Standpunkte und Studien

LBS-Standpunkt: Anforderungen an die Politik

Was kann nun der Staat tun, um den Eigentumserwerb als wichtigen Bestandteil der Altersvorsorge zu fördern?
Die aus unserer Sicht wichtigsten Maßnahmen haben wir in unserem LBS-Standpunkt zur Verfügung gestellt:

LBS-Standpunkt: Bezahlbaren Wohnraum schaffen (PDF 0,117 MB)

LBS-Standpunkt: Eigenheim-Rente (PDF 0,321 MB)

Die LBS tritt für bezahlbaren Wohnraum ein

Podiumsdiskussion mit NRW-Bauministerin Scharrenbach: Nebenkosten erschweren Weg ins eigene Zuhause

Wohnen wird in Teilen von NRW zunehmend zum Luxus. In 8 von 10 Städten in NRW sind die Preise für vorhandene Eigentumswohnungen im letzten Jahr erneut gestiegen. Das zeigen die Zahlen des gerade neu erschienenen „LBS-Markt für Wohnimmobilien“. Gleichzeitig haben die Mieten in vielen Städten die Schmerzgrenze erreicht. Über Strategien für mehr bezahlbaren Wohnraum im Land diskutierten auf Einladung der Landesbausparkasse LBS West in Düsseldorf nun Experten für Wohnungsbau mit Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU).

LBS-Vorstandsvorsitzender Jörg Münning kritisierte die Baunebenkosten als zu hoch. Die Belastungen seien für Erwerber durch Gebühren und Steuern in NRW aktuell auf Rekordniveau: „Elf Prozent Nebenkosten beim Immobilienkauf sind einfach zu hoch, das frisst das Eigenkapital auf. Das erforderliche Startkapital anzusparen ist in der Niedrigzinsphase ohnehin schon für viele zukünftige Immobilienerwerber schwierig.“ Er warb deshalb für eine Diskussion über die Höhe der Grunderwerbsteuer. „Neben Schleswig-Holstein und dem Saarland erhebt nur NRW bundesweit die höchste Grunderwerbsteuer mit 6,5 Prozent.“

Stephen Paul, wohnungspolitischer Sprecher der FDP, forderte Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer zu ermöglichen. Mit einer Freibetragsregelung werde es möglich, „gezielter bauwillige Familien zu entlasten“. Insbesondere für Familien und Privatpersonen müsse der Immobilienerwerb mit einem vertretbaren finanziellen Aufwand zu realisieren sein. Wohneigentum sei nicht nur wichtige Altersvorsorge, sondern schaffe mittelbar auch Mietwohnraum: „Jeder, der ein neues Haus bezieht, macht eine Wohnung frei. Durch diese Umzugsketten wird die Wohnsituation von 3,3 Haushalten verbessert“, so Münning.

Ein grundsätzliches Problem beim bezahlbaren Wohnraum bleibt laut Reiner Braun die in NRW nach wie vor viel zu geringe Neubautätigkeit: „Mindestens 70.000 Wohneinheiten werden jedes Jahr in NRW benötigt“, analysierte der Immobilienmarktexperte des Forschungsinstitutes empirica. „Gebaut werden aber weniger als 50.000 – das verknappt das Angebot stetig weiter“, so Braun. Er mahnte, nicht am Bedarf vorbei zu bauen. Große Mengen kleiner Wohnungen zu bauen, sei ein Fehler. „Kein Mensch will in einer kleinen Wohnung in Einfachstbauweise wohnen.“

Tobias Siewert vom Bauindustrieverband NRW machte dafür die Preissteigerungen durch Bauauflagen mitverantwortlich. Alleine die letzte Stufe der Energieeinsparverordnung, die 2016 in Kraft trat, habe jeden Neubau um 8 Prozent verteuert. „Es wäre vernünftig, diese letzte Stufe der Verordnung auszusetzen“, forderte Siewert. Ansonsten rechne sich das Investment in energetische Maßnahmen für Eigentümer nicht mehr. Die gestiegenen Baukosten machte auch Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) für öffentliche Bauträger als Faktor aus. „Kommunen in NRW bekommen bei Ausschreibungen zunehmend überteuerte Angebote.“ Damit entstünden zusätzliche Engpässe in der Bauumsetzung.

Kritisch beurteilten die Experten die Wirkung der Mietpreisbremse in NRW. SPD-Experte Sven Wolf stellte fest, dass die Mietpreisbremse durchaus positive Effekte gehabt habe. „Aber sie muss verbessert werden, zum Beispiel durch den Einsatz qualifizierter Mietspiegel in den Kommunen und durch schärfere Konsequenzen für Vermieter, die die Regeln nicht einhalten“, so Wolf.

Aktuelle Riester-Studie der LBS

Riester ist nicht gleich Riester

72% kennen den Unterschied zwischen Geld-Riester und Wohn-Riester nicht. Dabei ist eine Differenzierung wesentlich, denn es gibt zwei Arten von Riester-Produkten: Den „Geld-Riester“ - bei dem die staatlichen Zulagen z.B. auf einen Banksparplan oder eine klassische Rentenversicherung einfließen - und die „Eigenheim-Rente“, auch „Wohn-Riester“ genannt. Mit der „Wohn-Rente“ gehen die Zulagen z.B. direkt in einen Bausparvertrag. Diese Form von Riester hilft beim erforderlichen Eigenkapitalaufbau und unterstützt bei der Immobilienfinanzierung mit einer direkten Tilgungsförderung.

Weiterer Vorteil: „Eigenheim-Renten“-Sparer zahlen auf ihre Verträge wesentlich zielgerichteter ein. Während nach Aussage des BMAS mehr als 20 % aller Riester-Verträge ruhen, werden bei der „Wohn-Rente“ der LBS 93 % aller Verträge bespart - mit dem motivierendem Ziel „der eigenen vier Wände“ vor Augen. Ein wichtiger Schritt für die eigene Altersvorsorge.

LBS-Markt für Wohnimmobilien

Ein wichtiges Arbeitsmittel für Experten ist der „LBS-Markt für Wohnimmobilien“. Hier erhalten Sie bundesweit für rund 960 Städte Informationen und Statistiken zum aktuellen Wohnungsbestand, zu Preisentwicklungen, Fertigstellungen und Vieles mehr. Die Datenbank steht Ihnen kostenlos zur Verfügung:

Markt für Wohnimmobilien

Gerne schicken wir Ihnen den „LBS-Markt für Wohnimmobilen“ auch in einer gedruckten Ausgabe zu. Melden Sie sich hierzu bitte bei Birte Renner unter 0251-412-5117 oder birte.renner@lbswest.de.

„Sickerstudie“

LBS-Studie belegt: Eigenheimbau entlastet auch den Miet-Wohnungsmarkt

Jedes neugebaute Eigenheim verbessert die Wohnsituation von mehr als drei Haushalten. Durch "Umzugsketten" profitieren so auch einkommensschwächere Menschen von der Wohneigentumsförderung.
Das ist das Ergebnis der LBS-Studie "Eigenheimbau schafft Mietwohnraum", die LBS-Chef Jörg Münning und Empirica-Vorstand Dr. Reiner Braun jetzt in Münster vorstellten.

Durchschnittlich werden in NRW jährlich 18.000 Eigenheime gebaut. Durch den "Sickereffekt" verbessert sich demnach die Wohnsituation von mindestens 60.000 Haushalten.

Studieninhalte (PDF 7,181 MB)

LBS Studie "Wohnwünsche": Wie NRW-Bürger morgen wohnen wollen

Die meisten Singles und jungen Paare leben am liebsten in den Zentren der deutschen Großstädte, dort wo das Leben pulsiert. Steht überall geschrieben, stimmt aber nicht. Theater hin, Kino her, fast jeder Zweite wohnt lieber in einem ruhigen Stadtteil – nur 19 Prozent der Menschen bis 35 Jahren zieht es tatsächlich in die Innenstädte. Das ist ein Ergebnis der aktuellen LBS-Studie „Wohnwünsche“ [Download Studie]. In 520 Online-Interviews wurden Mieter und Eigentümer in Nordrhein-Westfalen und Bremen befragt. Trotz des regionalen Charakters dieser Umfrage dürften die grundsätzlichen Trends auf die gesamte deutsche Bevölkerung übertragbar sein.

Welche Gebäude und Wohnlagen sind künftig gefragt? Wie sind die Ansprüche an das Wohnumfeld und die Infrastruktur? Welche Zuschnitte und Objektgrößen sind gefragt? Die repräsentativen Antworten bilden eine wichtige Planungsgrundlage für Stadtentwicklung, Politik und Immobilienwirtschaft. Eine weitere Erkenntnis: Schnelles Internet ist den Wohnungssuchenden inzwischen genauso viel wert wie die realen Einkaufsmöglichkeiten. Eine vom Datenfluss abgehängte Gemeinde wird also zunehmend schwer tun, ihre Einwohner zu halten.