< Zurück
22.05.2013
LBS Landesbausparkassen
Infodienst Bauen und Finanzieren

Solide Finanzieren

Bundesbürger finanzieren Wohneigentum sehr solide

Bauherren und Immobilienkäufer in Deutschland bringen hohe Eigenkapitalanteile in ihre Finanzierung ein – im Schnitt 43 Prozent der Objektkosten. Das zeigt eine Untersuchung von TNS Infratest. Die beliebtesten Sparformen zum Einstieg in den Eigentumserwerb sind Bausparverträge, gefolgt von Sparguthaben sowie Tages- und Festgeld.

Mehr Informationen

Bauherren und Immobilienkäufer in Deutschland bringen hohe Eigenkapitalanteile in ihre Finanzierung ein – im Schnitt 43 Prozent der Objektkosten. Das zeigt eine Untersuchung von TNS Infratest. Die beliebtesten Sparformen zum Einstieg in den Eigentumserwerb sind Bausparverträge, gefolgt von Sparguthaben sowie Tages- und Festgeld.

Rund zwei Drittel aller Wohneigentümer sparen gezielt für die Anschaffung der eigenen vier Wände. Im Mittel bringen die Erwerber rund 88.000 Euro Eigenkapital in die Finanzierung ein – das entspricht 42,9 Prozent der Kaufsumme von durchschnittlich 205.000 Euro. Die wichtigste Eigenkapitalkomponente stellen Ersparnisse, etwa auf Sparkonten, dar. Auf sie greifen 84 Prozent der Käufer zurück. Bausparguthaben bilden mit circa 40 Prozent den zweitwichtigsten Baustein, vor geschenktem oder geerbtem Vermögen mit 22 Prozent.

Für die Untersuchung hat TNS Infratest im Auftrag verschiedener Finanzierungsinstitute, unter anderem der Landesbausparkassen, und des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Erwerbsfälle der Jahre 2008 bis 2011 ausgewertet. Daraus geht hervor, dass Ersterwerber 38 Prozent der Kaufsumme aus eigenen Mitteln bestreiten. Wer bereits eine Immobilie besitzt und eine neue erwirbt, bringt sogar 59 Prozent selbst auf: Hier fließt in der Regel der Verkaufserlös des bisherigen Domizils in die Finanzierung ein.

Bei Neubauten und Gebrauchtimmobilien ist der Eigenkapitalanteil mit 41 bzw. 45 Prozent dagegen fast gleich hoch – und dass, obwohl Bestandsimmobilien im Schnitt deutlich günstiger sind. „Den Menschen ist eine solide Finanzierung mit ausreichend Eigenkapital wichtig. Sie muss langfristig tragbar sein“, sagt Gregor Schneider von der LBS. Das gilt auch in der aktuellen Niedrigzinsphase. „Das günstige Zinsniveau sollten Bauherren und Käufer für eine höhere Tilgungsrate nutzen, damit die Restschuld am Ende der Zinsbindungsfrist möglichst gering ist“, rät Schneider.

Eigenleistungen einbringen

Bei der Immobilienfinanzierung erkennen Banken und Sparkassen Eigenleistungen in der Regel als Eigenkapitalersatz an. Das kann zu günstigeren Kreditkonditionen führen.

Im besten Fall lassen sich rund zehn Prozent der Gesamtkosten einsparen, beispielsweise durch Maurerarbeiten, Fliesenlegen oder Tapezieren. Allerdings sollten Bauherren realistisch einschätzen, welche Arbeiten sich wirklich lohnen, denn der Laie braucht in der Regel deutlich länger als der Fachmann. Damit es nicht zu Verzögerungen kommt, müssen die Eigenleistungen zudem gut in den Bauablauf integriert und fachmännisch ausgeführt werden. Bei unzureichenden Vorarbeiten können die Handwerker die Übernahme der Gewährleistung verweigern. Wichtig für alle, die selbst anpacken, ist außerdem, sich und seine Helfer der Berufsgenossenschaft zu melden und gegen Arbeitsunfälle abzusichern. .

Warum sich Wohn-Riester lohnt

Die Riester-Rente ist zwar immer mehr Bundesbürgern ein Begriff, allerdings wissen viele noch nicht, dass damit auch der Erwerb des selbstgenutzten Eigenheims gefördert wird. Wer auf den Wohn-Riester setzt, spart viel Geld und ist schneller schuldenfrei.

Großer Nutzerkreis
Die Wohn-Riester-Förderung kann jeder bekommen, der in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert ist. Anspruch auf staatliche Zulage haben zudem Beamte, Richter, Soldaten und bestimmte Selbstständige. Für die volle Förderung müssen vier Prozent des Vorjahresbruttoeinkommens abzüglich Zulagen in einen Wohn-Riester-Vertrag eingezahlt werden. Einkommensgrenzen gelten dabei nicht. Auch Sparer ohne eigenes Einkommen, etwa die Ehepartner von berufstätigen Riester-Sparern, können die Zulagen erhalten. Dafür müssen sie einen Sockelbeitrag von 60 Euro im Jahr in ihren Vertrag leisten.

Weniger Steuern
Riester-Sparer können über die Zulagen hinaus auch Steuern sparen. Von ihren Riester-Beiträgen können sie bis zu 2.100 Euro steuerlich geltend machen. Dazu füllen sie die Anlage AV der Einkommensteuererklärung aus. Das Finanzamt prüft dann im Rahmen der sogenannten Günstigerprüfung, ob die Steuervorteile die gezahlten Zulagen übersteigen. Die Differenz bekommen die Sparer erstattet. Je nach Familienstand und Einkommen fallen die Steuervorteile unterschiedlich aus: Familien profitieren vor allem von den Zulagen, Alleinstehende besonders von der Steuerersparnis.

Hohe Ersparnis
Mit einem Wohn-Riester-Vertrag sind Immobilienkäufer deutlich schneller schuldenfrei als mit einer herkömmlichen Finanzierung. Der Kostenvorteil kann sich laut Stiftung Warentest auf mehrere zehntausend Euro summieren. Gefördert werden Riester-Darlehen, Riester-Bausparverträge und Kombinationsfinanzierungen. Bei Riester-Darlehen fließen die Zulagen direkt in die Tilgung. Bei Riester-Bausparverträgen gibt es die Zulagen sowohl in der Spar- als auch in der Darlehensphase. Die Förderung hilft hier also doppelt: Sie unterstützt das Ansparen und senkt später die Finanzierungslast. Das gilt in gleichem Maße für Kombinationsfinanzierungen, bei denen ein riestergeförderter Bausparvertrag und ein tilgungsfreies Vorausdarlehen gekoppelt werden.

So viel Zulage bringt Wohn-Riester

  • Erwachsene erhalten max. 154 Euro Grundzulage pro Jahr.
  • Für jedes Kind bis Geburtsjahr 2007 werden dem Riester-Sparer jährlich bis zu 185 Euro Kinderzulage gutgeschrieben, ab Geburtsjahr 2008 sogar bis zu 300 Euro.
  • Junge Erwachsene unter 25 Jahren können einmalig einen Starter-Bonus in Höhe von max. 200 Euro erhalten.

Tipp: Familien nutzen die Wohn-Riester-Förderung am effektivsten, wenn beide Eheleute jeweils einen eigenen Vertrag abschließen. Nur dann gibt es für beide die Grundzulage von jeweils 154 Euro.

Kontakt

Ihr Pressekontakt
LBS Landesbausparkassen

Kathrin Hartwig
Tel.: 0711 183-2377
E-Mail: kathrin.hartwig@LBS-SW.de