Altes Haus, viele Mängel – doch voller Potenzial? Eine Kernsanierung macht aus deinem Altbau ein modernes, effizientes Zuhause. Was dabei zu beachten ist und welche Kosten zu erwarten sind, erfährst du hier.

Das Wichtigste in Kürze
Eine Kernsanierung geht tief – bis zur Erneuerung der Gebäudesubstanz, Technik und Energieversorgung.
Je nach Zustand des Hauses und dem Maßnahmenumfang können hohe Kosten anfallen. Wenn du gut planst und deine Finanzierung mit Fördermitteln kombinierst, kannst du sparen.
Ob Energieeffizienz, Barrierefreiheit oder Raumaufteilung: Eine Kernsanierung steigert den Wohnwert und macht deine Immobilie fit für die nächsten Jahrzehnte.
Eine Kernsanierung bedeutet: Dein Haus wird bis auf seine tragenden Elemente zurückgebaut. Danach wird Schritt für Schritt modernisiert, ersetzt und neu gedacht, bis das Gebäude einen nahezu neuwertigen Zustand aufweist. Ob Energieeffizienz, Barrierefreiheit oder Raumaufteilung: Eine Kernsanierung steigert den Wohnwert und macht deine Immobilie fit für die nächsten Jahrzehnte.
Mögliche Maßnahmen einer Kernsanierung sind:
Kurz gesagt: Bei einer Kernsanierung bleibt fast kein Stein auf dem anderen. Während der Arbeiten ist das Gebäude meist nicht bewohnbar. Aber genau darin liegt die Chance: Du hast hinterher ein neuwertiges Gebäude mit zeitgemäßem Wohnkomfort, verbesserter Energiebilanz und einer deutlichen Wertsteigerung.

Es lohnt sich, bei der Begriffsdefinition genau hinzuschauen – nicht zuletzt mit Blick auf die Förderfähigkeit.
Wichtig: Renovierungsarbeiten sind in der Regel nicht förderfähig. Modernisierungs- und Sanierungsarbeiten dagegen schon – ebenso die Kernsanierung.
Renovierung:
kosmetische Verbesserungen wie Streichen, Tapezieren, neue Bodenbeläge
Modernisierung:
Maßnahmen, die den Wohnkomfort erhöhen oder den Energieverbrauch senken, z. B. neue Fenster oder Heiztechnik
Sanierung:
Auch Mängel und Schäden werden behoben, z. B. bei Feuchtigkeit
Kernsanierung:
die Kombination aus allem – ein kompletter Neustart im Bestand
Willst du dein Haus nur aufhübschen oder zukunftsfähig machen? Es gibt viele Gründe, die für eine Kernsanierung sprechen.
Ein Wasserschaden nach Starkregen, ein Brand, der vieles in Mitleidenschaft gezogen hat – oder ein Haus, das jahrzehntelang kaum instandgehalten wurde: Wenn die Bausubstanz sichtbar beschädigt ist, sollte dein Haus grundlegend saniert werden.
Ein Haus soll nicht nur ein Dach überm Kopf sein – es soll sich gut anfühlen und einen zeitgemäßen Standard aufweisen. Mit einer Kernsanierung kannst du diese Ziele erreichen:
Willst du aus einem Zweifamilienhaus ein Einfamilienhaus machen? Oder zusätzlichen Wohnraum durch einen Dachausbau schaffen? Mit einer Kernsanierung kannst du deine Wohnträume verwirklichen. Sie rechnet sich insbesondere dann, wenn du damit eine lange Nutzung verfolgst.
Tipp
Prüfe vorab – z. B. mit einem Architekturbüro –, was bei deinem Haus möglich ist. Informiere dich auch, ob es sich bei deinen Plänen um ein genehmigungsfreies Bauvorhaben handelt oder ob du eine Baugenehmigung benötigst. Das kann das Architekturbüro klären – oder du fragst selbst bei der Bauaufsichtsbehörde bzw. deiner Gemeinde nach.
Es gibt viele Wege, wie du dein Vorhaben finanziell stemmen kannst, sogar mit staatlicher Unterstützung.
Wenn es schnell gehen muss, z. B. weil die Heizung streikt oder das Dach undicht ist, bietet sich ein LBS-Modernisierungskredit an: Eine Kreditsumme von bis zu 50.000 € ist ohne Eintragung ins Grundbuch möglich, mit festen Raten und planbarer Laufzeit.
Du hast Größeres vor – wie die Kernsanierung? Dann sichere dir mit einer guten Beratung die beste Finanzierung: Eigenkapital, Bausparvertrag, Annuitätendarlehen und Fördermittel sind z. B. ideale Bausteine dafür.
Informiere dich direkt: jetzt Modernisierungsfinanzierung berechnen.
Wenn du bereits einen zuteilungsreifen LBS-Bausparvertrag hast, kannst du diesen auf jeden Fall nutzen. Ist dieser noch nicht zugeteilt, ist eine Zwischenfinanzierung möglich. Und wenn deine Maßnahme teurer wird – wie oft bei einer Kernsanierung der Fall, solltest du dich unbedingt beraten lassen. Denn eine kluge Finanzierung besteht in der Regel aus mehreren Komponenten: Bausparvertrag, Eigenkapital, Fördergeldern, Förderkrediten und bei Bedarf weiteren Darlehen.
Tipp
Wende dich an eine Energieberatung, wenn du alle Fördermöglichkeiten voll ausschöpfen willst – zum Beispiel über die LBS-Vermittlung Energieberatung. Bei einer Kernsanierung lohnt es sich auch, einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) aufstellen zu lassen. Dieser zeigt für deine Schritt-für-Schritt-Sanierung oder für die Gesamtsanierung den Weg zum energieeffizienten Gebäude auf – und wird vom Staat bezuschusst. Denk auch über eine Baubegleitung nach, wenn es um die Umsetzung geht.
Energieeffizient zu sanieren, lohnt sich für dich und fürs Klima. Deshalb fördert der Staat viele Maßnahmen mit Zuschüssen oder günstigen Krediten wie diesen:
Wichtig: Förderungen müssen oft vor Beginn der Maßnahme beantragt werden. Nur dann fließt Geld. Steuervorteile lassen sich nicht mit Förderungen kombinieren. Lies dazu unseren LBS-Ratgeber „Fördermöglichkeiten für die Modernisierung“.
Wenn du sanierst, dann richtig: Eine Kernsanierung ist die Chance, dein Haus neu aufzustellen. Was du dabei angehen kannst? Eine Menge.
In manchen Altbauten stecken noch Wasserleitungen aus verzinktem Stahl oder Blei, die dringend ersetzt werden sollten. Auch die Entwässerung ist ein Thema, insbesondere mit Blick auf zunehmende Starkregenereignisse.
Darauf solltest du achten:
Eine Dachsanierung kann neben der modernen Dacheindeckung vieles bewirken: verbesserte Dämmung, mehr Licht durch neue Gauben oder Dachfenster und Einsparungen bei den Heizkosten.
Die Elektrik stammt aus einer Zeit, in der man an PV, E-Mobilität & Co. noch nicht dachte? Im Rahmen einer Kernsanierung wird die gesamte Elektrik erneuert – alle alten Leitungen und Sicherungskästen werden ersetzt.
Eine moderne Heizung spart Energie, senkt die Kosten und bringt dir echten Wohnkomfort. Ob Wärmepumpe, Solarthermie, Hybridlösung, Holzpellet-Heizung oder Fernwärme: Bei der Sanierung kannst du das System ganzheitlich neu aufstellen.
Deine Fenster sind alt und undicht? Dann geht viel Wärme verloren. Neue dreifachverglaste Fenster verbessern das Raumklima und sorgen für mehr Energieeffizienz und Schallschutz. Gleiches gilt für Türen vom Keller bis zur Haustür.
Tipp
Achte auf den U-Wert der Fenster und Türen. Je niedriger der Wärmedurchgangskoeffizient, desto besser die Dämmwirkung.
Eine Fassadendämmung senkt den Verbrauch, schützt das Mauerwerk und trägt zum Wohlfühlklima bei. Dir bieten sich dabei viele gestalterische Möglichkeiten: vom klassischen Putz beim Wärmedämmverbundsystem bis zu Holz bei der hinterlüfteten Vorhangfassade.
Ob ein offener, heller Wohn- und Essbereich, ein barrierefreier Umbau oder ein neuer Rückzugsort unterm Dach: Gestalte deinen Lebensraum nach deinen Wünschen.
Tipp
Willst du auch tragende Wände versetzen, solltest du frühzeitig ein Architektur- oder Statikbüro einbinden.
Erhalt und Erneuerung – auf diesem schmalen Grat bewegt sich die Kernsanierung deines denkmalgeschützten Gebäudes. Was darfst du verändern? Was musst du erhalten? Antworten liefert die enge Abstimmung mit der Denkmalpflege.
Jede Sanierungsmaßnahme ist mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde abzustimmen. Fassade, Fenster, Türen, Stuckdecken und Co. müssen dabei entweder erhalten oder originalgetreu erneuert werden. Die Denkmalschutzbehörde prüft alle Maßnahmen, teils bis zur Farbauswahl.
Vor Sanierungsbeginn musst du deshalb oft ein Sanierungskonzept vorlegen. Doch das lohnt sich: Jedes bewahrte Element macht den besonderen Charme deines Hauses aus.
Erst abstimmen, dann sanieren: Sprich frühzeitig mit der Denkmalbehörde. Denn jede äußerliche Veränderung deines Hauses und viele Innenmaßnahmen müssen vorab schriftlich genehmigt werden. Ohne behördliche Zustimmung drohen Bußgelder oder Rückbauverfügungen – auch Förderungen bzw. steuerliche Vergünstigungen können verloren gehen.
Für eine denkmalgerechte Sanierung braucht es Handwerkskunst, Fingerspitzengefühl und die passenden Materialien.
Dir stehen mehrere Förderprogramme offen, z. B. die KfW-Förderung für denkmalgeschützte Gebäude: Bis zu 150.000 € pro Wohneinheit sind möglich –Tilgungszuschuss inklusive. Voraussetzung: Dein saniertes Haus weist mindestens den Standard „Effizienzhaus Denkmal“ auf (max. Jahresprimärenergiebedarf 160 % vergleichbarer Neubauten). Auch andere Maßnahmen werden berücksichtigt, wenn sie den Denkmalcharakter wahren.
Weitere Möglichkeiten:
Was kostet eine Kernsanierung konkret? Dabei können schnell Kosten zwischen 400 und 1.000 €/m2 entstehen – und mehr! Denn Gebäude, Zustände und Wünsche sind unterschiedlich. Diese weiteren Richtwerte helfen dir, die Dimensionen einzuschätzen:
Die Kosten für eine Dachsanierung hängen u. a. von der Art und Größe des Daches sowie vom Material und Umfang der beauftragten Arbeiten ab. Lässt du dein Dach neu eindecken und dämmen, musst du mit Kosten von etwa 200 bis 230 € zzgl. MwSt. rechnen. Brauchst du zudem einen neuen Dachstuhl, steigen die Kosten.
Mehr erfährst du im LBS-Ratgeber „Dachsanierung für mehr Energieeffizienz“.
Diese Richtwerte kannst du für die Dämmung der Außenwände ansetzen:
Fördermittel von KfW oder BAFA können die Kosten deutlich reduzieren. Weitere Infos: LBS-Ratgeber „Fassadensanierung für Bestandsgebäude“.
Bei der Kernsanierung wird meist die komplette Elektrik auf heutige Standards angepasst. Typische Leistungen sind:
Der angegebene Kostenrahmen von 110 bis 170 €/m2 Wohnfläche ist abhängig von Ausstattung und Technikniveau. Hol dir entsprechende Angebote ein.
Es lohnt sich, in hochwertige Fenster zu investieren. Je nach Material, Größe und Verglasung können die Kosten aber deutlich variieren. Ein Standard-Kunststofffenster mit Dreifachverglasung ist für ca. 650 € zu haben, Holzfenster sind meist etwas teurer. Hinzu kommen die Kosten für die Montage und ggf. für Rollläden, Einbruchschutz und Entsorgung.
Beim Austausch deiner alten Heizung kannst du mit diesem Preisrahmen rechnen:
Tipp
Viele Systeme sind über KfW und BAFA förderfähig – bis zu 70 % Zuschuss sind möglich.
Eine Kernsanierung ist kein Projekt von der Stange, sondern genauso individuell wie dein Haus. Wie viel sie kostet, hängt von vielen Faktoren ab:
Jedes Baujahrzehnt kann Tücken in sich bergen. Deshalb schau genau hin: Was von außen noch solide wirkt, kann im Inneren marode sein – etwa durch:
Ob du „nur“ energetisch sanierst oder dein Haus komplett entkernst: Der Umfang macht den Unterschied. Das lässt die Kosten steigen:
Sanieren in München unterscheidet sich preislich von Sanieren in Magdeburg. Denn:
Warum Denkmalhäuser oft teurer zu sanieren sind? Das sind die Gründe:
Modernisierungs-Kostenrechner
Du möchtest das Bad renovieren oder das Dach ausbauen? Berechne wie viel Deine Modernisierung kosten wird.
Kosten berechnenModernisierung vorbereiten
Finde heraus, wie sich deine Modernisierung mit Bausparen finanzieren lässt.
Zum RechnerEin altes Haus in neuem Glanz: Dafür brauchst du den richtigen Plan. Diese Schritte führen dich durch die wichtigsten Etappen.
Bevor du loslegst, muss klar sein, in welchem Zustand dein Haus ist – durch eine umfassende Analyse. Wichtige Schritte dabei:
Jetzt wird aus der Idee ein konkreter Sanierungsplan – maßgeschneidert auf dein Haus und deine Ziele. Dazu gehört:
Für deinen Plan brauchst du verlässliche Angebote. So gehst du vor:
Sobald du weißt, was dein Projekt kosten wird, klärst du die Finanzierung:
Jetzt wird’s konkret: Deine Kernsanierung startet. Je nach Umfang dauert es Wochen oder Monate. Der mögliche Ablauf:
Fast geschafft – nun geht’s ans Feintuning. Das sind die letzten Schritte:
Tipp
Lass dir alle Arbeiten schriftlich bestätigen – das schützt im Fall von Reklamationen.
Eine Kernsanierung ist weder ein Wochenendprojekt noch ein endloser Kraftakt. Mit einer guten Planung und einem verlässlichen Team kannst du dein Haus in absehbarer Zeit grundlegend erneuern.
Hier legst du das Fundament für den Sanierungsablauf. Dazu gehören:
Jetzt wird’s handfest. In diese Phase fallen:
Jetzt geht‘s um die letzten Handgriffe und die Qualitätssicherung. Was dabei ansteht:
Lass dich bei der Investition in die Kernsanierung unterstützen: Nutze den LBS-Vermittlungsservice, so bekommst du schnell Kontakt zu einer Energieberatung und kannst staatliche Förderprogramme mit Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten voll ausschöpfen. Oft gibt es auch Steuervorteile, die du nutzen kannst.
Für deine Kernsanierung in Richtung Effizienzhaus ist Kredit 261 interessant. Er bietet dir:
Schau dir auch das KfW-Programm 485 für den Kauf und Einbau einer klimafreundlichen Heizung an. Dich erwartet ein Zuschuss von bis zu 23.500 €.
Die Förderhöhe für die Gebäudehülle liegt z. B. bei 15 % Zuschuss (Höchstgrenze 30.000 €/Wohneinheit). Legst du einen individuellen Sanierungsfahrplan (isFP) vor, steigt der Zuschuss um weitere 5 % – die Höchstgrenze klettert auf 60.000 €.
Länder und Kommunen fördern deine Sanierung oft zusätzlich. Frage bei der Förderbank deines Bundeslandes nach, um von regionalen Förderprogrammen zu profitieren.
Auch steuerlich lässt sich einiges herausholen:
Durch den steigenden Immobilienwert kann sich die Bemessungsgrundlage erhöhen – insbesondere unter den neuen Grundsteuerregeln. Tipp: Teile Änderungen dem Finanzamt mit, idealerweise mit Unterstützung einer Steuerberatung.
Immer wenn:
Generalunternehmer: Alles aus einer Hand, weniger Aufwand für dich, dafür höhere Kosten und geringere Kontrolle.
Architekt: Hat der Architekt Erfahrung mit Kernsanierungen, plant er nicht nur individuell, sondern kann auch die Bauüberwachung übernehmen.
Selbst koordinieren: Bringt mehr Kontrolle, wenn du die Leistungen deiner ausführenden Betriebe beurteilen kannst, bedeutet aber auch hohen Zeitaufwand.
Tipp: Plane einen finanziellen Puffer von 10–20 % ein.
Ideal ist, 20 bis 30 % der Gesamtkosten als Eigenkapital einzubringen. Dazu zählt auch das Guthaben aus deinem LBS-Bausparvertrag.
Zusatzkosten können anfallen für:
Tipp: Plane diese Posten von Anfang an mit ein.