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Energieausweis: erstellen lassen, verstehen und richtig einordnen

Wer einen Energieausweis erstellen lassen will, fragt sich oft: Wie finde ich die passenden Fachleute, und worauf kommt es an? Hier erfährst Du, wie der Prozess abläuft, welche Unterlagen benötigt werden und worauf bei Ausstellende zu achten ist.

Ein Energieausweis, der neben Informationen zu einem Wohngebäude, den Energiebedarf anhand von einer A+ bis H Skala anzeigt. Dies wird durch Ampelfarben von grün bis rot visuell verdeutlicht.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Ein Energieausweis zeigt die Energieeffizienz eines Gebäudes auf und macht Immobilien anhand standardisierter Kennwerte vergleichbar.

  • Es gibt zwei Varianten: Der Bedarfsausweis basiert auf der technischen Bewertung des Gebäudes, der Verbrauchsausweis auf realen Verbrauchsdaten.

  • Die Erstellung erfolgt oft in 4 Schritten: Entscheidung des Ausweistyps, Zusammenstellung der Unterlagen, Datenerhebung und -prüfung sowie Ausstellung durch eine Fachperson.

  • Welche Unterlagen benötigt werden, hängt vom Ausweistyp ab.

  • Für die Einordnung sind vor allem Effizienzklasse, Endenergiekennwert und Ausweistyp entscheidend.


Was ist ein Energieausweis und wofür wird er genutzt?

Ein Energieausweis zeigt auf, wie energieeffizient ein Gebäude ist. Er enthält allgemeine Angaben zum Haus und zu den dort genutzten Energieträgern – zum Beispiel Gas, Fernwärme oder Strom. Auch, ob erneuerbare Energien im Einsatz sind oder ob es eine Gebäudebelüftung oder -kühlung gibt, lässt sich ersehen. Der Ausweis macht zudem anhand der Energieeffizienzklassen A+ bis H sichtbar, wie viel Energie das Gebäude „verbraucht“ – so, wie du es auch von Haushaltsgeräten kennst.

Das bedeutet: Der Energieausweis bietet eine erste Einschätzung, wie ein Gebäude energetisch aufgestellt ist. Daraus lässt sich ableiten, wie hoch der Energieverbrauch ungefähr ausfällt und ob mit niedrigen oder höheren Energiekosten zu rechnen ist. Als Immobilienbesitzer:in benötigst du einen Energieausweis z. B., wenn du dein Wohnhaus oder deine Wohnung neu vermieten, verpachten oder verkaufen möchtest. Und wenn du selbst an einer Immobilie interessiert bist, wird dir der Energieausweis natürlich auch zur Verfügung gestellt. Ein Energieausweis ist zehn Jahre lang gültig. Wann ein Energieausweis Pflicht ist, erfährst du hier.

Wichtig ist: Der Energieausweis ist ein standardisiertes Vergleichsinstrument – er ersetzt keine individuelle Analyse, sondern dient vor allem als Orientierung. Wenn du tiefer einsteigen oder z. B. konkrete Maßnahmen planen möchtest, kann eine Energieberatung sinnvoll sein: Diese kann mit dir gemeinsam einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erarbeiten Und wenn dich interessiert, was ein Energieausweis kostet, bekommst du hier weitere Informationen.


Bedarfsausweis vs. Verbrauchsausweis: Unterschied kurz erklärt

Beim Energieausweis gibt es zwei Varianten: den Bedarfsausweis und den Verbrauchsausweis. Der Unterschied liegt vor allem darin, wie die Werte ermittelt werden.

Der Verbrauchausweis basiert auf den tatsächlichen Verbrauchsdaten der vergangenen Jahre – also zum Beispiel auf Heizkostenabrechnungen. Die Ergebnisse hängen deshalb auch vom individuellen Heizverhalten ab.

Der Bedarfsausweis betrachtet dagegen die energetischen Eigenschaften des Gebäudes selbst. Dafür werden unter anderem Bauweise, Dämmung, Fenster und Heiztechnik bewertet und rechnerisch eingeordnet. In der Regel kannst du selbst entscheiden, ob du einen Bedarfsausweis oder einen Verbrauchsausweis für dein Gebäude erstellen lassen willst. In einigen Fällen ist ein Bedarfsausweis allerdings zwingend erforderlich. Worauf du achten musst, erklären wir dir hier.

Ein Energieausweis, der neben Informationen zu einem Wohngebäude, den Energiebedarf anhand von einer A+ bis H Skala anzeigt. Dies wird durch Ampelfarben von grün bis rot visuell verdeutlicht.

So läuft die Erstellung eines Energieausweises ab - Schritt für Schritt

Die Erstellung eines Energieausweises folgt in der Regel einem klaren Ablauf. Je nachdem, ob ein Verbrauchs- oder Bedarfsausweis erstellt wird, können sich einzelne Schritte leicht unterscheiden, das Grundprinzip bleibt aber gleich.

  • 1. Ausweistyp klären

    Zu Beginn wird festgelegt, welcher Energieausweis erstellt wird. Dabei steht die Frage im Raum, ob reale Verbrauchsdaten genutzt werden – oder dein Haus technisch berechnet wird. Diese Einordnung erfolgt meist gemeinsam mit der Fachperson und hängt von deiner Immobilie und den vorhandenen Daten ab.

  • 2. Unterlagen zusammenstellen

    Im nächsten Schritt stellst du die wichtigsten Informationen zum Gebäude zusammen. Dazu gehören z. B. Bauunterlagen, Flächenangaben, Angaben zur Heiztechnik – oder, je nach Ausweis, auch die Verbrauchsdaten. Je vollständiger deine Unterlagen sind, umso genauer wird das Ergebnis.

  • 3. Daten prüfen und Energieausweis erstellen

    Jetzt prüft die Fachperson deine Angaben auf Plausibilität, stellt bei Bedarf Rückfragen und erstellt dann den Energieausweis. Dabei werden die relevanten Kennwerte berechnet oder ausgewertet und in eine standardisierte Form gebracht – zum Beispiel der Energiebedarf oder -verbrauch, die Effizienzklasse (von A+ bis H) und der verwendete Energieträger.

  • 4. Fertigstellung und Bereitstellung

    Am Ende wird der fertiggestellte Energieausweis registriert und dir zur Verfügung gestellt – meist digital oder auf Wunsch auch per Post. In der Praxis dauert der Prozess oft nur wenige Tage, wenn alle Unterlagen vollständig vorliegen.


Welche Unterlagen du typischerweise brauchst

Benötigt

Bedarfsausweis

Verbrauchsausweis

Allgemeine Gebäudedaten

Baujahr, Wohnfläche, Energieträger, Nachweise zu erfolgten Sanierungen

Baujahr, Wohnfläche, Energieträger, Nachweise zu erfolgten Sanierungen

Bauunterlagen

Grundrisse, Gebäudebeschreibung, Dämmung, Fenster, Türen

Meist nicht erforderlich

Heiztechnik, ggf. Lüftungstechnik

Art, Alter, Leistung der Anlage, ggf. Daten zur Lüftung und Klimatisierung

Nur Angabe, ob für Heizen und Warmwasser mehr als eine Energieart eingesetzt wird

Verbrauchsdaten

Nicht erforderlich

Heizkostenabrechnungen der letzten Jahre

Fotos/Zusatzinfos

Hilfreich, z. B. vom Gebäude, der Heizung etc.

Optional

Welche Unterlagen benötigt werden, hängt davon ab, ob ein Bedarfsausweis oder ein Verbrauchsausweis für dich erstellt wird. Ein Teil der benötigten Informationen aber ist für beide Varianten wesentlich.

Ausführliche Beschreibung

Die Tabelle zeigt, welche Angaben für Bedarfsausweis und Verbrauchsausweis nötig sind. Für beide werden allgemeine Gebäudedaten wie Baujahr, Wohnfläche, Energieträger und Nachweise zu Sanierungen benötigt. Der Bedarfsausweis erfordert zusätzlich Bauunterlagen sowie detaillierte Angaben zu Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik. Verbrauchsdaten sind nicht nötig. Beim Verbrauchsausweis sind Bauunterlagen meist nicht erforderlich. Stattdessen werden Heizkostenabrechnungen der letzten Jahre benötigt. Fotos und Zusatzinfos sind optional beziehungsweise hilfreich.


Was bedeutet das konkret für dich?

Beim Bedarfsausweis steht das Gebäude selbst im Mittelpunkt. Hier werden Details zur Bauweise und der Technik benötigt, um den Energiebedarf zu berechnen – aber auch deutsche Klima-Mittelwerte und das durchschnittliche Nutzungsverhalten fließen in die Berechnung ein.
Beim Verbrauchsausweis geht es vor allem um die tatsächlichen Verbrauchsdaten, die witterungsbereinigt betrachtet werden. Deshalb sind hier die Abrechnungen der letzten Jahre entscheidend.

Was ist, wenn Unterlagen fehlen?

Fehlende oder unvollständige Angaben können den Prozess verzögern oder dazu führen, dass statt eines Verbrauchsausweises ein Bedarfsausweis erstellt wird.

Worauf du bei Aussteller und Leistungsumfang achten solltest

Bei der Auswahl der ausstellenden Person lohnt es sich, genau hinzuschauen – sowohl bei der Qualifikation als auch beim Leistungsumfang. Fakt ist: Wer eine abgeschlossene Berufsausbildung und eine passende Fortbildung bzw. Berufserfahrung vorweisen kann, darf auch einen Energieausweis ausstellen. Ausstellende sollten das richtige fachliche Know-how mitbringen. Bei Architekt:innen, Ingenieur:innen, staatl. Gepr. Techniker:innen, Handwerksmeister:innen und Energieberater:innen mit entsprechender Qualifizierung ist dies z. B. der Fall.

Achte aber nicht nur auf den Abschluss, sondern auch auf die richtige Erfahrung. Gerade bei komplexeren Gebäuden sollte die Fachperson mit vergleichbaren Objekten vertraut sein.

Ein gutes Zeichen ist, wenn die Qualifikationen von der Fachperson transparent gemacht werden – etwa durch Einträge in anerkannten Expert:innenlisten, Fortbildungsnachweise und klare Angaben zu Berufsbezeichnung und Kontaktdaten. Diese Informationen müssen später auch im Energieausweis selbst enthalten sein.

Achte darauf, wie dein Energieausweis erstellt wird

Ein seriöser Leistungsumfang bedeutet, dass dein Gebäude sorgfältig erfasst und geprüft wird. Dazu gehört in der Regel:

  • Die Auswertung deiner Unterlagen
  • Eine Plausibilitätsprüfung der Angaben
  • Und – je nach Ausweis – eine Vor-Ort-Begehung oder zumindest eine fundierte Datenerhebung anhand von Bildern und Dokumenten.

Energieausweis lesen: Welche Kennwerte dir wirklich helfen

Ein Energieausweis wirkt auf den ersten Blick oft technisch. Tatsächlich aber brauchst du nur wenige Kennwerte, um ihn sinnvoll einzuordnen. Diese Kennwerte helfen dir weiter:

  • Ausweistyp:

    Zuerst solltest du schauen, ob es sich um einen Bedarfsausweis oder einen Verbrauchsausweis handelt. Das ist wichtig, weil die Werte unterschiedlich zustande kommen – entweder durch Berechnung des Gebäudes oder durch tatsächliche Verbrauchsdaten.

  • Endenergiekennwert:

    Das ist der zentrale Vergleichswert im Energieausweis. Er zeigt, wie viel Energie pro Quadratmeter und Jahr benötigt wird, um das Gebäude mit Heizungswärme und Warmwasser zu versorgen. Die Faustregel lautet: Je niedriger der Wert, desto besser. Der Endenergiekennwert eignet sich am besten, um verschiedene Gebäude miteinander zu vergleichen.

  • Energieeffizienzklasse:

    Die Energieeffizienzklasse ordnet den Kennwert auf einer Skala von A+ bis H ein – ähnlich wie bei Haushaltsgeräten. A+ steht für „sehr effizient“ H für einen hohen Energieverbrauch. Für eine schnelle Einschätzung ist diese Skala oft der einfachste Einstieg.

  • Weitere Werte zur Einordnung sind der Primärenergiekennwert, der Energieträger – und die Modernisierungshinweise. Der Primärenergiekennwert berücksichtigt zusätzlich, wieviel Energie für Gewinnung und Bereitstellung des Energieträgers benötigt wird. Er hilft dir vor allem beim Vergleich unterschiedlicher Heizsysteme. Mit dem Energieträger sind Gas, Strom, Fernwärme oder erneuerbare Energien gemeint – dabei beeinflusst der eingesetzte Energieträger sowohl die Bewertung als auch die laufenden Kosten. Und am Ende des Energieausweises findest du oft noch Modernisierungshinweise, das sind kurze Empfehlungen zur Verbesserung der Energieeffizienz. Diese geben dir eine erste Orientierung, ersetzen aber keine detaillierte Planung.

Vermittlung: so geht es nach der Anfrage weiter

Wenn Vermittlung an eine passende du einen Energieausweis erstellen lassen möchtest, kannst du über deine LBS die Fachperson anstoßen. Dabei gehst du keinen direkten Vertrag mit der LBS ein - die Beauftragung erfolgt später zwischen dir und der ausstellenden Person. So läuft der Prozess in der Regel ab:

  • 1. Anfrage stellen:

    Du gibst die wichtigsten Eckdaten zu deinem Gebäude an – zum Beispiel Art der Immobilie, Baujahr und dein Vorhaben.

  • 2. Erste Abstimmung:

    Auf Basis deiner Angaben wird geklärt, welche Art von Energieausweis für dich infrage kommt und welche Unterlagen benötigt werden.

  • 3. Vermittlung an eine passende Fachperson:

    Du wirst an eine:n qualifizierte:n und unabhängige:n Ausstellenden vermittelt – und kannst sicher sein, dass diese:r Erfahrung mit deinem Gebäudetyp mitbringt.

  • 4. Angebot und Beauftragung:

    Du erhältst ein konkretes Angebot und entscheidest selbst, ob du die Leistung beauftragen möchtest. Die Umsetzung erfolgt dann direkt zwischen dir und der Fachperson.

  • Wichtig für dich:

    die LBS übernimmt die Vermittlung, nicht die Ausstellung des Energieausweises.
    Jetzt die Vermittlung zu einer Fachperson anfragen.

  • Hinweis: LBS.de setzt hier Sunshine als externe Lösung ein, um dir ein verbessertes Nutzererlebnis zu bieten. Wenn du auf 'Weiter zum Service' klickst, wirst du zu einer externen URL weitergeleitet. Bitte sei versichert, dass dies ein beabsichtigter Prozess ist und wir alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen getroffen haben, um deine Daten zu schützen.

Checkliste für deinen Energieausweis

Wenn du einen Energieausweis benötigst, helfen dir diese Punkte bei der schnellen Orientierung:

  • Wenn du schnell verstehen willst, was dein Energieausweis aussagt: Achte vor allem auf Effizienzklasse, Endenergiewert und Ausweistyp.

  • Wenn du einen Energieausweis einschätzen möchtest: Verbrauchsausweis und Bedarfsausweis unterscheiden sich vor allem in ihrer Datengrundlage, deshalb haben sie unterschiedliche Aussagekraft.

  • Wenn du einen Energieausweis erstellen lassen willst: Kläre vorab, welche Daten benötigt werden und bereite deine Unterlagen sorgfältig vor.

  • Wenn du Ausstellungsqualität beurteilen möchtest: Achte auf qualifizierte Fachpersonen und einen klaren Leistungsumfang, damit die Ergebnisse verlässlich sind.

  • Wenn du direkt starten möchtest: Über die LBS kannst du die Vermittlung an eine passende Fachperson anfragen.