer wieder in das Interesse der Medien. Da der FbtA eine Besonderheit ist, die es nur bei Bausparkassen gibt, und in der Berichterstattung der Fonds oft „schief“ dargestellt wird (z. B. als „Notfall-Fonds“ bezeichnet oder verwechselt wird mit anderen Sicherungssystemen), hier einige Erläuterungen, die zum besseren Verständnis beitragen sollen.

Grundprinzip des FbtA

Der Fonds zur bauspartechnischen Absicherung ist eine Bilanzposition, die mit einer Reservenbildung vergleichbar ist. Die Bestimmungen zur Dotierung des Fonds bzw. zur Entnahme von Mitteln aus dem Fonds sind im Bausparkassengesetz und der Bausparkassenverordnung geregelt. Im Kern geht es darum, das Zinsversprechen, das die Bausparkassen ihren Kunden gegenüber abgeben, mit einem zusätzlichen „Puffer“ abzusichern. Dabei folgt der FbtA dem Grundgedanken, im Interesse aller Bausparer in guten Zeiten Geld zurückzulegen, um sie in schlechten einsetzen zu können – ohne dass der einzelne Bausparer davon etwas mitbekommt bzw. einzelne Bausparer daraus Vor- oder Nachteile hätten.

Ursprünglich diente der FbtA ausschließlich dazu, Vorsorge zu treffen für den Fall, dass mehr Darlehen abgerufen werden als Spargelder eingehen. Die Mittel des Fonds sollten eingesetzt werden, um gleichmäßige, möglichst kurze Wartezeiten für die Auszahlung der Darlehen sicherzustellen. Aufgrund der veränderten Kapitalmarktsituation ist in den letzten Jahren die umgekehrte Situation eingetreten: Bausparkassen erhalten hohe Spargeldzuflüsse, während vergleichsweise weniger Darlehen in Anspruch genommen werden.

Neuer Verwendungszweck

Darauf hat der Gesetzgeber im Rahmen der Novellierung des Bausparkassengesetzes reagiert. Seit 2016 dürfen Bausparkassen den FbtA nicht nur für den ursprünglichen Zweck verwenden, sondern auch, um der aktuellen Herausforderung begegnen zu können, nämlich die gleichzeitige Gewährung vergleichsweise hoher Sparzinsen und niedrig verzinslicher Darlehen.

Die Anwendung der Bestimmungen zur Dotierung und Auflösung des Fonds wird von der Bankenaufsicht überwacht. Wichtig für das Verständnis ist, dass den Bausparern weder durch die Dotierung des Fonds (die aus versteuerten Mitteln erfolgt) noch aus der Auflösung des Fonds etwas „weggenommen“ wird. Der Entnahme- und Zuführungsmechanismus knüpft an die sogenannte „kollektiv bedingte Zinsspanne“ an, die für den nachhaltigen Betrieb des Bauspargeschäfts eingehalten werden muss. Die „kollektiv bedingte Zinsspanne“ ist ein bauspartechnisch definierter Begriff, der – vereinfacht ausgedrückt – den Differenzbetrag zwischen der Summe der Zinsen aus Bauspardarlehen und den nicht in Bauspardarlehen angelegten Bauspareinlagen abzüglich der Bausparguthabenzinsen beschreibt. Mittel aus dem Sonderposten können demnach von der Bausparkasse entnommen werden, wenn die Kapitalmarktzinsen niedriger sind als die Sollzinsen, die die Bausparkasse durch Ausreichung von Bauspardarlehen aus dem Vertragsbestand erwirtschaften würde. Umgekehrt gilt: sind die Kapitalmarktzinsen höher als die Sollzinsen, die die Bausparkasse durch Ausreichung von Bauspardarlehen aus dem Vertragsbestand erwirtschaften würde, muss die Bausparkasse dem FbtA wieder Mittel zuführen.

Nur Teil der Risikosteuerung

Der FbtA ist kein „Notfall-Fonds“ zur Bewältigung von Systemkrisen, sondern eine bilanzielle Reserveposition, um in besonderen Situationen aus dem kollektivspezifischen Geschäft entstehende Belastungsspitzen systemkonform abfedern zu können. Die Verwendung von Mitteln dieser Bilanzposition (Auflösung bzw. Umwidmung in aufsichtlich anerkanntes Eigenkapital) und später eventuell erforderliche Zuführungen zum Fonds sind Teil der gesamten Risikosteuerung einer Bausparkasse, die von der Bankenaufsicht ebenfalls in einer „Gesamtschau“ überwacht wird – routinemäßig und in speziellen, auf die Besonderheiten des Bauspargeschäfts ausgerichteten sogenannten „Niedrigzinsumfragen“. Die jüngste Analyse der Bundesbank bei Bausparkassen aus dem Jahr 2017 hat ergeben, dass das „aktuelle Niedrigzinsumfeld (…) zwar die Ertragskraft der Bausparkassen“ belaste. „Die Szenarioberechnungen zeigen aber, dass sich die Ertragslage bei anhaltend niedrigen oder steigenden Zinsen im Zeitablauf stabilisiert.“

Kontakt

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