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Kernsanierung: Kosten, Dauer und Ablauf

Altes Haus, viele Mängel – doch voller Potenzial? Eine Kernsanierung kann aus deinem Altbau ein modernes, effizientes Zuhause machen. Erfahre, was dabei zu beachten ist und welche Kosten zu erwarten sind.

Handwerker mit Schutzhelm und Bohrmaschine arbeitet an einer Wand in einer Wohnung während einer Kernsanierung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Kernsanierung bedeutet, dass ein Gebäude bis auf die tragende Bausubstanz zurückgebaut und anschließend umfassend modernisiert wird.

  • Je nach Zustand des Hauses und Maßnahmenumfang sind Kosten zwischen 400 und 1.000 Euro/m² nicht selten.

  • Wenn du gut planst und deine Finanzierung nach Möglichkeit mit Fördermitteln kombinierst, kannst du sparen.

  • Eine Kernsanierung steigert den Wohn- und Immobilienwert und macht deine Immobilie fit für die nächsten Jahrzehnte.


Definition: Was ist eine Kernsanierung?

Bei einer Kernsanierung wird dein Haus bis auf seine tragenden Elemente zurückgebaut. Danach wird Schritt für Schritt modernisiert, ersetzt und neu gedacht, bis das Gebäude einen nahezu neuwertigen Zustand aufweist. Ziel einer Kernsanierung ist es, das Haus technisch, energetisch und funktional auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen und seine Nutzungsdauer langfristig zu verlängern.


Mögliche Maßnahmen einer Kernsanierung sind:

  • Rückbau nicht tragender Wände, alter Böden und Einbauten
  • Erneuerung von Dachkonstruktionen und Dacheindeckung
  • neue Elektrik, Wasser- und Heizungsleitungen
  • Austausch von Fenstern und Türen
  • Fassadensanierung und Wärmedämmung
  • neue Sanitäranlagen und Heiztechnik

Während der Arbeiten ist das Gebäude meist nicht bewohnbar. Dafür hast du hinterher je nach Fall ein neuwertiges Haus mit zeitgemäßem Wohnkomfort, verbesserter Energiebilanz und häufig einer deutlichen Wertsteigerung.

Sanierung eines Raumes in einem Haus. Eine Baustelle mit Stützpfeilern.

Unterschied zwischen Sanierung, Modernisierung und Renovierung

Renovierungsarbeiten sind in der Regel nicht förderfähig, Modernisierungs- und Sanierungsarbeiten dagegen schon – ebenso die Kernsanierung. Es lohnt sich daher, bei der Begriffsdefinition genau hinzuschauen.

  • Renovierung:

    Darunter fallen kosmetische Verbesserungen, die häufig von den Eigentümerinnen und Eigentümern selbst durchgeführt werden können. Beispiele: Streichen, Tapezieren, neue Bodenbeläge, …

  • Modernisierung:

    Dazu gehören Maßnahmen, die die Immobilie nachhaltig auf den neusten technischen Stand bringen. In der Regel beauftragen Eigentümerinnen und Eigentümer dafür ein Unternehmen. Nicht immer werden die Begriffe klar getrennt: Was umgangssprachlich als „energetische Sanierung“ bezeichnet wird, fällt beispielsweise unter die Modernisierung – also Maßnahmen, die den Energieverbrauch senken. Beispiele: neue Fenster, neue Heiztechnik, ... Auch Maßnahmen, die den Wasserverbrauch senken, fallen oft unter Modernisierung.

  • Sanierung:

    Anlass für die Maßnahmen ist ein Mangel oder Schaden, der über die reine Kosmetik hinausgeht. Dieser Mangel wird im Rahmen der Sanierung behoben. Beispiel: Schimmel an den Wänden durch Feuchtigkeit.

  • Kernsanierung:

    Sie umfasst die Kombination aus allem – ein kompletter Neustart im Bestand.

Wann lohnt sich eine umfassende Kernsanierung?

Eine Kernsanierung kann sich lohnen, wenn ein Gebäude zwar eine gute tragende Bausubstanz hat, aber technisch, energetisch oder baulich stark veraltet ist. Sie kann sinnvoller sein als einzelne Modernisierungsmaßnahmen, wenn ohnehin mehrere Gewerke erneuert werden müssen, große Schäden oder Mängel bestehen oder ein Abriss vermieden werden soll. Ob sie wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt unter anderem von den Sanierungskosten, dem Gebäudewert und den geplanten Maßnahmen ab.
Eigentümerinnen und Eigentümer entscheiden sich häufig für eine Kernsanierung, wenn mehrere der folgenden Gründe vorliegen:

  • Gravierende Baumängel oder Bauschäden: Dazu gehören zum Beispiel Feuchtigkeit, Schimmel, marode Leitungen und ein sanierungsbedürftiges Dach.
  • Veraltete Gebäudetechnik: Heizungs-, Elektro- oder Sanitäranlagen entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik.
  • Schlechte Energieeffizienz: Das Gebäude weist hohe Wärmeverluste auf und soll energetisch modernisiert werden.
  • Umfassende Modernisierung: Das Gebäude soll an heutige Wohn- und Nutzungsanforderungen angepasst werden, etwa durch neue Fenster.

Tipp

Prüfe vorab – z. B. mit einem Architekturbüro –, was bei deinem Haus möglich ist. Informiere dich auch, ob es sich bei deinen Plänen um ein genehmigungsfreies Bauvorhaben handelt oder ob du eine Baugenehmigung benötigst. Das kann das Architekturbüro klären – oder du fragst selbst bei der Bauaufsichtsbehörde bzw. deiner Gemeinde nach.

Möglichkeiten zur Finanzierung einer Kernsanierung

Je nach Situation und Fall kannst du eine Kernsanierung über einen Modernisierungskredit, eine Baufinanzierung, deinen Bausparvertrag oder über staatliche Förderprogramme finanzieren. Auch eine Kombination kann infrage kommen.

Modernisierungskredit aus Vorfinanzierung und Bauspardarlehen

Wenn es schnell gehen muss, z. B. weil die Heizung streikt oder das Dach undicht ist, kann sich ein LBS-Modernisierungskredit anbieten.
Du profitierst von festen monatlichen Raten, einer gut planbaren Laufzeit und kannst dein Bauspardarlehen später jederzeit sondertilgen. So wirst du schneller schuldenfrei. Eine Kreditsumme von bis zu 50.000 Euro ist ohne Eintrag ins Grundbuch möglich.
Informiere dich direkt: Jetzt Modernisierungsfinanzierung berechnen

Klassische Baufinanzierung

Auch ein klassisches Annuitätendarlehen bietet feste monatliche Raten über die vereinbarte Laufzeit. Die Raten setzen sich aus Zins und Tilgung zusammen. Die Zinsen werden in Prozent auf die Restschuld berechnet. Mit jeder bezahlten Rate sinkt deine Restschuld, sodass der Zinsanteil im Laufe der Zeit abnimmt und der Tilgungsanteil entsprechend steigt. Nach Ablauf der Zinsbindung muss gegebenenfalls für die verbleibende Restschuld eine Anschlussfinanzierung vereinbart werden.

Bausparvertrag

Wenn du bereits einen zuteilungsreifen LBS-Bausparvertrag hast, kannst du das angesparte Guthaben und das Bauspardarlehen für wohnwirtschaftliche Zwecke einsetzen. Dazu gehören grundsätzlich auch umfassende Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen, also beispielsweise eine Kernsanierung eines selbst genutzten oder vermieteten Wohngebäudes. Welche Maßnahmen im Einzelfall förderfähig oder zulässig sind, kannst du in deinem Bausparvertrag nachlesen. Ist der Bausparvertrag noch nicht zugeteilt, kann eine Zwischenfinanzierung möglich sein.

Tipp

Wende dich an eine Energieberatung, wenn du alle Fördermöglichkeiten voll ausschöpfen willst – zum Beispiel über die LBS-Vermittlung Energieberatung. Sind bei der Kernsanierung energetische Maßnahmen geplant, kann ein individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) sinnvoll sein. Er zeigt den Weg zu einem energieeffizienteren Gebäude auf und wird unter bestimmten Voraussetzungen staatlich gefördert. Auch eine Baubegleitung kann sich bei der Umsetzung lohnen.

Staatliche Förderprogramme und Zuschüsse

Der Staat fördert bestimmte Maßnahmen im Rahmen der Kernsanierung mit Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten. Es gelten Fördervoraussetzungen. Einige Beispiele:

  • Förderkredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für Effizienzhaus-Sanierungen
  • Zuschüsse des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für Einzelmaßnahmen wie neue Fenster, Dämmung, bestimmte Heiztechnik
  • Steuervorteile nach Einkommensteuergesetz (EStG) § 35c, wenn du selbst im Haus wohnst und energetisch modernisierst
  • Landes- und Kommunalprogramme, die du oft ergänzend beantragen kannst

Wichtig: Fördermittel müssen in der Regel beantragt werden, bevor du mit dem Vorhaben beginnst oder einen uneingeschränkten Liefer- oder Leistungsvertrag abschließt. Die genauen Vorgaben unterscheiden sich je nach Programm. Lies dazu unseren LBS-Ratgeber „Fördermöglichkeiten für die Modernisierung“.

Welche Bauteile können im Rahmen einer Kernsanierung modernisiert werden?

Eine Kernsanierung bietet die Möglichkeit, ein Gebäude von der Haustechnik über Dach und Fassade bis hin zu Fenstern, Türen und dem Innenausbau zu erneuern. Welche Bauteile erneuert werden, sollte sich nach dem Zustand der Immobilie und deinen persönlichen Zielen richten.

Wasser- und Abwassersysteme

In manchen Altbauten stecken noch Wasserleitungen aus verzinktem Stahl oder Blei, die dringend ersetzt werden sollten. Auch die Entwässerung ist ein Thema, insbesondere mit Blick auf zunehmende Starkregenereignisse. Darauf solltest du achten:

  • Austausch alter Trinkwasserleitungen
  • Einbau einer Rückstausicherung
  • Anpassung von Fallrohren und Entwässerungsleitungen

Dach und Dachstuhl

Eine Dachsanierung kann neben der modernen Dacheindeckung vieles bewirken: verbesserte Dämmung, mehr Licht durch neue Gauben oder Dachfenster und Einsparungen bei den Heizkosten.

Elektrik und Verkabelung

Im Rahmen einer Kernsanierung mit Erneuerung der Elektrik werden alte Leitungen und Sicherungskästen ersetzt.

Heizungsanlage und Energieversorgung

Eine moderne Heizung spart Energie, senkt die Kosten und bringt dir echten Wohnkomfort. Ob Wärmepumpe, Solarthermie, Hybridlösung, Holzpellet-Heizung oder Fernwärme: Bei der Sanierung kannst du das System ganzheitlich neu aufstellen.

Fenster und Türen

Durch alte Fenster geht oft viel Wärme verloren. Neue dreifachverglaste Fenster verbessern das Raumklima und sorgen für mehr Energieeffizienz und Schallschutz. Gleiches gilt für Türen vom Keller bis zur Haustür.

Tipp

Achte auf den U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient). Dieser gibt an, wie viel Wärme durch ein Bauteil wie Fenster oder Türen verloren geht. Je niedriger der U-Wert, desto besser ist die Wärmedämmung.

Außenfassade

Eine Fassadendämmung senkt den Verbrauch und kann das Mauerwerk schützen. Dir bieten sich dabei viele gestalterische Möglichkeiten: vom klassischen Putz beim Wärmedämmverbundsystem bis zu Holz bei der hinterlüfteten Vorhangfassade.

Innenausbau und Raumgestaltung

Ob ein offener, heller Wohn- und Essbereich, ein barrierefreier Umbau oder ein neuer Rückzugsort unterm Dach: Gestalte deinen Lebensraum nach deinen Wünschen und Bedürfnissen.

Tipp

Sollen tragende Wände entfernt oder verändert werden, solltest du frühzeitig ein Architektur- oder Statikbüro einbinden. So lässt sich prüfen, welche Maßnahmen technisch möglich sind und wie die Statik des Gebäudes erhalten bleibt.

Besonderheiten bei der Sanierung denkmalgeschützter Immobilien

Erhalt und Erneuerung – auf diesem schmalen Grat bewegt sich die Kernsanierung deines denkmalgeschützten Gebäudes. Was darfst du verändern? Was musst du erhalten? Antworten liefert die enge Abstimmung mit der Denkmalpflege.

Einhaltung von Denkmalschutzauflagen

Sanierungsmaßnahmen müssen vorab meist mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde abgestimmt und genehmigt worden sein. Ohne behördliche Zustimmung drohen Bußgelder oder Rückbauverfügungen – auch Förderungen bzw. steuerliche Vergünstigungen können verloren gehen. Die Denkmalschutzbehörde prüft alle Maßnahmen, teils bis zur Farbauswahl. Vor Sanierungsbeginn musst du oft ein Sanierungskonzept vorlegen.

Mögliche Förderungen und steuerliche Vorteile bei einer Kernsanierung

Dir stehen mehrere Förderprogramme offen, z. B. die KfW-Förderung mit dem Kredit 261: Bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit sind damit möglich –Tilgungszuschuss inklusive. Voraussetzung: Dein saniertes Haus weist mindestens den Standard „Effizienzhaus Denkmal“ auf. Auch andere Maßnahmen werden berücksichtigt, wenn sie den Denkmalcharakter wahren.
Weitere Möglichkeiten:

  • Zuschüsse durch BAFA, Deutsche Stiftung Denkmalschutz etc.
  • Programm „Jung kauft Alt“ für Familien: zinsverbilligte Kredite beim Kauf sanierungsbedürftiger Altbauten
  • regionale Förderprogramme, die Denkmalgebäude berücksichtigen
  • steuerliche Vorteile: Anerkannte Sanierungskosten können bei Vermietung über 12 Jahre vollständig (100 Prozent) abgeschrieben werden. Bei Eigennutzung lassen sich bis zu 90 Prozent der begünstigten Sanierungskosten über zehn Jahre steuerlich geltend machen

Beispielhafte Kosten für einzelne Maßnahmen einer Kernsanierung (pro m²)

Für eine Kernsanierung fallen häufig Kosten zwischen 400 und 1.000 Euro/ m² an. Je nach Fall kann es jedoch auch deutlich teurer werden. Diese weiteren Richtwerte helfen dir, die Dimensionen einzuschätzen:

Dachsanierung: etwa 80 Euro bis 300 Euro pro m²

Die Kosten für eine Dachsanierung hängen u. a. von der Art und Größe des Daches sowie vom Material und Umfang der beauftragten Arbeiten ab. Lässt du dein Dach neu eindecken und zusätzlich dämmen, musst du mit Kosten von etwa 200 bis 230 Euro m² zzgl. MwSt. rechnen. Brauchst du zudem einen neuen Dachstuhl, steigen die Kosten.

Fassadendämmung: etwa 60 Euro bis 200 Euro pro m²

Bei einer Fassadensanierung kannst du folgende Richtwerte für die Dämmung der Außenwände ansetzen:

  • Einblasdämmung: etwa 20–30 Euro/m²
  • WDVS (Wärmedämmverbundsystem): etwa 120–210 Euro/m²
    Fördermittel von KfW oder BAFA können die Kosten deutlich reduzieren.

Erneuerung der Elektrik: etwa 110 Euro bis 170 Euro pro m²

Bei der Kernsanierung wird meist die komplette Elektrik auf heutige Standards angepasst. Typische Leistungen sind:

  • Leitungsaustausch
  • neue Steckdosen, Lichtplanung
  • Einbau Sicherungskasten mit FI-Schutz
  • Einbindung Smart Home, E-Mobilität
    Der angegebene Kostenrahmen von 110 bis 170 Euro/m² Wohnfläche ist abhängig von Ausstattung und Technikniveau. Hol dir entsprechende Angebote ein.

Fensteraustausch: etwa 240 Euro bis 600 Euro pro Fenster

Es lohnt sich, in hochwertige Fenster zu investieren. Je nach Material, Größe und Verglasung können die Kosten aber deutlich variieren. Ein Standard-Kunststofffenster mit Dreifachverglasung ist für ca. 240 Euro zu haben, Holzfenster sind meist deutlich teurer. Hinzu kommen die Kosten für die Montage und ggf. für Rollläden, Einbruchschutz und Entsorgung.

Heizungsmodernisierung: etwa 9.000 Euro bis 35.000 Euro (je nach System)

Beim Austausch deiner alten Heizung kannst du ungefähr mit diesem Preisrahmen rechnen:

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe: 20.000–40.000 Euro
  • Pelletheizung: 20.000–35.000 Euro
  • Hybridheizung: 20.000–35.000 Euro
  • Anschluss an ein Nahwärmenetz: ca. 10.000–30.000 Euro (je nach Anschlusskosten und notwendiger Hausinstallation)

Tipp

Viele Systeme sind über KfW und BAFA förderfähig.

5 wichtige Faktoren, die die Kosten einer Kernsanierung beeinflussen

Was deine Kernsanierung kostet, hängt vor allem vom Umfang der geplanten Maßnahmen, dem Zustand und Alter des Gebäudes, den verwendeten Materialien, regionalen Preisunterschieden bei Handwerksbetrieben und besonderen Anforderungen – etwa Denkmalschutz – ab.

  • 1. Umfang der geplanten Maßnahmen

    Ob du „nur“ energetisch sanierst oder dein Haus komplett entkernst: Der Umfang macht den Unterschied. Das lässt die Kosten steigen:

    • Umfang der Sanierungsmaßnahmen
    • Größe und Komplexität des Gebäudes
    • schlechte Bausubstanz
    • hohe Effizienzstandards (z. B. KfW-Effizienzhaus)
    • gehobene Ausstattung
    • individuelle Grundrissänderungen
  • 2. Zustand und Alter des Gebäudes

    Was von außen noch solide wirkt, kann im Inneren marode sein oder gesundheitsschädliche Materialien bergen – etwa durch:

    • morsche Holzbalken oder instabile Decken
    • veraltete Elektroinstallation
    • undichte Leitungen
    • Asbest oder andere Altlasten
  • 3. Auswahl der Materialien

    • Standard oder Premium? Der Unterschied kann mehrere Tausend Euro ausmachen.
    • Nachhaltigkeit und Technik: Ökologische Dämmstoffe oder smarte Steuerungssysteme kosten mehr.
    • Design und Komfort: Einzelanfertigungen oder spezielle Oberflächen schlagen sich im Budget nieder
  • 4. Regionale Preisunterschiede bei Handwerksleistungen

    Sanieren in München unterscheidet sich preislich von Sanieren in Magdeburg. Denn:

    • Handwerkerpreise variieren stark, abhängig von Region, Nachfrage und Saison.
    • In Ballungszentren sind Fachbetriebe oft ausgebucht und entsprechend teuer.
    • Je spezialisierter das Gewerk, desto höher meist auch der Stundensatz.
  • 5. Besondere Anforderungen, z. B. Denkmalschutz

    Warum Denkmalhäuser oft teurer zu sanieren sind? Das sind die Gründe:

    • Nutzung spezieller Materialien
    • Ausführung mit traditionellen Handwerkstechniken
    • Zusätzliche Dokumentationen, Planungs- und Gutachterkosten
    • Zusatzkosten durch unerwartete Probleme

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In 6 Schritten: Ablauf einer Kernsanierung

Ein altes Haus in neuem Glanz: Dafür brauchst du den richtigen Plan. Diese Schritte führen dich exemplarisch durch die wichtigsten Etappen.

1. Schritt: Bestandsaufnahme und Bewertung

Bevor du loslegst, muss klar sein, in welchem Zustand dein Haus ist – durch eine umfassende Analyse. Wichtige Schritte dabei:

  • Sichten vorhandener Unterlagen (Grundrisse, vorherige Sanierungsmaßnahmen, Gutachten etc.)
  • Begehung mit Expertinnen und Experten wie Architektinnen, Statiker, Energieberatung
  • Erfassen von Schwachstellen, Mängeln, Schäden
  • Ermitteln notwendiger Sanierungsarbeiten
  • erste Einschätzung von Kosten, Aufwand, Machbarkeit

Schritt 2: Planung und Konzeption

Maßgeschneidert auf dein Haus und deine Ziele wird aus der Idee ein konkreter Sanierungsplan. Dazu gehört:

  • Festlegen der Sanierungsmaßnahmen
  • Definition technischer Lösungen
  • Erstellen eines Bauzeitenplans
  • weitere Budgetplanung

Schritt 3: Einholen von Angeboten und Auswahl der Fachleute

Für deinen Plan brauchst du verlässliche Angebote. So gehst du vor:

  • bestenfalls mehrere Angebote pro Gewerk einholen
  • Preise, Leistungsumfang, Referenzen vergleichen
  • ggf. Bauleitung, Architekt als Unterstützung einbinden

Schritt 4: Finanzierung und Beantragen von Fördermitteln

Sobald du weißt, was dein Projekt kosten wird, klärst du die Finanzierung:

  • Sprich mit deiner LBS oder Sparkasse über deine Pläne und die mögliche Finanzierung.
  • Stelle die Förderanträge rechtzeitig über die jeweils vorgesehenen Antragswege, etwa über deine LBS oder Sparkasse.
  • Sorge dafür, dass Angebote und Pläne ggf. angepasst werden, wenn die Fördervorgaben dies erfordern.

Schritt 5: Durchführen der Sanierungsarbeiten

Jetzt wird’s konkret: Deine Kernsanierung startet. Je nach Umfang dauert es Wochen oder Monate. Der mögliche Ablauf:

  • Entkernung und Rückbau
  • Erneuerung Elektrik, Wasser, Heizung
  • Dämmung, Fassaden- und Dachsanierung, Fenster, Türen
  • Innenausbau, Bodenbeläge
  • Abschlussarbeiten und Reinigung

Schritt 6: Abnahme und Qualitätssicherung

Fast geschafft – nun geht’s ans Feintuning. Das sind die letzten Schritte:

  • gemeinsame Begehung und Abnahme mit allen beteiligten Fachbetrieben
  • Prüfung auf Mängel, ggf. Nachbesserung vereinbaren
  • Sammeln von Rechnungen, Energieausweis etc.

Tipp

Lass dir alle Arbeiten schriftlich bestätigen – das schützt im Fall von Reklamationen.

Typischer Zeitrahmen für eine Kernsanierung

Mit einer guten Planung und einem verlässlichen Team kannst du dein Haus häufig in einem Zeitrahmen zwischen fünf und elf Monaten grundlegend erneuern.

Planungs- und Vorbereitungsphase: 1 bis 3 Monate

Hier legst du das Fundament für den Sanierungsablauf. Dazu gehören:

  • Bestandsaufnahme, Begutachtung
  • Entwicklung des Sanierungskonzeptes
  • Angebote einholen und vergleichen
  • Abstimmung mit Behörden (z. B. Denkmalschutz)
  • Klären der Finanzierung
  • Beantragen möglicher Förderungen

Bau- und Umsetzungsphase: 3 bis 6 Monate

Jetzt wird’s handfest. In diese Phase fallen:

  • Rückbau und Entkernung
  • Rohbauarbeiten (z. B. Mauern, Durchbrüche)
  • Erneuerung der Haustechnik
  • Dämmung, Fenster und Türen
  • Innenausbau und Ausstattung

Fertigstellen und Abschlussarbeiten: 1 bis 2 Monate

Jetzt geht‘s um die letzten Handgriffe und die Qualitätssicherung. Was dabei ansteht:

  • Endarbeiten (Malerarbeiten, Leisten, Lichtinstallationen)
  • Dokumentation, Übergabe
  • eventuelle Nachbesserungen

Staatliche Förderprogramme und Zuschüsse für die Kernsanierung

Lass dich bei der Kernsanierung unterstützen: Mit dem LBS-Vermittlungsservice bekommst du schnell Kontakt zu einer Energieberatung und kannst staatliche Förderprogramme mit Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten voll ausschöpfen. Oft gibt es auch Steuervorteile, die du nutzen kannst.

KfW-Programme für energieeffizientes Sanieren

Mit dem KfW-Kredit 261 können je nach Effizienzhausstufe und Förderbedingungen Kredite von bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit möglich sein. Zusätzlich kann die KfW einen Tilgungszuschuss gewähren. Dessen Höhe richtet sich unter anderem nach der erreichten Effizienzhausstufe und möglichen Zusatzklassen.
Prüfe außerdem das KfW-Programm 458 für den Kauf und Einbau einer neuen, klimafreundlichen Heizung. In einem Einfamilienhaus können damit beispielsweise Kosten in Höhe von bis zu 28.000 Euro berücksichtigt werden. 30–maximal 80 Prozent der förderfähigen Kosten können bezuschusst werden. Für beide Programme gelten Fördervoraussetzungen.

BAFA-Zuschüsse für Einzelmaßnahmen

Auch Einzelmaßnahmen lassen sich fördern – durch das BAFA. Was z. B. gefördert wird:

  • Dämmung von Dach, Außenwänden, Geschossdecken
  • Erneuerung von Fenstern, Außentüren
  • Heizen mit erneuerbaren Energien
  • Fachplanung, Baubegleitung
    Ab 2027 soll außerdem ein neuer Bonus für die Sanierung besonders energieineffizienter Gebäude eingeführt werden. Zudem ist ein neuer Bonus für Wärmepumpen, die in der Union produziert werden (Wertschöpfungsbonus), geplant.

Regionale Förderungen und steuerliche Abschreibungen

Länder und Kommunen fördern deine Sanierung oft zusätzlich. Frage bei der Förderbank deines Bundeslandes nach, um von regionalen Förderprogrammen zu profitieren.
Auch wenn du selbst in der Immobilie wohnst, können steuerliche Vorteile möglich sein:

  • 20 Prozent der Aufwendungen für begünstigte energetische Maßnahmen, maximal 40.000 Euro pro Eigenheim; absetzbar über drei Jahre
  • nur für selbstgenutzte, mindestens 10 Jahre alte Immobilien
  • für dieselbe Maßnahme nicht kombinierbar mit KfW- oder BAFA-Zuschüssen

Häufige Fragen zur Kernsanierung

Durch den steigenden Immobilienwert kann sich die Bemessungsgrundlage erhöhen – insbesondere unter den neuen Grundsteuerregeln. Tipp: Teile Änderungen dem Finanzamt mit, idealerweise mit Unterstützung einer Steuerberatung.

Immer wenn:

  • tragende Bauteile verändert werden
  • Nutzungsänderungen geplant sind
  • das äußere Erscheinungsbild verändert wird
  • es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude handelt

Generalunternehmer: Alles aus einer Hand, weniger Aufwand für dich, dafür höhere Kosten und geringere Kontrolle.

Architekt: Hat der Architekt Erfahrung mit Kernsanierungen, plant er nicht nur individuell, sondern kann auch die Bauüberwachung übernehmen.

Selbst koordinieren: Bringt mehr Kontrolle, wenn du die Leistungen deiner ausführenden Betriebe beurteilen kannst, bedeutet aber auch hohen Zeitaufwand.

  • Qualifikation und Erfahrung im Sanierungsbereich
    -Referenzen und Bewertungen prüfen
  • detaillierte Angebote vergleichen
  • Zahlungsmodalitäten klären
  • realistischen Zeitplan abstimmen
  • auf gute Kommunikation achten

  • verdeckte Schäden oder Altlasten
  • steigende Material- und Lohnkosten
  • versäumte Förderanträge – fehlende Fördergelder
  • unerwartete Entsorgungskosten

Tipp: Plane einen finanziellen Puffer von 10–20 % ein.

Ideal ist, 20 bis 30 % der Gesamtkosten als Eigenkapital einzubringen. Dazu zählt auch das Guthaben aus deinem LBS-Bausparvertrag.

  • Dachsanierung mit Dämmung
  • Heizungsmodernisierung
  • Elektro- und Sanitärinstallationen
  • Fenster- und Türentausch
    Geh deine Kalkulation mit dem Modernisierungskosten-Rechner an.

  • Aufstockung der Baufinanzierung
  • ggf. zusätzlicher Modernisierungskredit
  • Kombination mit KfW-/BAFA-Fördermitteln
    Tipp: Stimme deine Finanzierung frühzeitig mit deiner LBS oder Sparkasse ab.

Zusatzkosten können anfallen für:

  • deine Übergangswohnung
  • Lagerung von Möbeln
  • Zwischenfinanzierungszinsen
  • Bauversicherungen

Tipp: Plane diese Posten von Anfang an mit ein.

  • Bauverzögerungen durch Materialmangel oder Wetter
  • Insolvenzen von Handwerksbetrieben
  • Baumängel oder Pfusch bei der Ausführung
  • fehlende Fördermittel bei verspäteter Beantragung