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Energieausweis: erstellen lassen, verstehen und richtig einordnen

Wer einen Energieausweis erstellen lassen will, fragt sich oft: Wie finde ich die passenden Fachleute, und worauf kommt es an? Erfahre, wie der Prozess abläuft und worauf du achten solltest.

Ein Energieausweis, der neben Informationen zu einem Wohngebäude, den Energiebedarf anhand von einer A+ bis H Skala anzeigt. Dies wird durch Ampelfarben von grün bis rot visuell verdeutlicht.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ein Energieausweis gibt Auskunft über den Energiebedarf oder Energieverbrauch eines Gebäudes und ermöglicht eine Einordnung anhand standardisierter Kennwerte.

  • Es gibt zwei Varianten: Der Bedarfsausweis basiert auf der technischen Bewertung des Gebäudes, der Verbrauchsausweis auf realen Verbrauchsdaten.

  • Die Erstellung erfolgt oft in 4 Schritten: Entscheidung des Ausweistyps, Zusammenstellen der Unterlagen, Datenerhebung und -prüfung sowie Ausstellung durch eine Fachperson.

  • Ein einfacher Verbrauchsausweis für ein Ein- oder Zweifamilienhaus kostet üblicherweise etwa 50 bis 100 Euro. Für einen Bedarfsausweis fallen online häufig zwischen ca. 100–200 Euro an, mit Begehung vor Ort circa 300 bis 500 Euro.

  • Für die Einordnung sind vor allem Effizienzklasse, Endenergiekennwert und Ausweistyp entscheidend.


Was ist ein Energieausweis und wofür wird er genutzt?

Ein Energieausweis gibt Auskunft über den Energiebedarf oder Energieverbrauch eines Gebäudes und ordnet es einer Energieeffizienzklasse zu. Er enthält allgemeine Angaben zum Haus und zu den dort genutzten Energieträgern – zum Beispiel Gas, Fernwärme oder Strom. Auch, ob erneuerbare Energien im Einsatz sind oder ob es eine Gebäudebelüftung oder -kühlung gibt, lässt sich ersehen. Der Ausweis gibt zudem anhand der Energieeffizienzklassen A+ bis H eine Einschätzung, wie ein Gebäude energetisch aufgestellt ist.. Als Eigentümerin oder Eigentümer benötigst du einen Energieausweis beispielsweise., wenn du dein Wohnhaus oder deine Wohnung neu vermieten, verpachten oder verkaufen möchtest. Und wenn du selbst am Kauf oder Mieten einer Immobilie interessiert bist, wird dir der Energieausweis natürlich auch zur Verfügung gestellt. Ein Energieausweis ist zehn Jahre lang gültig.

Wichtig ist: Der Energieausweis ist ein standardisiertes Vergleichsinstrument – er ersetzt keine individuelle Analyse, sondern dient vor allem als Orientierung. Wenn du tiefer einsteigen oder zum Beispiel konkrete Maßnahmen planen möchtest, kann eine Energieberatung sinnvoll sein: Diese kann mit dir gemeinsam einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erarbeiten.


Bedarfsausweis vs. Verbrauchsausweis: Unterschied kurz erklärt

Beim Energieausweis gibt es zwei Varianten: den Bedarfsausweis und den Verbrauchsausweis. Der Unterschied liegt unter anderem darin, wie die Werte ermittelt werden.

Der Verbrauchsausweis basiert auf den tatsächlichen Verbrauchsdaten der vergangenen Jahre – also zum Beispiel auf Heizkostenabrechnungen. Die Ergebnisse hängen deshalb auch vom individuellen Heizverhalten ab.

Der Bedarfsausweis ermittelt den Energiebedarf anhand der energetischen Eigenschaften des Gebäudes und standardisierter Randbedingungen. Dafür werden unter anderem Bauweise, Dämmung, Fenster und Heiztechnik bewertet und rechnerisch eingeordnet.

Ein Energieausweis, der neben Informationen zu einem Wohngebäude, den Energiebedarf anhand von einer A+ bis H Skala anzeigt. Dies wird durch Ampelfarben von grün bis rot visuell verdeutlicht.

Was kostet ein Energieausweis?

Ein Energieausweis kostet je nach Art des Ausweises, Gebäude und Aufwand meist zwischen etwa 50 und 500 Euro (Stand: 2026). Wie hoch die tatsächlichen Kosten ausfallen, hängt vor allem davon ab, ob ein Verbrauchsausweis oder ein Bedarfsausweis benötigt wird und ob das Gebäude vor Ort begutachtet werden muss. Alternativ zur Begutachtung vor Ort kann eine reine Online-Auswertung zulässig sein, wenn alle benötigten Daten korrekt vorliegen.

  • Verbrauchsausweis: Der günstigere Verbrauchsausweis basiert auf den Energieverbrauchsdaten der vergangenen Jahre und ist vergleichsweise schnell erstellt. Viele Anbieter stellen diese Energieausweise online und ohne Vor-Ort-Begehung aus. Das ist zulässig, setzt aber voraus, dass du alle benötigten Angaben vollständig und korrekt vorliegen hast und übermitteln kannst. Um Missverständnisse und Fehler zu vermeiden, empfiehlt die Verbraucherzentrale, den Leistungsumfang solcher Angebote sorgfältig zu prüfen.
  • Bedarfsausweis: Der Bedarfsausweis ist deutlich aufwendiger. Hier werden unter anderem die Bauweise, Dämmung, Fenster und Heizung bewertet. Daraus wird der theoretische Energiebedarf berechnet. Dieser höhere Prüf- und Dokumentationsaufwand erklärt den Preisunterschied zum Verbrauchsausweis. Auch für den Bedarfsausweis gibt es günstigere Online-Angebote sowie aufwendigere Vor-Ort-Begehungen. Ein Ortstermin gewährleistet laut Verbraucherzentrale in der Regel eine höhere Qualität und Aussagekraft des Ausweises.

Typische Kosten für den Energieausweis

Konstellation

Verbrauchsausweis

Bedarfsausweis

Ein-/Zweifamilienhaus

ca. 50–100 Euro (standardisiert/online)

ca. 100–200 Euro online; mit Vor-Ort-Begehung ca. 300–500 Euro

Mehrfamilienhaus

ca. 100–250 Euro

häufig ab ca. 300 Euro, je nach Gebäudegröße und Anzahl der Wohneinheiten deutlich mehr

Ausführliche Beschreibung

Diese Tabelle vergleicht die Kosten von Energieausweisen: den Verbrauchsausweis und den Bedarfsausweis, jeweils für Ein-/Zweifamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser. Für Ein-/Zweifamilienhäuser kostet ein Verbrauchsausweis 50–100 Euro (standardisiert/online), während ein Bedarfsausweis online 100–200 Euro und mit Vor-Ort-Begehung 300–500 Euro kostet. Bei Mehrfamilienhäusern liegt der Verbrauchsausweis bei 100–250 Euro. Ein Bedarfsausweis für Mehrfamilienhäuser beginnt oft ab 300 Euro und kann je nach Gebäudegröße und Wohneinheiten deutlich teurer sein.


In 4 Schritten: So erhältst du einen Energieausweis

Die Erstellung eines Energieausweises folgt in der Regel einem klaren Ablauf. Je nachdem, ob ein Verbrauchs- oder Bedarfsausweis erstellt wird, können sich einzelne Schritte leicht unterscheiden, das Grundprinzip bleibt aber gleich.

  • 1. Ausweistyp klären

    Zu Beginn wird festgelegt, welcher Energieausweis erstellt wird. Dabei steht die Frage im Raum, ob reale Verbrauchsdaten genutzt werden – oder dein Haus technisch berechnet wird. Diese Einordnung erfolgt meist gemeinsam mit der Fachperson und hängt von deiner Immobilie und den vorhandenen Daten ab, vergleiche auch unsere Entscheidungshilfe oben.

  • 2. Unterlagen zusammenstellen

    Im nächsten Schritt stellst du die wichtigsten Informationen zum Gebäude zusammen. Dazu gehören etwa Bauunterlagen, Flächenangaben, Angaben zur Heiztechnik – oder, je nach Ausweis, auch die Verbrauchsdaten. Vollständige Unterlagen erleichtern der Fachperson die Erfassung und Prüfung der erforderlichen Gebäudedaten.

  • 3. Daten prüfen und Energieausweis erstellen

    Jetzt prüft die Fachperson deine Angaben, stellt bei Bedarf Rückfragen und erstellt dann den Energieausweis. Dabei werden die relevanten Kennwerte berechnet oder ausgewertet und in eine standardisierte Form gebracht – zum Beispiel der Energiebedarf oder -verbrauch, der verwendete Energieträger und die Effizienzklasse (von A+ bis H).

  • 4. Energieausweis bereitstellen

    Am Ende wird der fertiggestellte Energieausweis registriert und dir zur Verfügung gestellt – meist digital oder auf Wunsch auch per Post. In der Praxis dauert der Prozess oft nur wenige Tage, wenn alle Unterlagen vollständig vorliegen.

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Kosten berechnen

Welche Unterlagen du typischerweise brauchst

Benötigt

Bedarfsausweis

Verbrauchsausweis

Allgemeine Gebäudedaten

Baujahr, Wohnfläche, Energieträger, Nachweise zu erfolgten Sanierungen

Baujahr, Wohnfläche, Energieträger, Nachweise zu erfolgten Sanierungen

Bauunterlagen

Grundrisse, Gebäudebeschreibung, Dämmung, Fenster, Türen

Meist nicht erforderlich

Heiztechnik, ggf. Lüftungstechnik

Art, Alter, Leistung der Anlage, ggf. Daten zur Lüftung und Klimatisierung

Nur Angabe, ob für Heizen und Warmwasser mehr als eine Energieart eingesetzt wird

Verbrauchsdaten

Nicht erforderlich

Heizkostenabrechnungen der letzten Jahre

Fotos/Zusatzinfos

Hilfreich, zum Beispiel vom Gebäude, der Heizung etc.

Optional

Welche Unterlagen benötigt werden, hängt davon ab, ob ein Bedarfsausweis oder ein Verbrauchsausweis für dich erstellt wird. Ein Teil der benötigten Informationen aber ist für beide Varianten wesentlich.

Ausführliche Beschreibung

Die Tabelle zeigt, welche Angaben für Bedarfsausweis und Verbrauchsausweis nötig sind. Für beide werden allgemeine Gebäudedaten wie Baujahr, Wohnfläche, Energieträger und Nachweise zu Sanierungen benötigt. Der Bedarfsausweis erfordert zusätzlich Bauunterlagen sowie detaillierte Angaben zu Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik. Verbrauchsdaten sind nicht nötig. Beim Verbrauchsausweis sind Bauunterlagen meist nicht erforderlich. Stattdessen werden Heizkostenabrechnungen der letzten Jahre benötigt. Fotos und Zusatzinfos sind beim Verbrauchsausweis optional, beim Bedarfsausweis oft hilfreich.


Was bedeutet das konkret für dich?

Beim Bedarfsausweis steht das Gebäude selbst im Mittelpunkt. Es werden Details zur Bauweise und der Technik benötigt, um den Energiebedarf zu berechnen – aber auch deutsche Klima-Mittelwerte und das durchschnittliche Nutzungsverhalten fließen in die Berechnung ein.
Beim Verbrauchsausweis geht es vor allem um die tatsächlichen Verbrauchsdaten, die witterungsbereinigt betrachtet werden. Deshalb sind hier die Abrechnungen der letzten Jahre entscheidend.

Was ist, wenn Unterlagen fehlen?

Fehlende oder unvollständige Angaben können den Prozess verzögern oder dazu führen, dass statt eines Verbrauchsausweises ein Bedarfsausweis erstellt werden muss.

Worauf du beim Anbieter und Leistungsumfang achten solltest

Achte bei der Auswahl darauf, dass der Anbieter zur Ausstellung von Energieausweisen nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) berechtigt ist. Folgende Punkte können dir bei der Auswahl helfen:

• Qualifikation: Lass dir im Zweifel bestätigen, dass die Person die Voraussetzungen zur Ausstellung von Energieausweisen nach § 88 GEG erfüllt.
• Sorgfältige Datenerhebung: Für einen aussagekräftigen Energieausweis müssen die erforderlichen Gebäudedaten vollständig und korrekt erfasst werden. Werden Daten von dir als Eigentümerin oder Eigentümer bereitgestellt, muss der Aussteller prüfen, ob sie plausibel sind.
• Transparente Leistung: Bevor du den Anbieter beauftragst, sollte klar sein, welche Leistungen und Kosten im Angebot enthalten sind und welche Angaben oder Unterlagen du bereitstellen musst.
• Vorsicht bei auffällig günstigen Angeboten: Ein Energieausweis sollte nicht lediglich auf ungeprüften Angaben beruhen. Bei Online-Angeboten solltest du deshalb darauf achten, wie die Gebäudedaten erhoben und auf Plausibilität geprüft werden.
• Registrierung: Jeder neu ausgestellte Energieausweis benötigt eine Registriernummer des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt).

Achte darauf, wie dein Energieausweis erstellt wird

Bei der Erstellung sollten die erforderlichen Gebäudedaten sorgfältig erfasst und geprüft werden. Dazu gehören in der Regel:
• die Auswertung deiner Unterlagen,
• eine Plausibilitätsprüfung der Angaben
• Und – je nach Ausweis – eine Vor-Ort-Begehung oder zumindest eine fundierte Datenerhebung anhand von Bildern und Dokumenten.

Energieausweis lesen: Welche Kennwerte dir helfen können

Ein Energieausweis wirkt auf den ersten Blick oft technisch. Tatsächlich aber brauchst du nur wenige Kennwerte, um ihn sinnvoll einzuordnen. Diese Kennwerte helfen dir weiter:

  • Ausweistyp:

    Zuerst solltest du schauen, ob es sich um einen Bedarfsausweis oder einen Verbrauchsausweis handelt. Das ist wichtig, weil die Werte unterschiedlich zustande kommen – entweder durch Berechnung des Gebäudes oder durch tatsächliche Verbrauchsdaten. Ein Bedarfsausweis und ein Verbrauchsausweis lassen sich nicht 1:1 miteinander vergleichen.

  • Endenergiekennwert:

    Der Endenergiekennwert zeigt, wie viel Endenergie ein Gebäude pro Quadratmeter und Jahr rein rechnerisch benötigen könnte oder laut Verbrauchsdaten verbraucht. Die Faustregel lautet: Je niedriger der Wert, desto niedriger ist die energetische Einstufung des Gebäudes auf dem Energieausweis.

  • Energieeffizienzklasse:

    Die Energieeffizienzklasse ordnet den Endenergiebedarf beziehungsweise Endenergieverbrauch eines Wohngebäudes einer Skala von A+ bis H zu. Je weiter die Klasse im vorderen Bereich der Skala liegt, desto niedriger ist der ausgewiesene Kennwert.. Für eine schnelle Einschätzung ist diese Skala oft der einfachste Einstieg.

  • Weitere Werte zur Einordnung sind der Primärenergiekennwert, der Energieträger und die Modernisierungshinweise. Der Primärenergiekennwert berücksichtigt neben dem Energiebedarf beziehungsweise -verbrauch im Gebäude auch den Aufwand für die Bereitstellung der eingesetzten Energieträger. Als Energieträger können beispielsweise Erdgas, Heizöl, Strom, Fernwärme, Holz oder andere im Energieausweis ausgewiesene Energieträger angegeben sein. Dabei beeinflusst der eingesetzte Energieträger sowohl die Bewertung als auch die laufenden Kosten. Und am Ende des Energieausweises findest du oft noch Modernisierungshinweise. Das sind Empfehlungen für mögliche Maßnahmen zur energetischen Optimierung des Gebäudes. Diese geben dir eine erste Orientierung, ersetzen aber keine detaillierte Planung.

Vermittlung: So geht es nach der Anfrage weiter

Wenn du einen Energieausweis erstellen lassen möchtest, kannst du über deine LBS die Vermittlung an eine passende Fachperson anstoßen. Dabei gehst du keinen direkten Vertrag mit der LBS ein. Die Beauftragung erfolgt später zwischen dir und dem Anbieter. So läuft der Prozess in der Regel ab:

  • 1. Anfrage stellen:

    Du gibst die wichtigsten Eckdaten zu deinem Gebäude an – zum Beispiel Art der Immobilie, Baujahr und dein Vorhaben.

  • 2. Erste Abstimmung:

    Auf Basis deiner Angaben wird geklärt, welche Art von Energieausweis für dich infrage kommt und welche Unterlagen benötigt werden.

  • 3. Vermittlung an eine passende Fachperson:

    Du wirst an einen qualifizierten und unabhängigen Anbieter vermittelt.

  • 4. Angebot und Beauftragung:

    Du erhältst ein konkretes Angebot und entscheidest selbst, ob du die Leistung beauftragen möchtest. Die Umsetzung erfolgt dann direkt zwischen dir und der Fachperson.

Checkliste für deinen Energieausweis

Wenn du einen Energieausweis benötigst, helfen dir diese Punkte bei der schnellen Orientierung:

  • Wenn du rasch verstehen willst, was dein Energieausweis aussagt: Achte vor allem auf Effizienzklasse, Endenergiewert und Ausweistyp. Für einen aussagekräftigen Vergleich solltest du berücksichtigen, ob es sich jeweils um einen Bedarfs- oder Verbrauchsausweis handelt.

  • Wenn du einen Energieausweis einschätzen möchtest: Verbrauchsausweis und Bedarfsausweis unterscheiden sich vor allem in ihrer Datengrundlage, deshalb haben sie unterschiedliche Aussagekraft.

  • Wenn du einen Energieausweis erstellen lassen willst: Kläre vorab, welche Daten benötigt werden und bereite deine Unterlagen sorgfältig vor.

  • Wenn du die Ausstellungsqualität beurteilen möchtest: Achte auf qualifizierte Fachpersonen und einen klaren Leistungsumfang.

  • Wenn du direkt starten möchtest: Über die LBS kannst du die Vermittlung an eine passende Fachperson anfragen.

Häufige Fragen zum Energieausweis

Oft ist das möglich – vor allem beim Verbrauchsausweis. Hier reichen meist vollständige Unterlagen und aussagekräftige Fotos aus, damit die notwendigen Daten geprüft und ausgewertet werden können. Beim Bedarfsausweis sieht das eher anders aus. Da hier das Gebäude technisch bewertet wird, sind zusätzliche Informationen nötig. In vielen Fällen gehört dazu auch eine Vor-Ort-Begehung oder eine besonders detaillierte Datenerhebung.

Am häufigsten fehlen Details zum Gebäude und zur Technik. Dazu gehören zum Beispiel Angaben zu Flächen, zur Gebäudegeometrie oder zur Heizungsanlage. Beim Verbrauchsausweis sind es oft fehlende oder unvollständige Verbrauchsdaten. Beim Bedarfsausweis fehlen häufiger Informationen zur Gebäudeausrichtung oder zum sommerlichen Wärmeschutz.

Ein vollständiger Energieausweis enthält mehr als nur Kennwerte. Er umfasst auch alle vorgeschriebenen Angaben zum Gebäude, zur Technik und zur ausstellenden Person.
Dazu gehören unter anderem:

  • Art des Ausweises: Bedarfsausweis oder Verbrauchsausweis
  • Grundlegende Gebäudedaten wie Baujahr, Adresse, Wohnfläche
  • Angaben zur Heizungs- und Warmwassertechnik
  • Energiekennwerte und Energieeffizienzklasse
  • Ausstellungsdatum und Registriernummer
  • Vollständige Angaben zum Ausstellenden inklusive Unterschrift

Der häufigste Fehler ist eine falsche Flächenangabe. Oft werden Wohnfläche, Nutzfläche und beheizte Fläche vermischt oder falsch berechnet. Danach folgen unvollständige oder veraltete Angaben zur Heizungsanlage – z. B. fehlende Informationen zu Baujahr, Heizungsart und Warmwasserbereitung.

Warum das wichtig ist? Schon kleine Ungenauigkeiten können die Energiekennwerte und damit die Energieeffizienzklasse deutlich verändern. Je präziser deine Flächen- und Anlagendaten sind, desto verlässlicher ist also auch der Energieausweis.

Nutze die Werte vor allem als Orientierung, nicht als genaue Prognose für die Energiekosten oder den Wohnkomfort. Die Effizienzklasse zeigt dir, in welchem energetischen Bereich sich ein Gebäude bewegt. Der Endenergiekennwert liefert dir die genaue Einordnung. Beziehe aber auch den Energieträger und den Gebäudezustand in deine Einschätzung ein. Denn die Effizienzklasse hilft dir beim Einordnen – für eine echte Bewertung brauchst du aber immer den Gesamtkontext.