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Hessischer Architektentag/LBS-Baudialog 2017

11.10.2017 - Landesbausparkasse Hessen-Thüringen - Presseinformation

Konferenzthema „Land in Sicht“

Rund 600 Architekten, Stadtplaner, Innen- und Landschaftsarchitekten besuchten den Hessischen Architektentag/LBS-Baudialog in Neu-Isenburg. Mit dem Leitthema „Land in Sicht“ wurde in diesem Jahr der Fokus auf die ländlichen Räume gelegt.

Bereits im fünften Jahr in Folge veranstaltete die Akademie der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen (AKH) in Kooperation mit der LBS Hessen-Thüringen den Kongress. Die Experten blickten nicht nur auf Städte, sondern auch auf kleine und mittlere Gemeinden. Qualitätsvolle Siedlungsentwicklung, Architektur und Infrastruktur können diese Räume aktivieren. Moderiert wurde die Tagung von der F.A.Z.-Redakteurin Mechthild Harting.

Ländliche Räume haben Zukunft

Im Einführungsinterview stellte AKH-Präsidentin Brigitte Holz klar, dass 69 Prozent der Hessen in Städten unter 50.000 Einwohner leben. Deshalb sei „Land in Sicht“ nicht antizyklisch, sondern mit den anderen Themen wie bezahlbarer und attraktiver Wohnraum „gleichzeitig gedacht“. Die Situationen in ländlichen Räumen und Ballungsräumen könnten nicht unterschiedlicher sein: Leerstand auf der einen, eklatanter Mangel an bezahlbarem Wohnraum und preisgünstigen Neubaugrundstücken auf der anderen Seite. Werner Hoffmann, Mitglied der LBS-Geschäftsleitung, betonte im Interview: „Ich sehe auf jeden Fall eine Zukunft für die ländlichen Räume. Aber die Qualität des Quartiers muss sichergestellt werden. Und auch die Versorgung – beispielsweise mit Breitbandnetzen.“

„Wir müssen die Peripherie der Städte und den ländlichen Raum stärken“, so Holz in ihrer Eröffnungsrede. „Dieser sollte auf allen Ebenen so attraktiv wie möglich sein. Sonst wird Hessens arbeitende Bevölkerung versuchen, sich langfristig im Rhein-Main-Gebiet und in den Uni-Städten zu konzentrieren. Viele nicht nur landschaftlich, sondern auch baukulturell bedeutende Regionen werden ausbluten. Regionalmanagement, analog zum Stadtteilmanagement, ist unabdingbar.“ Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, forderte in seinem Vortrag: „Wir müssen zurück zu Qualität und Werten. Zurück zu den Orten, die schon längst Charakter haben. Denn die Räume prägen die Menschen.“

Hochwertige Entwicklung

Der Architektentag nimmt jedes Jahr die aktuellen Herausforderungen des Wohnungsbaus in den Blick. Er beschäftigt sich dabei mit den verschiedensten Facetten dieses gesellschaftlich enorm relevanten Themas. Welche Wohnformen benötigt unsere heutige Gesellschaft? Wie sind diese im Kontext der Stadt, einer Stadtregion oder im ländlichen Raum zu konzipieren? Welche Chancen bieten Digitalisierung und Mobilität für eine ressourcenschonende Vernetzung von Stadt und Land? Wie gelingt es, Wohnstandorte zu stabilisieren, die von Schrumpfung bedroht sind? Ein hervorragendes Beispiel, wie das auch „auf dem Land“ funktionieren kann, lieferte der Münchner Architekt Peter Haimerl. Sein Projekt. „Blaibach ist überall“ wurde vielfach ausgezeichnet. „Eine nachhaltige und qualitativ hochwertige Entwicklung wie dort ist möglich, wenn der Kern der impulsgebenden Initiativen höchsten kulturellen und architektonischen Ansprüchen gerecht wird“, sagte Haimerl.

Und Michael Triebswetter, Landschaftsarchitekt aus Kassel, der u. a. seine Planungen für Eschwege vorstellte, führte aus: „Gerade in den Klein- und Mittelstädten außerhalb der Ballungsräume besteht ein großer Nachholbedarf. Und zwar was die Wiedereroberung von ehemals autogerecht geplanten Stadträumen angeht. Im intensiven Dialog mit einer engagierten Bürgerschaft können auch mit knappen Mitteln lebenswerte Freiräume entstehen. Die es tatsächlich schaffen, die Ansprüche der vielfältigen Akteure in der Stadt unter einen Hut bringen.“ Mit dem Aspekt „Mobilität“ beschäftigte sich Isabella Geis vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik in ihrem Vortrag zu „Wohnen und Mobilität – vernetzt, mobil und zukunftsfähig“.


Material zum Download

  1. Fachkundige Experten im Gespräch (v. l.): Architekt Peter Haimerl, Isabella Geis vom Fraunhofer-Institut, AKH-Präsidentin Brigitte Holz, Landschaftsarchitekt Michael Triebswetter und LBS-Geschäftsleiter Werner Hoffmann.

Kontakt

Landesbausparkasse Hessen-Thüringen

Strahlenbergerstraße 13
63067 Offenbach


Sabine Schmitt

Telefon: (+49) 69/91 32-28 78

sabine.schmitt@lbs-ht.de