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Haus dämmen – Maßnahmen, Kosten und Förderung

Eine effektive Dämmung kann den Wohnkomfort deiner Immobilie steigern, Heizkosten sparen und in vielen Fällen gesetzliche Vorgaben erfüllen. Möglicherweise kannst du staatliche Förderungen nutzen. Erfahre mehr.

Mann dämmt Decke

Das Wichtigste in Kürze:

  • Beim Neubau ist die Wärmedämmung gesetzlicher Standard.

  • Bei einem Haus im Bestand kann die Dämmung den Heiz- und Klimatisierungsbedarf reduzieren. Das kann Heizkosten sparen.

  • Für Dämmmaßnahmen kannst du oft Fördergelder vom Staat erhalten – als Zuschuss, Kredit oder in Form eines Steuervorteils.


Warum ein Haus dämmen? Vorteile der Wärmedämmung

Rund 35 Prozent des Energieverbrauchs und etwa 30 Prozent aller CO2-Emissionen in Deutschland werden durch den Betrieb von Gebäuden verursacht. Das ergeben Daten des Umweltbundesamts 2024. Deshalb: Zieh deinem Haus eine warme Jacke an! Warum sich dieser Aufwand lohnen kann?

Energie sparen

  • Mit einer durchdachten Wärmedämmung kann wertvolle Wärme nicht ungenutzt aus deinem Zuhause entweichen.
  • Eine fachgerecht ausgeführte Dämmung kann den Heizenergiebedarf und dadurch die Heizkosten senken.
  • Je weniger Energie verbraucht wird, umso geringer kann – je nach Energieträger und Heizsystem – der CO2-Ausstoß deiner Immobilie sein.

„Ein Großteil der Wärme entweicht bei einem nicht oder unzureichend gedämmten Gebäude über den Keller, durch die Außenwände und das Dach.“ So das Umweltbundesamt. Auch Fenster, Türen und Rollladenkästen solltest du in deine Überlegungen zu einer besseren Dämmung einbeziehen. Wenn du dich dazu fachkundig beraten lassen willst, wende dich an eine Energieberatung. Wir unterstützen dich gern bei der Suche.

Wohnkomfort verbessern

Eine Dämmung kann den Wohnkomfort deutlich verbessern: Kalte Wandflächen werden wärmer, Fußböden behaglicher, selbst Hitze bleibt länger draußen. Und Lärm von außen wird durch die Dämmmaterialien gedämpft.

Wirtschaftlichkeit und Amortisation einer Hausdämmung

Ja, Dämmen kostet. Aber nicht zu dämmen, kann auf Dauer mehr kosten. Denn Energieverluste schlagen jedes Jahr direkt auf deine Heizrechnung durch. Wer heute in die effektive Isolierung seines Hauses investiert, kann die Betriebskosten fast immer dauerhaft senken. Auch der Wert der Immobilie kann dadurch steigen. Ob und wann sich eine Dämmmaßnahme finanziell amortisiert, hängt unter anderem vom energetischen Ausgangszustand, den Investitionskosten, der erzielten Energieeinsparung und der Entwicklung der Energiepreise ab.
Preislich sind die Dämmung der oberen Geschossdecke und der Kellerdecke oft am erschwinglichsten. Hier sind oft auch Eigenleistungen möglich. Die Amortisationszeiten können in bestimmten Fällen unter zehn Jahren liegen. Wenn du Fördermittel bekommst, reduzieren sich zudem die von dir zu tragenden Investitionskosten .

Die Grafik eines Hauses mit Pfeilen, die Wärmeverluste bei einem schlecht gedämmten Wohnhaus anzeigen: Dach bis zu 20 %, Heizung bis zu 20 %, Wände bis zu 35 %, Keller bis zu 10 %, Lüften bis zu 10 % und Fenster bis zu 10 % Wärmeverlus

Tipp

Mit dem LBS-Modernisierungskosten-Rechner lassen sich die möglichen Kosten fürs Dach, für die Fassade und die Kellerdecke überschlagen. Die tatsächlichen Kosten hängen vom Angebot deines ausführenden Betriebes ab.

Gesetzliche Vorgaben zur Wärmedämmung bei Alt- und Neubauten

Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) stellt energetische Anforderungen an Gebäude. Dazu gehören auch Vorgaben zur Wärmedämmung bestimmter Bauteile. Eine wichtige Kenngröße ist dabei der Wärmedurchgangskoeffizient, kurz U-Wert. Grundsätzlich gilt: Je niedriger der U-Wert eines Bauteils ist, desto weniger Wärme wird durch dieses Bauteil übertragen.

Im Neubau gilt:

Für neu errichtete Wohngebäude macht das GModG Vorgaben zum Gesamtenergiebedarf und zum baulichen Wärmeschutz. Der berechnete Jahres-Primärenergiebedarf für Heizung, Warmwasserbereitung, Lüftung und Kühlung darf höchstens 55 Prozent des entsprechenden Werts des gesetzlich definierten Referenzgebäudes betragen. Zusätzlich darf der spezifische Transmissionswärmeverlust des Gebäudes den entsprechenden Wert des Referenzgebäudes nicht überschreiten.

Welche U-Werte gelten beim Neubau?

Das GModG schreibt für die einzelnen Bauteile eines neuen Wohngebäudes nicht generell bestimmte maximal zulässige U-Werte vor. Stattdessen wird beim baulichen Wärmeschutz die Gebäudehülle insgesamt betrachtet. Entscheidend ist, dass der zulässige spezifische Transmissionswärmeverlust eingehalten wird.
Als Grundlage für die Berechnung dient ein im GModG definiertes Referenzgebäude. Für dessen Bauteile setzt das Gesetz unter anderem folgende U-Werte an:


U-Werte des GModG-Referenzgebäudes

Bauteil

U-Wert in W/(m²·K)

Außenwände

0,28

Kellerwände

0,35

Dachflächen

0,2

Quelle: Gebäudemodernisierungsgesetz; Anlage 1 (zu § 15 Absatz 1).

Ausführliche Beschreibung

Die Tabelle zeigt die maximal zulässigen U-Werte verschiedener Bauteile eines Neubau-Gebäudes, um die energetische Qualität der Gebäudehülle zu beschreiben. Der U-Wert gibt an, wie viel Wärme durch ein Bauteil verloren geht. Je niedriger der Wert, desto besser die Wärmedämmung.


Wichtig: Die im Gebäudemodernisierungsgesetz und hier genannten U-Werte sind keine unmittelbar geltenden Höchstwerte für die einzelnen Bauteile deines Neubaus. Sie beschreiben die Ausführung des Referenzgebäudes, mit dem dein Gebäude rechnerisch verglichen wird. Der U-Wert gibt an, wie viel Wärme durch ein Bauteil übertragen wird. Je niedriger er ist, desto geringer ist der Wärmedurchgang durch das Bauteil.

Für bestimmte Förderprogramme können bei Neubauten höhere energetische Anforderungen gelten als nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Dazu kann beispielsweise der Effizienzhaus-40-Standard gehören. Ob sich die damit verbundenen zusätzlichen Anforderungen und Kosten im Einzelfall lohnen, hängt unter anderem vom geplanten Gebäude, den Baukosten und den verfügbaren Fördermöglichkeiten ab.

Für Bestandsgebäude gilt:

Für die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden gelten andere Anforderungen als für Neubauten. Änderst du einzelne Außenbauteile, etwa die Fassade oder das Dach, können dafür bestimmte energetische Anforderungen des GModG gelten. Diese greifen in der Regel erst, wenn mehr als 10 Prozent der gesamten Fläche der jeweiligen Bauteilgruppe verändert werden. In diesem Fall müssen die von der Änderung betroffenen Flächen die jeweils geltenden Anforderungen an den Wärmeschutz erfüllen.

Tipp: Lies dazu auch unseren Ratgeber „Energetische Sanierung“.

Wichtig: Für bestimmte Bestandsgebäude kann eine Pflicht zur nachträglichen Dämmung der obersten Geschossdecke bestehen, wenn diese nicht den vorgeschriebenen Mindestwärmeschutz erfüllt. Alternativ kann das darüberliegende Dach entsprechend gedämmt sein. Bei bestimmten Ein- und Zweifamilienhäusern muss diese Pflicht nach einem Eigentümerwechsel innerhalb von zwei Jahren erfüllt werden. Es gelten jedoch Ausnahmen.
Auch wenn du Außenbauteile wie Außenwände oder Dachflächen erneuerst, ersetzt oder erstmals einbaust, können Anforderungen an den Wärmeschutz gelten. Welche maximalen U-Werte einzuhalten sind, hängt vom jeweiligen Bauteil und von der durchgeführten Maßnahme ab.


Beispiele für U-Werte bei Änderungen an Bestandsgebäuden

Bauteil bzw. Maßnahme

U-Wert max.

Außenwand – beispielsweise Ersatz oder erstmaliger Einbau

0,24 W/(m²·K)

Dachfläche – beispielsweise Ersatz oder erstmaliger Einbau

0,24 W/(m²·K)

Quelle: Gebäudemodernisierungsgesetz; Anlage 7 (zu § 36);

Ausführliche Beschreibung

Die Tabelle zeigt beispielhaft Höchstwerte für den Wärmedurchgangskoeffizienten bei bestimmten Änderungen an bestehenden Wohngebäuden. Die Werte gelten nicht pauschal für sämtliche Außenwände oder Dachflächen eines Altbaus. Welche Anforderung gilt, richtet sich nach dem Bauteil und der jeweiligen Maßnahme. Der U-Wert beschreibt den Wärmedurchgang durch ein Bauteil. Je niedriger er ist, desto geringer ist der Wärmedurchgang.


Kosten der Wärmedämmung

Je nach Bauteil und Dämmverfahren können die Kosten für eine Wärmedämmung in der großen Spanne zwischen 15 und 400 Euro pro Quadratmeter liegen. Entscheidend sind unter anderem die gewählte Dämmmethode und das Material, die Größe und Beschaffenheit der zu dämmenden Fläche, notwendige Zusatzarbeiten sowie die regionalen Handwerkerpreise.


Was beeinflusst die Kosten einer Wärmedämmung?

  • Bauteil und Fläche: Ob Fassade, Dach oder Keller – je größer die Fläche, umso teurer die Maßnahme..
  • Dämmverfahren: Aufsparren-, Zwischensparren-, Einblasdämmung oder Wärmedämmverbundsystem (WDVS) – jede Methode hat eine eigene Preisstruktur.
  • Materialwahl: Naturfasern versus Kunststoffe – Je nach verwendetem Dämmstoff können sich die Materialkosten deutlich unterscheiden..
  • Zustand des Gebäudes: Hast du Schäden an den Außenwänden, kommen ggf. Putz, Abdichtung und Zusatzarbeiten hinzu.
  • Regionale Handwerkerpreise: Diese sind stark abhängig vom Standort und von der Konkurrenz.
  • Förderungen: Staatliche Zuschüsse, Förderkredite und steuerliche Absetzbarkeit der Handwerkerkosten können die Endkosten deutlich senken.

Kostenrechner für Dämmmaßnahmen

Um welche Art Gebäude handelt es sich? Ist es freistehend oder grenzt es an Nachbargebäude an? Sind komplexe Formen zu bedenken? Eignet es sich für eine Einblasdämmung? Das und mehr macht sich bei den Kosten bemerkbar. Mit dem LBS-Modernisierungskosten-Rechner kannst du deine Dämmkosten grob überschlagen.

Wärmedämmung: Sowieso-Kosten versus energiebedingte Kosten

Lässt du dein Haus dämmen, entstehen in der Regel „Sowieso-Kosten“ – Ausgaben, die so oder so anfallen würden, zum Beispiel weil das Dach oder der Fassadenputz erneuert werden müssen. Wenn du eine energetische Sanierung planst, werden die Kosten für solche Instandhaltungsmaßnahmen nicht den „energiebedingten Mehrkosten“ zugerechnet. Diese entstehen zusätzlich, wenn du dich etwa für dickeres Dämmmaterial entscheidest.

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Welche Dämmmaßnahmen gibt es?

  • Außendämmung

    Eine Außendämmung lässt sich entweder flächig aufbringen oder in vorhandene Hohlräume der Außenwände einblasen. Welche Methode zu deinem Haus passt, hängt vom Gebäudetyp ab.

  • Fassadendämmung (Wärmedämmverbundsystem WDVS):

    Beim mehrschichtigen WDVS werden Dämmplatten auf das Mauerwerk geklebt oder mit Dübeln fixiert. Danach wird Armierungsgewebe in Armierungsmörtel integriert – anschließend erfolgt der Auftrag von Fassadenputz und -farbe.

    • Kosten: ca. 90–210 Euro/m2
  • Hinterlüftete Fassade (Vorhangfassade):

    Anders als beim WDVS bleibt hier zwischen Dämmstoff und Außenverkleidung (zum Beispiel aus Holz, Schiefer, Stein, Kunststoff) eine Luftschicht. Die Hinterlüftung sorgt dafür, dass Feuchtigkeit abtransportiert wird.

    • Kosten: ca. 175–400Euro/m2 – je nach gewählten Materialien
  • Kerndämmung mit Einblasdämmung:

    Wenn dein Einfamilienhaus ein zweischaliges Mauerwerk hat, kann der Zwischenraum oft per Einblasdämmung schnell und kostengünstig mit Dämmmaterialien wie Zellulose oder Polystyrol-Kügelchen befüllt werden.

    • Kosten: ca. 15–30 Euro/m2
  • Perimeterdämmung (Kelleraußenwände, Bodenplatte):

    Die Perimeterdämmung schützt erdberührte Bauteile wie die Kellerwände oder die Bodenplatte vor Kälte und Nässe. Bei dieser Dämmung werden die Dämmplatten auf das abgedichtete Bauteil aufgeklebt.

    • Kosten: ca. 40–60 Euro/m2 + Erdarbeiten
  • Dachdämmung und oberste Geschossdecke

    Die Dachdämmung zählt oft zu den wirkungsvollsten Sanierungsmaßnahmen. Dabei gibt es diese Varianten:

    • Zwischensparrendämmung: Das Dämmmaterial wird zwischen die Dachsparren geklemmt. Kosten: 70–120 Euro/m2
    • Untersparrendämmung: Diese wird unterhalb der Sparren angebracht, oft als Ergänzung zur Zwischensparrendämmung. Kosten: 30–80 Euro/m2
    • Aufsparrendämmung: Eine Aufsparrendämmung ermöglicht eine durchgehende Dämmschicht oberhalb der Sparren. Sie ist zwar vergleichsweise aufwendig, hat aber im Vergleich der Dämmmethoden die höchste Effizienz. Sie kann etwa sinnvoll sein, wenn die Neueindeckung deines Daches ansteht. Kosten: 130–200 Euro/m2 inkl. Eindeckung

Dachdämmung und oberste Geschossdecke

Die Dämmung der obersten Geschossdecke ist oft die einfachste und günstigste Lösung. Und: Es kann unter bestimmten Voraussetzungen sogar eine gesetzliche Nachrüstpflicht bestehen. Bei bestimmten Ein- und Zweifamilienhäusern ist diese nach einem Eigentümerwechsel innerhalb von zwei Jahren zu erfüllen. Je nach Nutzung bieten sich zwei Möglichkeiten:

  • Begehbare Fläche: Der Boden wird mit stabilen Dämmplatten versehen, die Belastungen standhalten. Kosten: ca. 40–60 Euro/m2
  • Nicht begehbare Fläche: Hier wird der Dämmstoff einfach lose verlegt oder als Dämmstoffmatten eingebracht. Kosten: ca. 24–30 Euro/m2

Tipp: Diese Maßnahme kann mit ein bisschen handwerklichem Geschick auch in Eigenregie vorgenommen werden.


Welche Dämmstoffe eignen sich für die Dämmung der obersten Geschossdecke?

Diese Optionen sind beliebt und bewährt:

  • Mineralwolle (Stein- oder Glaswolle): Klassiker für viele Dächer, nicht brennbar, sehr gute Dämmwirkung
  • Hanf, Flachs oder Holzfaser: Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen; je nach Produkt mit unterschiedlichen bauphysikalischen Eigenschaften.
  • EPS/PUR: druckstabil und leicht

Hinweis: Lies dazu auch unseren Ratgeber zur Dachsanierung.

Kellerdämmung

Bei unbeheizten Kellern steigt die Kälte im Winter von unten ins Erdgeschoss. Die Lösung: eine Dämmung der Kellerdecke. Nutzt du den Keller als Wohn- oder Hobbyraum, kannst du auch die Kellerwände dämmen – von innen oder außen.

  • Kellerdeckendämmung:

    Bei der Kellerdeckendämmung werden Dämmstoff- oder Verbundplatten an der Unterseite der Kellerdecke angebracht. Kosten: ca. 18–30 Euro/m2

  • Dämmung der Kellerwände:

    • Eine außenseitige Perimeterdämmung ist anspruchsvoll und wird meist bei einer Sanierung oder Drainage umgesetzt. Kosten: ca. 40–60 Euro/m2 + Erdarbeiten
    • Einfacher ist die Innendämmung: Dabei müssen die Wände jedoch trocken sein, andernfalls drohen Feuchteschäden und Schimmel. Kosten: ca. 30–100 Euro/m2
  • Vorteile der Kellerdämmung:

    • Vergleichsweise geringer Aufwand
    • Vergleichsweise niedrige Kosten
    • Besseres Raumklima im Erdgeschoss möglich
    • Spürbare Energieeinsparung möglich
    • Erhöhter Wohnkomfort bei ausgebautem Keller
  • Nachteile der Kellerdämmung:

    • Höhe der Kellerhöhe sinkt durch die Deckendämmung
    • Innendämmung erfordert absolute Trockenheit der Wände
    • Außenseitige Perimeterdämmung ist kostenintensiver und aufwendig
  • Welche Dämmstoffe eignen sich für die Kellerdämmung?

    Kellerdämmstoffe müssen zur Bausubstanz, Nutzung und zu den klimatischen Bedingungen passen. Für die Kellerdeckendämmung wird zum Beispiel oft Polyurethan-Hartschaum (PUR) verwendet: Lass dich auf jeden Fall beraten, um Kondensatbildung und Wärmebrücken zu vermeiden.

Innendämmung

Es gibt viele Gründe, warum eine Dämmung der Außenwände nicht machbar ist. Dann kann eine Innendämmung infrage kommen.

  • Wann ist eine Innendämmung sinnvoll?

    Eine Innendämmung kann sich anbieten, wenn

    • eine Außendämmung nicht möglich oder erlaubt ist, zum Beispiel bei denkmalgeschützten Fassaden,
    • die Außenwände aus gestalterischen Gründen unverändert bleiben sollen, zum Beispiel bei Sichtfachwerk oder Stuck,
    • einzelne Räume energetisch verbessert werden sollen, zum Beispiel im Keller,
    • nur einzelne Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern saniert werden können,
    • außen kein Platz für ein Dämmsystem vorhanden ist, zum Beispiel an der Grundstücksgrenze.
  • Möglichkeiten der Innendämmung:

    • Verbundplatten – Dämmstoff kombiniert zum Beispiel mit Gipskartonplatten
    • Kalziumsilikatplatten – wirken feuchtigkeitsregulierend
    • Holzfaser oder Mineralschaumplatten
    • Einblasdämmung – für Hohlräume
    • Systemlösungen mit Unterkonstruktion – zum Beispiel wenn Leitungen oder sehr unebene Wände vorhanden sind
  • Welche Dämmstoffe eignen sich für die Innendämmung?

    Je nach Vorhaben hast du die Wahl zwischen unterschiedlichen Materialien:

    • Holzfaser, Hanf, Zellulose, Perlite
    • Kalziumsilikatplatten
    • EPS/PUR
    • Mineralwolle
  • Erkundige dich vorab über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Auswahl.


Vor- und Nachteile der Innendämmung

Die Vorteile

Die Nachteile

Ideal bei Fassaden, die erhalten bleiben sollen

Raumfläche wird leicht verkleinert

Keine Gerüstkosten, keine Außen-Baustelle

Sorgfältige Ausführung nötig, um Schimmel zu vermeiden

kann mit geringeren Kosten verbunden sein als eine Außendämmung

Geringerer Hitzeschutz im Sommer

Verbesserter Wohnkomfort durch wärmere Innenwände

Aufwendiger bei verwinkelten Grundrissen oder Leitungsverläufen

Zeitlich flexibel, unabhängig von der Jahreszeit

Ausführliche Beschreibung

Die Tabelle stellt die wichtigsten Vorteile und Nachteile der Innendämmung gegenüber. Zu den Vorteilen zählen: Sie ist ideal bei Fassaden, die erhalten bleiben sollen. Es entstehen keine Gerüstkosten und keine Außen-Baustelle. Die Innendämmung kann günstiger sein als eine Außendämmung. Sie sorgt für verbesserten Wohnkomfort, da die Innenwände wärmer werden. Die Arbeiten sind zeitlich flexibel und können unabhängig von der Jahreszeit ausgeführt werden. Dem stehen folgende Nachteile gegenüber: Die Raumfläche wird leicht verkleinert, da die Dämmschicht im Innenraum angebracht wird. Eine sorgfältige Ausführung ist nötig, um Schimmelbildung zu vermeiden. Die Dämmung bietet geringeren Hitzeschutz im Sommer. Sie ist aufwendiger bei verwinkelten Grundrissen oder Leitungsverläufen.


Finanzierungsmöglichkeiten Wärmedämmung

Für die Finanzierung deiner Wärmedämmung können unter Umständen ein Modernisierungskredit, gegebenenfalls ein zuteilungsreifer Bausparvertrag, Eigenkapitel und möglicherweise Fördermittel infrage kommen. Sprich mit deinem LBS-Team oder deiner Sparkasse, wie du die Modernisierungsfinanzierung berechnen kannst und die Finanzierung deiner Wärmedämmung am besten angehst.

Modernisierungskredit bzw. Bausparvertrag

Mit dem LBS-Modernisierungskredit kannst du bis zu 50.000 Euro für deine Dämmungsmaßnahme ohne Grundbucheintrag erhalten. Es gelten Voraussetzungen. Den Kredit kannst du unter Umständen mit staatlichen Förderungen kombinieren. Lies dazu auch unsere Ratgeber zur „Modernisierung“.
Hast du schon einen LBS-Bausparvertrag? Der lässt sich ebenfalls ideal in die Finanzierung deiner energetischen Sanierung einplanen. Selbst deinen geförderten Altersvorsorge-Bausparvertrag kannst du nutzen – oder andere geförderte Riester-Verträge, denen du Kapital dafür entnehmen kannst.

Eigenkapital

Wenn du selbst etwas angespart hast, hilft das bei der Finanzierung deiner Maßnahme:

  • Dein Eigenkapital reduziert den Kreditbetrag und damit auch die Zinskosten.
  • Am besten legst du regelmäßig etwas für mögliche Sanierungsmaßnahmen zurück. 1,50 € bis 3 € pro m2 Wohnfläche im Monat sollten es mindestens sein.

Tipp: Fördermittel

Dämmmaßnahmen können unter Umständen im Rahmen der BEG gefördert werden, etwa über Zuschüsse des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Ob und in welcher Höhe eine Förderung möglich ist, hängt von der Maßnahme und den Förderbedingungen ab.

Förderung für Wärmedämmung: Fördermittel KfW & BAFA

Für einzelne Maßnahmen wie die Dämmung kannst du vom BAFA eine Grundförderung von 15 Prozent erhalten. Förderfähig sind grundsätzlich Ausgaben von bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit. Setzt du die Maßnahme im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) um, erhöht sich die Grenze auf 60.000 Euro. Zusätzlich gibt es einen iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten auf den Teil der förderfähigen Ausgaben, der über 30.000 Euro liegt.
Fördermittel der KfW kannst du in der Regel bekommen, wenn du dein Haus oder deine Wohnung umfassend sanierst und dadurch eine förderfähige Effizienzhaus-Stufe erreichst. Mit dem Kredit 261 kannst du je nach Vorhaben einen Förderkredit von bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit erhalten. Hinzu kommt ein Tilgungszuschuss, dessen Höhe unter anderem von der erreichten Effizienzhaus-Stufe und möglichen Boni abhängt.

Steuervorteile durch Sanierung

Wenn du dein selbst bewohntes Haus energetisch sanierst, kannst du 20 Prozent der Kosten von der Steuer abziehen, verteilt auf drei Jahre. Maximal 40.000 Euro sind pro Objekt drin, wenn

  • du keine staatlichen Förderungen der KfW oder vom BAFA nutzt,
  • du dein Haus selbst bewohnst, es älter als zehn Jahre ist und in der EU liegt,
  • deine Dämmung spätestens bis zum 1. Januar 2030 realisiert wurde,
  • ein Fachbetrieb die Ausführung übernommen hat.

Worauf man bei Förderanträgen achten sollte

Wichtig bei Förderungen sind folgende Aspekte:

  • Schau nach, wann du den Antrag stellen musst, und reiche ihn fristgerecht ein.
  • Prüfe die Förderbedingungen genau.
  • Bewahre alle Unterlagen gut auf, falls du später noch Nachweise erbringen musst.

Lies dazu unseren Ratgeber zur Förderung für die Modernisierung.

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Fazit: Die passende Dämmung hängt vom Gebäude ab

Eine Wärmedämmung kann den Energiebedarf und damit die Heizkosten eines Hauses deutlich senken und zugleich den Wohnkomfort verbessern. Welche Dämmmaßnahme sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Gebäudetyp, dem Zustand der Bausubstanz und den zu dämmenden Bauteilen ab. Auch die Kosten unterscheiden sich je nach Verfahren erheblich und reichen bei den im Artikel betrachteten Maßnahmen von etwa 15 bis 400 Euro pro Quadratmeter. Staatliche Förderungen können unter bestimmten Voraussetzungen einen Teil der Kosten abfedern.

Häufige Fragen zur Hausdämmung

Ja, einige Dämmarbeiten können geübte Heimwerkerinnen und Handwerker möglicherweise selbst übernehmen. Bei anspruchsvolleren Maßnahmen wie einer Fassaden-, Dach- oder Innendämmung empfiehlt sich dagegen ein Fachbetrieb, da Ausführungsfehler unter anderem Feuchte- und Schimmelschäden begünstigen können.

Bei Eigenleistungen sparst du vor allem Arbeitskosten, musst aber Material, Werkzeug und gegebenenfalls Gerüst oder Entsorgung selbst bezahlen. Fehler bei der Ausführung können Wärmebrücken sowie Feuchte- und Schimmelschäden begünstigen und zusätzliche Kosten verursachen.

Bei anspruchsvollen Dämmarbeiten, etwa an der Fassade oder Bodenplatte, kann eine fachgerechte Planung und Ausführung helfen, spätere Bauschäden zu vermeiden. Auch wenn gesetzliche Anforderungen oder Förderbedingungen eingehalten und nachgewiesen werden müssen, ist fachkundige Unterstützung sinnvoll. Möchtest du für eine Dämmmaßnahme den iSFP-Bonus nutzen, musst du einen Energieeffizienz-Experten oder eine -Expertin einbinden.

Die Sorge taucht immer wieder auf, ist aber ein Mythos. Wände „atmen“ nicht – weder mit noch ohne Dämmung. Der notwendige Luftaustausch erfolgt durch Lüften oder eine Lüftungsanlage.

Das hängt davon ab, welches Bauteil du dämmst und für welches Dämmmaterial du dich entscheidest.