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Trend zur Zweitwohnung

21.09.2009 - LBS Research

Plus von 30 Prozent in nur fünf Jahren - Studenten und Fernpendler drängen verstärkt in die Ballungsräume - Größtes Wachstum bei Nutzern aus den neuen Ländern - Ferienwohnungsbesitz nimmt gleichfalls stark zu

BERLIN – In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der Zweitwohnungen um 30 Prozent auf 1,1 Millionen gestiegen. Dies ist das Ergebnis einer Analyse der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2008 durch das Forschungsinstitut empirica im Auftrag der Landesbausparkassen (LBS). Mittlerweile entfallen fast 3 Prozent des deutschen Wohnungsbestandes auf Zweitwohnungen. Zugleich nahm die Zahl der Ferienwohnungen um über 20 Prozent auf rund 950.000 zu. In beiden Bereichen sind nach Auskunft von LBS Research Besitzer aus den neuen Ländern überdurchschnittlich stark vertreten (vgl. Grafik).

Wie die Analyse ergeben hat, sind Zweitwohnungen keine „Luxus-Frage“, sondern sie werden überwiegend aus Berufs- und Ausbildungsgründen in Anspruch genommen. Nutzer sind nämlich vor allem junge Menschen und Mehrgenerationenhaushalte bzw. Haushalte mit mehreren Erwerbstätigen. Für nicht wenige ist nach Einschätzung von LBS Research offenbar das Fernpendeln der beste Weg, um die gewohnte gute Wohnumgebung mit dem Arbeitsplatz unter einen Hut zu bringen. Genauere Regressionsanalysen zeigten, dass dies nicht nur für Wohneigentümer gilt, sondern in gleicher Weise für viele Mieter, die etwa aus familiären Gründen an ihrer Hauptwohnung festhalten wollen.

Wenn man die typischen Zweitwohnungsnutzer weiter charakterisiert, so sind es laut Analyse in erster Linie Berufstätige aus kleinen bis mittleren Städten. Vor allem fällt nach Auskunft von LBS Research auf, dass die Einwohner der neuen Länder in deutlich stärkerem Maße über Zweitwohnungen verfügen. Bei ihnen liege der Anteil bei 3,6 Prozent, verglichen mit 2,6 Prozent im ehemaligen Bundesgebiet. Der Ost-„Vorsprung“ sei in den letzten fünf Jahren sogar noch gewachsen.

Bei den Freizeitwohnungen haben nach den LBS-Informationen die Menschen aus Ostdeutschland die Nase noch deutlicher vorn. Mit 5,3 Prozent der Haushalte verfügten die Menschen hier inzwischen dreimal so oft über Datschen, Lauben, Ferienwohnungen oder ähnliche Objekte zu Freizeitzwecken wie die Bewohner der „alten“ Bundesrepublik. Allerdings sind diese mit 25 Quadratmetern auch nur etwa halb so groß wie die Ferienwohnungen der Westdeutschen. Generell, so die LBS-Experten, befänden sich Freizeitobjekte eher in der Hand von Mietern aus größeren Städten. Doch die Wohnungen selbst stünden in fünf von sechs Fällen im Eigentum ihrer Besitzer. Außerdem nehme der Ferienwohnungsanteil mit wachsendem Alter zu. Weil Rentner überproportional vertreten seien, sei ihr Besitz auch weniger eine Frage des laufenden Einkommens.

An vielen Daten wird nach Einschätzung von LBS Research deutlich, dass bis auf die nahezu identische durchschnittliche Wohnungsgröße Zweit- und Ferienwohnungen wenig gemein haben. Denn Zweitwohnungen sind laut Analyse zu fast 80 Prozent Mietwohnungen. Ihre Größe hängt auch kaum von der Quadratmeterzahl des Erstwohnsitzes ab. Denn am Ausbildungs- oder Arbeitsplatz sucht man, so die LBS-Experten, nur eine „Wohnbeziehung auf Zeit“. Auf jeden Fall stelle die wachsende Zweitwohnungszahl jedoch eine zusätzliche Belastung insbesondere für die Wohnungsmärkte in den Universitätsstädten und wirtschaftsstarken Ballungsräumen dar. Gerade in diesen Regionen sei dies vor allem auch für „normale“ Familien bei der Suche nach bezahlbaren Häusern und Wohnungen spürbar.


Material zum Download

  1. Die moderne Berufswelt fördert den Trend zur Zweitwohnung. Wie eine Analyse der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2008 durch das Forschungsinstitut empirica im Auftrag der Landesbausparkassen zeigt, ist die Zahl der Zweitwohnungen binnen fünf Jahren um 30 Prozent gestiegen, gleichzeitig nahm die Zahl der Ferienwohnungen um 20 Prozent zu.

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