Kontakt

Das KfW-Effizienzhaus: So funktioniert der Standard für Energieeffizienz

Ob Sanierung, Neubau oder Kauf: Erfahre, wie Immobilien nach dem KfW-Effizienzhaus-Standard eingestuft werden und welche Häuser förderfähig sind.

Eine Hand hält einen Ausschnitt einer Thermografie in den Vordergrund. Im Hintergrund befindet sich ein Haus mit einer Tür.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die KfW fördert sowohl den Neubau als auch den Kauf frisch sanierter Immobilien und die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden mit zinsgünstigen Krediten und Tilgungszuschüssen.

  • Je niedriger die angestrebte Effizienzhaus-Stufe des Gebäudes (z. B. 40 statt 85), desto energieeffizienter ist es – und desto höher kann die KfW-Förderung ausfallen.

  • Für die Sanierung eines „Worst Performing Buildings“ (WPB) kannst du 10 Prozent Extra-Tilgungszuschuss erhalten.

  • Für die KfW-Förderung ist die Begleitung durch eine Energieeffizienz-Expertin oder einen Energieeffizienz-Experten verpflichtend.


Was ist der KfW-Effizienzhaus-Standard?

Der KfW-Effizienzhaus-Standard ist ein Maßstab für die Energieeffizienz von Gebäuden. Er bewertet den Energiebedarf und die Qualität der Gebäudehülle und bildet die Grundlage für viele KfW-Förderprogramme.

Zwei Kriterien sind entscheidend:

  1. Wie hoch ist der Gesamtenergiebedarf? Ausschlaggebend ist hier der Primärenergiebedarf. Der Wert soll wiedergeben, wie viel Energie durchschnittlich zum Heizen, Lüften und zur Warmwasserbereitung verbraucht wird – nicht nur im Haus, sondern inklusive beispielsweise der Anlieferung zum Gebäude.
  2. Wie gut ist die Wärmedämmung der Gebäudehülle? Darüber gibt der Transmissionswärmeverlust Auskunft. Er beschreibt, wie viel Wärme im Gebäude durch die Gebäudehülle nach außen verloren geht.

Welche Effizienzhaus-Stufen gibt es – und was das für deine Förderung bedeutet

Relevant für die KfW-Förderung sind die Effizienzhaus-Stufen 40, 55, 70 und 85 sowie Effizienzhaus Denkmal für denkmalgeschützte Immobilien. Je kleiner die Zahl ist, desto weniger Energie benötigt das Gebäude – und desto höher ist die Förderung.
Der Wert bezieht sich auf den Vergleich mit einem Referenzgebäude, das den Regeln des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) entspricht. Dabei handelt es sich um ein KfW-Effizienzhaus 100. Ein Effizienzhaus 40 verbraucht maximal 40 Prozent der Primärenergie des Referenzgebäudes, ein KfW-Effizienzhaus 55 höchstens 55 Prozent und so weiter.
Für denkmalgeschützte Gebäude gelten besondere Förderregeln: Hier darf der Primärenergiebedarf bei bis zu 160 Prozent des Verbrauchs eines vergleichbaren Referenzgebäudes liegen.

Tipp zur aktuellen Heizungsförderung 2026

Du willst deine Heizung erneuern und von Förderungen profitieren? Der Staat übernimmt seit 21. Juli 2026 unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 80 Prozent der förderfähigen Ausgaben für eine klimafreundliche Heizung. Informationen zur Bezuschussung findest du in unserem Artikel zur KfW-Heizungsförderung.

0 Prozent auf bis zu 150.000 Euro

Tilgungszuschuss gewährt die KfW je Wohneinheit für ein Effizienzhaus 40 mit Erneuerbare-Energien-Klasse.

Je nach Programm und Zeitpunkt können die Zinssätze der KfW-Kredite deutlich günstiger sein als die Marktzinsen.

Diese 4 KfW-Förderkredite gibt es für Effizienzhäuser

Die KfW fördert klimafreundliche Neubauten, die energetische Sanierung von Bestandsimmobilien und den Erstkauf klimafreundlicher Wohnimmobilien bis zu einem Jahr nach Bauabnahme. Dabei kommen je nach Maßnahme und Situation die Kredite 296, 297, 298, 300 und 261 infrage.

  • 1. Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment – Wohngebäude (Kredit 296)

  • 2. Klimafreundlicher Neubau – Wohngebäude (Kredite 297, 298)

  • 3. Wohneigentum für Familien – Neubau (Kredit 300)

  • 4. Wohngebäude - Bundesförderung für effiziente Gebäude (Kredit 261)

  • Mehr Details, auch zu weiteren Extra-Tilgungszuschüssen, findest du in unseren Ratgebern KfW für energieeffizientes Sanieren und Neubau-Förderung.

Tipp: BAFA-Zuschüsse für Einzelmaßnahmen

Der Staat vergibt Fördermittel der „Bundesförderung effiziente Gebäude“ über zwei Institutionen: Ein Teil wird über die KfW als Kredite weitergereicht, der andere Teil über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) als Investitionszuschüsse. Beim BAFA kannst du einen Zuschuss beantragen, wenn du nicht dein komplettes Haus sanierst, sondern nur eine oder mehrere Einzelmaßnahmen umsetzt, etwa eine neue Heizungsanlage einbaust. Mehr erfährst du in unserem Ratgeber zur BAFA-Förderung.

Ablauf: Dein Weg bei einer Sanierung zum KfW-Effizienzhaus

Für eine erste Orientierung lässt sich der Ablauf bei einer Sanierung zum KfW-Effizienzhaus von der Kontaktaufnahme beim Energieeffizienz-Profi bis zum Abschluss der Maßnahmen vereinfacht in 5 Schritten darstellen:

  • 1. Kontaktaufnahme und Beratungsgespräch

    Kontaktiere eine Energieeffizienz-Expertin oder einen -Experten und lass dich zu den geplanten Maßnahmen beraten.

  • 2. Sanierungskonzept erstellen

    Erstellt gemeinsam ein Sanierungskonzept, das alle erforderlichen Maßnahmen wie Dämmung, neue Fenster oder eine effiziente Heizung umfasst.

  • 3. Gegebenenfalls KfW-Förderung beantragen

    Beantrage die KfW-Förderung vor Vertragsabschluss und Beginn der Arbeiten über einen Finanzierungspartner wie deine LBS oder Sparkasse. Mehr dazu siehe in der Schritt-für-Schritt-Anleitung zu KfW-Förderung.

  • 4. Maßnahmen umsetzen

    Lass die Sanierungsmaßnahmen nach Zusage der Finanzierung fachgerecht umsetzen und von der Energieeffizienz-Expertin oder dem -Experten begleiten.

  • 5. KfW-Effizienzhaus-Standard nachweisen

    Weise den erreichten Effizienzhaus-Standard nach, damit die KfW die Förderung abschließen und den Tilgungszuschuss anrechnen kann.

Dein Finanzierungspartner an deiner Seite

Deine LBS vor Ort berät dich über die Finanzierung deines Bau-, Kauf- oder Sanierungsvorhabens und bezieht dabei auch die Fördermöglichkeiten der KfW und des BAFA mit ein. Vereinbare am besten gleich deinen persönlichen Beratungstermin – kostenfrei und unverbindlich.

Jetzt Termin vereinbaren

Häufige Fragen zum KfW-Effizienzhaus

Die Effizienzhaus-Stufen dienen als Maßstab für den energetischen Zustand von Immobilien. Entwickelt haben diesen Standard das Bundesbauministerium, die Deutsche Energieagentur und die KfW-Bank. Damit sollte die staatliche Förderung übersichtlicher gestaltet werden. Ein Gebäude muss bestimmte Effizienzkriterien erfüllen, um als Effizienzhaus klassifiziert zu werden. Entscheidend dafür sind der Gesamtenergiebedarf und die Wärmedämmung des Gebäudes.

Folgende Effizienzhaus-Stufen werden aktuell von der KfW mit zinsgünstigen Krediten gefördert:

  • Effizienzhaus 40,
  • Effizienzhaus 55,
  • Effizienzhaus 70,
  • Effizienzhaus 85 und
  • Effizienzhaus Denkmal.

Aktuell ist die Effizienzhaus-Stufe 40 in der Förderlogik der KfW das energieeffizienteste Haus. Es verbraucht maximal 40 Prozent der Primärenergie, die ein sogenanntes Referenzgebäude nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) verbraucht.

Die KfW vergibt zinsgünstige Kredite an Menschen, deren Immobilien bestimmte Effizienzkriterien erfüllen. Für einen Neubau ist die Effizienzhaus-Stufe 40 Voraussetzung.

Bei energetischen Sanierungen muss mindestens das Effizienzhaus-Niveau 85 erzielt werden, um staatliche Fördermittel zu erhalten. Eine Ausnahme gilt für denkmalgeschützte Häuser, bei denen die Denkmalschutzauflagen die energetische Sanierung einschränken – dort sind die Vorgaben für die Förderung etwas weiter gefasst. Für eine KfW-Förderung ist immer eine Komplettsanierung nötig. Zuschüsse für einzelne Maßnahmen sind bei der KfW nicht mehr erhältlich. Die vergibt jetzt das BAFA. Dort lässt sich beispielsweise ein Zuschuss für den Austausch einer Heizung, den Einbau neuer Fenster oder die Dämmung der Gebäudehülle beantragen.